Dez 192013
 

_IMG_158220.12.2013 – Am 7. Dezember hat die Katholische Junge Gemeinde (kjg) zur Abschlussveranstaltung ihres jugendpolitschen Projekts PolitiX eingeladen. Einen Tag lang wurde von den Teilnehmer*innen über Jugendbeteiligung diskutiert, konkrete Projektideen ausgetauscht und Politiker*innen Löcher in den Bauch gefragt.

Alle Forderungen findet ihr hier.

Dez 162013
 

Forderung - Brainstorming16.12.2013 – Vor wenigen Tagen besuchte Florian das Gymasium am Markt in Achim bei Bremen.  Mit über 80 Schüler*innen der 11. Klasse konnte Florian die Vereinten Nationen diskutieren und Wege aufzeigen, wie man als Jugendlicher und junger Erwachsener selbst Politikmitgestalten kann. Zum Thema Jugendbeteiligung entwickelten wir gemeinsam schließlich fünf Forderungen:

  1. Wir fordern frühere politische Bildung in der Schule. Der Politikunterricht sollte zum Beispiel schon ab der 5. Klasse beginnen oder es könnten mehr Politik AGs angeboten werden. Dabei soll den Schüler*innen deutlich gemacht werden, wie sie Politik konkret mitgestalten können.
  2. Wir fordern mehr Transparenz in der Politik gerade für jüngere Menschen und mehr Diskussionen mit Jungwähler*innen, die dafür sorgen können, dass politische Zuständigkeiten klar werden. Diese Diskussionsveranstaltungen mit Politiker*innen sollten auf alle Ebenen (Kreis, Land, Bund, Europa) organisiert werden und Jugendliche könnten nach einem definierten Delegationsprinzip ausgewählt werden.
  3. Wir fordern ein UN Jugendparlament „Young United Nations“, bei denen die traditionellen UN Jugenddelegierten  teilnehmen.
  4. Schulpolitik darf nur mit Schüler*innen gestalten werden – kein Gesetz ohne die Zustimmung von Schülern*innen. Sie sollen frühzeitig mit in die Ausgestaltung von Gesetzen im Bildungsbereich miteinbezogen werden.
  5. Bildung muss kostenfrei sein – vom Kindergarten bis zur Hochschule.
Einige der Schüler*innen und Florian vor dem Gymasium am Markt in Achim

Foto: Lisa Duncan

Im Anschluss konnten wir in einer Kleingruppe noch zum Thema Bildungsgerechtigkeit diskutieren und ein Wettbewerbsprojekt des Politikkurses zum Thema „Macht Armut dumm?“ weiterentwickeln. Einen ausführlichen Artikel zum Besuch Florians in Achim findet ihr hier.

Dez 082013
 

1385435_10202101804416173_494238975_n09.12.2013 – Direkt zu Beginn unseres Aufenthalts in New York, am 07. Oktober 2013, konnten wir vor dem 3. Ausschuss der Vereinten Nationen unsere Rede halten. Der Fokus lag dabei auf den Themen „soziale Inklusion“, „Bildung (formale und non-formale)“ sowie “Jugendbeteiligung“.

Zusammenfassung:

Soziale Inklusion: In unserer Rede haben wir gleiche Chancen für alle Menschen gefordert und wünschen uns eine Gesellschaft ohne Diskriminierung und Intoleranz, vor allem gegenüber „sozial benachteiligten“ Gruppen. Wir haben verdeutlicht, dass eine Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung nicht hinnehmbar ist.

Bildung: In unserer Rede haben wir thematisiert, dass sowohl formale (Schul-)Bildung als auch non-formale Bildung (vor allem durch Jugendverbände) dafür sorgen, dass junge Menschen vollwertige, autonome und kritische Bürger unserer Gesellschaft und gut ausgebildete Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt werden können.

Jugendbeteiligung: Wir haben echte Möglichkeiten und Freiräume zur Partizipation auf allen Ebenen gefordert und wünschen uns neue, angemessene und innovative Möglichkeiten dazu.

Wir haben in Kürze auch noch vor unsere Rede auf Deutsch zu übersetzen und auch eine Version in „leichter Sprache“ zu veröffentlichen. Hier noch einmal der Link zum Text und dem Video.

Wir haben sowohl aus Deutschland als auch vor Ort in New York positive Resonanz auf unsere Rede erhalten. Der UN Sonderbeauftragte für die Jugend, Ahmad Alhendawi, hat beispielsweise den Punkt, dass UN Praktikant*innen eine finanzielle Aufwandsentschädigung bekommen sollen, als Impuls für seine Arbeit verstanden. Diplomat*innen aus verschiedenen Ländern haben insbesondere unseren Einsatz für die Rechte von LGBT (Lesbian, Gay, Bi-, Transsexual) Personen gelobt.

