Dez 112007
 

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Lissabon (Portugal), 07. Dezember 2007: Über 200 Jugendliche, zur Hälfte je aus Afrika und aus Europa, trafen sich 4 Tage lang auf dem ersten euro-afrikanischen Jugendgipfel in Lissabon. Die portugiesische EU Ratspräsidentschaft organisierte diesen Jugendgipfel im Rahmen des Gipfels der europäischen und afrikanischen Staats- und Regierungschefs (08.-09. Dezember; genau, da wo unsere Kanzlerin Merkel auf den Diktator Zimbabwes, Mugabe, trifft!). Ziel des Jugendgipfels war, mit einer Jugenderklärung Einfluss auf den Gipfel der Staats- und Regierungschefs zu nehmen. Ein Treffen derartig vieler VertreterInnen von nationalen Jugendringen, nationalen und internationalen Jugendorganisation und Regionalplattformen war nicht nur beachtlich, sondern schafft hoffentlich eine neue Grundlage für die zukünftige euro-afrikanische Jugendpartizipation und Kooperation.
Die Erklärung des Jugendgipfels (en)
Die Erklärung zur Visathematik (en)
Video des Europarats: Video 1, Video 2 (öffnet im Windows Media Player)


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Zusammen mit Susanne Krogull von der DPSG Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg durfte ich das Deutsche Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit vertreten. Als UNO-Jugenddelegierte machten wir uns sehr für die Millennium Entwicklungsziele stark und wollen diese gleichzeitig durch die Jugendarbeit bekannt machen. Zudem setzen wir uns intensiv damit auseinander, wie das UNO Weltaktionsprogramm für die Jugend eine Jugendpolitik insbesondere in afrikanischen Staaten fördern kann. Basierend auf dem Weltaktionsprogramm für die Jugend entstand zum Beispiel jetzt eine „African Youth Charter“, ein erster, aber wichtiger Schritt der noch sehr jungen Afrikanischen Union in Sachen Jugendpolitik.

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Im Jahr 2000 fand der erste Gipfel der afrikanischen und europäischen Staats- und Regierungschefs in Kairo statt
. Nicht versprochene 3 Jahre, sondern 7 Jahre sollte es bis zum nächsten Gipfel in Lissabon, durch den Anstoß der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft, dauern. Der Jugendgipfel wurde in einem 1 ½ Jahre langen Prozess von einem Komitee aus Vertretern der Regionalplattformen (Europäisches Jugendforum, Pan-Afrikanisches Jugendforum), von internationalen Jugendorganisationen und der Regierungen organisiert. Im Vorfeld fanden 3 Konsultationstreffen in Afrika und 1 Konsultationstreffen in Europa mit der afrikanischen Diaspora statt.

In leider nur 1 bis 2 Tagen diskutierten wir die Abschlusserklärung in zahlreichen Arbeitsgruppen. Ich besuchte „Millennium Entwicklungsziele“ und „Migration, Mobilität, Interkultureller Dialog und Co-Entwicklung“, Susanne die Workshops „Globalisierung, Handel und sozio-ökonomische Entwicklung“, sowie die „Strategien und Instrumente der euro-afrikanischen Jugendpartizipation und Kooperation“.

Am letzten Tag wurden die Erklärung, eine weitere Erklärung zur Visaproblematik (Man muss sich vorstellen, dass die portugiesische Regierung für ihre eigene Veranstaltung für 20 Jugendliche kein Visum organisieren konnte!!!!!) und die Perspektiven der zukünftigen Jugendkooperation mit Vertreterinnen und Vertretern der Afrikanischen Union, der Europäischen Union (Kommissionspräsident Barroso und Präsident des EU Rates Sokrates), des Europarates und des Europäischen und Pan-Afrikanischen Jugendforums diskutiert.

Die Kooperation mit dem „vergessenen“ Kontinent Afrika stellt sicher eine große Herausforderung
für unsere Jugendringe und Jugendorganisationen dar. Trotz nicht immer sehr einfachen Diskussionen, konnte ich sehr viel aus dem Jugendgipfel mitnehmen und hoffe, dass in Zukunft auch Jugenddelegierten-Programme in Afrika entstehen.

Jonathan