Dez 032007
 

Berlin, 21. November 2007: Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bundesjugendrings trafen sich im „Afrika-Haus“ im Berliner Stadtbezirk Moabit, um die Probleme, Herausforderungen und Perspektiven der Jugendkooperation mit afrikanischen Jugendorganisationen zu diskutieren. Am Nachmittag wurde dies mit einer Vertreterin des Bundespräsidialamtes und dem Beauftragten im Entwicklungsministerium für die Millennium Entwicklungsziele fortgesetzt. Das Familien- und Jugendministerium sagte bedauerlicherweise 12h vorher ab und schickte keine/n Vertreter/in. Anstoß für das Treffen war unter anderem der persönliche Schwerpunkt des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler, der eine „Partnerschaft mit Afrika“ ins Leben rief.

Im Frühjahr 2007 hat der Deutsche Bundesjugendring in seinen Mitgliedsverbänden eine Umfrage durchgeführt. In immerhin 42 der 46 Mitgliedsverbände gab es eine oder mehrere Partnerschaften mit afrikanischen Jugendorganisation, insbesondere in den evangelischen und katholischen Jugendverbänden. Fast alle jedoch klagten über die Schwierigkeiten der Finanzierung, der Kommunikation und der Visaanträge. Horrende Summen müssen als Bürgerschaft teilweise übernommen werden und manchmal bestehen nach Deutschland kommende Delegationen nur aus jungen Frauen, da junge Männer keine Chancen auf ein Visum haben. Auf der anderen Seite sind Jugendorganisationen damit konfrontiert, dass manchmal Jugendliche wirklich in Europa abhauen, was aber dann zu unhaltbaren Pauschalverurteilungen führt.

Gemeinsam wurde diskutiert, welche Erwartungen an den Deutschen Bundesjugendring gestellt werden, und wie die Jugendverbände die MDGs, bzw. die jugendpolitische Zusammenarbeit mit Afrika aufnehmen können.

Annette Kaiser aus der Auslandsabteilung des Bundespräsidialamtes stellte die Initiative des Bundespräsidenten Horst Köhler „Partnerschaft mit Afrika“ vor, Stephan Ohme präsentierte als Beauftragter für die Millennium Entwicklungsziele im BMZ die Arbeit der Bundesregierung in diesem Bereich. Gemeinsam wurden Anknüpfungspunkte gesucht und der Dialog soll evtl. selbst mit dem Bundespräsidenten fortgesetzt werden. Alle Beteiligten äußerten ihre Hoffnung, dass das Jugendministerium in Zukunft ein größeres Interesse an der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit im Jugendbereich entwickelt.

Als Jugenddelegierter konnte ich mich intensiv einbringen, denn nach unserer Erfahrung gibt es großen Handlungsbedarf Jugend als Partner und Zielgruppe in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit zu stärken.

Jonathan