Verhandlungen zur Jugendresolution

Elise und FlorianDer Erste Entwurf (Zero Draft) der diesjährigen Jugendresolution enthielt im Vergleich zu den Vorjahren sehr viele starke Passagen, die auf die Beschäftigungsfähigkeit von jungen Menschen eingingen. Das fanden wir einerseits natürlich begrüßenswert, da laut der  “International Labour Organization“ (ILO) derzeit etwa 75 Millionen Jugendliche weltweit arbeitslos sind. Andererseits war es uns wichtig, dass durch diesen sehr starken ökonomischen Fokus, „weichere“ Themen wie zum Beispiel Beteiligungsmöglichkeiten oder eine diskriminierungsfreie Gesellschaft nicht in den Hintergrund geraten. Daher war eines unserer Hauptanliegen für die Jugendresolution, einen Paragraphen wieder aufzunehmen, den es bereits bei der letzten Jugendresolution aus dem Jahr 2011 gegeben hat und den wir um ein paar Elemente ergänzt haben. Folgendermaßen haben wir den Paragraphen eingebracht  (fett unsere Ergänzungen, die noch nicht “agreed language” waren):

Urges Member States to promote equal opportunities for all and to eliminate all forms of discrimination against young people, including that based on race, colour, sex, sexual orientation and gender identity, language, religion, political or other opinion, national or social origin, property, health status, birth or other status and foster social inclusion for social groups such as young persons with disabilities, young migrants and indigenous youth on an equal basis with others; [Based on A/RES/66/121, OP 18]

Der Paragraph hat es in seiner ursprünglichen Fassung (ohne unsere Änderungsvorschläge) in den finalen Resolutionstext geschafft. Besonders vehement haben wir uns dafür eingesetzt, dass ‚sexual orientation and gender identity‘ aufgenommen wird und haben dazu eine Unterstützerkampagne gestartet, bei der wir viele europäische und lateinamerikanische Länder auf unserer Seite hatten. Leider war der Widerstand aus der arabischen und afrikanischen Welt – und besonders auch vom Heiligen Stuhl – zu groß, um diesen Punkt durchzubringen. Unser ‚Teilerfolg‘ war aber sicherlich eine Diskussion in Gang zu setzen.

Neben dem Anti-Diskriminierungsparagraphen haben wir uns dafür eingesetzt, dass neue Mechanismen der Jugendpartizipation auf UN-Ebene zu prüfen sind, insbesondere die Einrichtung eines Permanenten Jugendforums. Deutschland stand einer solchen Idee sehr kritisch gegenüber, hat aber nach unserer Überzeugungsarbeit ihre Position verändert. Letztendlich hat diese Idee allerdings zu wenig Unterstützung von der Weltgemeinschaft erfahren, sodass dieser Punkt in der endgültigen Resolution nur vage angedeutet wird.

Das Ergebnis der Verhandlungen

Am 25. November  2013 hat der 3. Ausschuss der Generalversammlung die von Portugal, Senegal und Moldau eingebrachte Resolution mit dem Titel “Policies and programmes involving youth” angenommen. Unter den 93 Mitgliedsstaaten, die die Resolution mittragen, waren nur 16 EU-Staaten.

In den Verhandlungen haben sich leider die konservativen Vertreter*innen der afrikanischen Gruppe und der OIC-Staaten einer Diskussion zu inhaltliche Kontroversen (u.a. zu sexueller und reproduktiver Gesundheit (SRHR), sexueller Orientierung (SOGI), Rolle der Familie, Partizipation von Jugendlichen etc.) verweigert. Diese unkooperative Haltung wurde von den Hauptsponsoren der Resolution hingenommen, sodass der finale Resolutionstext keine Referenzen zu diesen Themen enthält, obwohl die westlichen und lateinamerikanischen Staaten Kompromisse vorgeschlagen haben. Als Konsequenz haben einige der EU-Staaten eine gemeinsame Erklärung bei der Annahme der Jugendresolution verlesen und viele weitere Staaten machten ebenfalls von ihrem Positionserklärungsrecht Gebrauch – eher eine Seltenheit bei der Jugendresolution. So betonte eine regionsübergreifende Gruppe (darunter Brasilien, Belgien, USA, Schweden, Dänemark) die Bedeutung von SRHR für junge Frauen, die Bekämpfung von HIV/Aids und die Abschaffung von jeglicher Diskriminierung.

Deutschland hat, anders als in den Vorjahren, die Resolution nicht als Co-Sponsor mitgetragen, sondern lediglich dafür gestimmt. Dieser Schritt ist ein klares Signal, dass Deutschland mit der schwachen Sprache der Resolution unzufrieden ist und wir begrüßen dieses Signal.

 

Side Event

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Wir haben unser Side Event in der zweiten Verhandlungswoche, am 16. Oktober 2013, im Deutschen Haus ausgerichtet. Das Thema unserer Diskussionsveranstaltung war „LGBT Rechte (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle) und die UN – Wann beginnt die Liebesgeschichte?“. Es waren etwa 70 Teilnehmer*innen (Ländervertretungen, UN Agencies, NGOs, Jugenddelegierte) anwesend.

