Jun 022008
 

Das 5. Panzerartilleriebataillon 215, Hauptmann Carsten Pilz und Astrid

Augustdorf, 2. Juni 2008: Tourstation bei der Bundeswehr: Angefangen hatte alles mit einer Email, an die Jugendoffiziere der Bundeswehr. Am 2. Juni dann fand ich mich in der größten Kaserne Deutschlands, der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf (NRW), wieder, um mit Wehrpflichtigen über Partizipation bei den Vereinten Nationen, vor allem aber den deutschen Arbeitsmarkt zu diskutieren.

Thema des Tages nämlich: Beschäftigung, welches dieses Jahr immerhin Schwerpunkt der diesjährigen UN Generalversammlung ist. Mit dem fünften Panzerartilleriebataillon 215 ging es den gesamten Nachmittag um Fragen der deutschen Wirtschaft, der Einflüsse der Weltwirtschaft und den Binnenarbeitsmarkt: Wie sieht es auf dem Lehrstellenmarkt aus? Welche Rolle spielt der Schulabschluss und das elterliche bzw. sozioökonomische Umfeld?
Ist Arbeitslosigkeit in Deutschland hausgemacht oder von äußeren Faktoren abhängig? Und wie kann man die „Null-Bock-Mentalität“ einer Jugend kurieren, wenn der wahre Grund „Perspektivlosigkeit“ trotzdem bestehen bleibt?

    Wenn die Jugend es nicht schafft,
    ihr Land in Schwung zu bringen, wer dann?

In einem war man sich in Augustdorf einig: Auch junge Menschen brauchen Vorbilder. Wer keine Vorbilder hat, rutscht ab. Orientierungslosigkeit und ein allgemeines Gefühl, ausgeschlossen zu sein wurde von allen als zentrale Ursache zahlreicher klassischer Jugendprobleme wie Jugendkriminalität oder Drogenmissbrauch gewertet.
Jugendliche aus sozial schwächeren Familien bedürfen größerer Unterstützung: Finanziell, materiell, aber vor allem auch persönliche Beratung durch Lehrer oder andere Personen des sozialen Umfelds.
Zunächst allerdings müssen wir umdenken. Frei nach dem Motto „von nichts kommt nichts“ wurde vor allem ein weg von der „andere-sind für mein Leben verantwortlich“ – Mentalität gefordert. Jugendorganisation sind bei der Integration von vom Weg abgekommenen Jugendlichen vielleicht hilfreich, aber sie brauchen auch die Mittel und das Personal, die Leute zu erreichen.

Am Ende der Veranstaltung stand wie so oft ein langer Forderungskatalog an Schüler, Eltern, Schulen und Politik. Ein Dankeschön meinerseits an die engagierten und diskussionsfreudigen Wehrpflichtigen und natürlich Jugendoffizier Carsten Pilz, der für die Organisation verantwortlich war. Augustdorf war garantiert eine der ganz besonderen Tourstationen.

Mit besten Grüßen,
Astrid