Die Veranstaltung war in drei Teile gegliedert. Zunächst konnten wir Jugenddelegierten die Gäste begrüßen und einen kurzen inhaltlichen Input zum Thema LGBT Rechte weltweit geben. Anschließend hielt der stellvertretende Botschafter zu den Vereinten Nationen, Herr Thoms, ein kurzes Grußwort, in der er die Wichtigkeit des Themas verdeutlichte und ebenfalls betonte, dass LGBT Rechte nicht losgelöst von Menschenrechten gesehen werden können. Er stellte außerdem fest, dass das Thema leider immer noch zu wenig auf UN Ebene diskutiert wird und dass dringend Handlungsbedarf besteht. Im Anschluss begann mit der Podiumsdiskussion der Hauptteil der Veranstaltung.

Für unser Panel konnten wir folgende vier Expert*innen gewinnen:

  • Susana Fried (Beraterin bei United Panel Side EventNations Development Programme)
  • Marianne Møllmann (Programmdirektorin bei International Gay and Lesbian Human Rights Commission)
  • Graeme Reid (Programmdirektor bei Human Rights Watch)
  • Aditya Shankar (Aktivist bei einer LGBTQ-Studierendeninitiative namens “Saathi” am Indian Institute of Technology (IIT) in Bombay)

Moderiert wurde die Veranstaltung von Kendall Thomas, Professor an der Columbia University in New York.

Nach einer Einführungsrunde, in der die Panelist*innen ihre Expertise zum Thema darstellten, wurde auf verschiedene aktuelle Probleme von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen weltweit eingegangen. Hierbei ging es im Wesentlichen um die Frage nach der Einhaltung der Menschenrechte sowie um die unterschiedlichsten Formen der Menschenrechtsverletzungen. Des Weiteren wurde sehr ausführlich über die Rolle junger Menschen in der LGBT Bewegung, über die unterschiedliche Situation im Nord-Süd Kontext, sowie über das Verhältnis zwischen Religion und Sexualität gesprochen. Abschließend wurde die Wichtigkeit der UN in der Umsetzung der LGBT Rechte weltweit betont.

Als Fazit konnte von allen Teilnehmenden festgehalten, dass LGBT Rechte nichts anderes sind als Menschenrechte und dass junge Menschen der Schlüssel zum Erfolg hin zu einer diskriminierungsfreien Gesellschaft sein können und ebenso, dass die UN eine kritische Rolle in der Sicherstellung der LGBT Rechte spielen sollte.

Im folgenden kann das Side Event bei Youtube angesehen werden:

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Zusammenarbeit mit anderen Jugenddelegierten

 

 

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Insgesamt waren wir 32 Jugenddelegierte aus 21 Ländern. Die Zusammenarbeit verlief besonders mit den europäischen Jugenddelegierten sehr gut. Die Jugenddelegierten aus Thailand, Mexiko, Israel, Australien und Kenia hatten leider eher die Rolle von Praktikant*innen an ihren Ständigen Vertretungen.

Die Koordinierung der Gruppe verlief gut, wir haben uns regelmäßig getroffen und unsere gemeinsame Strategien abgestimmt. So konnten wir in einigen Fragen gemeinsame Jugendpositionen entwickeln und diese zu unseren Delegationen und in die Verhandlungen tragen.

Wir waren sehr froh knapp vier Wochen in New York sein zu können, da viele wichtige Debatten, z.B. unsere SOGI Diskussion, erst am Ende unseres Aufenthalts geführt worden sind. Da viele unserer Jugenddelegiertenkollegen bereits abgereist waren, konnten wir den Verhandlungsprozess weiterhin rückspiegeln und für unsere gemeinsamen Themen kämpfen. Am Ende unseres Aufenthalts blieb dann auch Zeit das Jugenddelegiertenprogramm an sich zu stärken und strategische Gespräche (z.B. mit UNDESA und WFUNA) zur Verbesserung des Programms zu führen. Nun sind wir gespannt auf unseren zweiten New York Aufenthalt bei der Sozialentwicklungskommission im Februar 2014.

Hier findet ihr eine Zusammenfassung dieses Artikels als Präsentation.

Nov 212013
 

sustainability21.11.2013 – Die Bundesregierung ermöglicht zwei deutschen Jugenddelegierten an den mehrwöchigen Verhandlungen der Vereinten Nationen im Rahmen eines Hochrangigen Politischen Forums zu nachhaltiger Entwicklung (High-Level Political Forum on Sustainable Development, HLPF) im Juli 2014 in New York teilzunehmen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zusammen mit dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR) sucht nun Jugenddelegierte für eine nachhaltige Entwicklung.
Bewerbungen um einen Platz in der Delegation sind bis zum 20. Dezember 2013 an den
Deutschen Bundesjugendring, Jochen Rummenhöller (Stichwort: HLPF) zu richten. Die
Bewerbung muss einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben umfassen.

Alle Infos zur Bewerbung findet ihr hier.