Jun 242014
 

21.06.2014 – An einem Samstag um 13Uhr trifft sich eine Horde junger Menschen im Europahaus in Dietzenbach. Der Landrat hält Grußworte, die UNESCO zeichnet die Veranstaltung bereits im Vorfeld als Einzelbeitrag zur Dekade für Nachhaltige Entwicklung aus – ein besonderer Tag steht an!

IpassEs wird schnell klar, dass sich die Jugendlichen aus dem Projekt InterKultur-Pass (kurz: „I-Pass“, gefördert durch das Hessische Sozialministerium im Rahmen seines Aktionsprogramms „Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ (PTJM) 2012 bis 2014) sowie der Initiative „Mitreden und Mitbestimmen“ weder auf Menschen mit Migrationshintergrund noch auf ihr Alter beschränken lassen. Sie können, wollen und sollen in allen Belangen des gesellschaftlichen Lebens, dessen Teil sie sind, mitreden und haben am 21.6. uns ihre Forderungen mit auf den Weg gegeben!

Dabei konnten die Teilnehmer*innen aus einem Schatz an Erfahrungen bisheriger Teilhabe speisen und die guten aber auch problematischen Seiten des Ehrenamts, das sie bereits bekleiden, formulieren. Es schien so, als seien sich alle einig, auch die Vorredner aus der Politik, dass Jugendbeteiligung unglaublich wichtig ist. Warum wird dann die Forderung nach einem lokalen Jugendparlament nicht umgesetzt? Warum werden keine Strukturen geschaffen, die Partizipationsmöglichkeiten, wie im Projekt „I-Pass“, über 2014 hinaus ermöglichen? Da muss doch mehr drin sein! Und doch, auch wenn Theorie und Praxis, Wort und Realität nicht immer übereinstimmen mögen, so haben die Teilnehmer*innen auch schon viel Positives erlebt: Es gibt die Unterstützung von Jugendlichen durch Erwachsene und es gibtGut beobachtet Aufmerksamkeit von Politiker*innen. „Es klappt nicht beim ersten Mal, aber wenn wir dran bleiben und uns für unsere Überzeugungen einsetzen, dann klappt das auch!“, so eine Teilnehmerin.

Die Herausforderung war nun, lokale Forderungen auf ihre globale Tauglichkeit hin zu überprüfen. Wenn ich hier lokales Wahlrecht für alle, auch Menschen ohne deutschen Pass, fordere, dann heißt das auf UN-Ebene auch, dass das Wahlrecht in anderen Ländern gewährt werden muss. Ein Mexikaner darf in seiner Stadt in Deutschland wählen, ein Belgier darf in seiner Stadt in Indien wählen, ein Portugiese in Mosambik, ein Franzose in Algerien. Alle Forderungen, die jetzt gesammelt werden, sollen so gedacht sein, dass sie in allen Ländern umgesetzt werden sollen!

Nach spannenden Diskussionen und einem indisch-pakistanischen Snack in der Mittagspause haben die Arbeitsgruppen uns folgende Forderungen mit auf den Weg gegeben:

In der Arbeitsgruppe des I-Pass Projekts ergaben sich folgende Forderungen:gruppenarbeit

Mehr Projekte und Sprachkurse für Jugendliche mit sozialer Benachteiligung!

Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche jeden Alters auf allen politischen Ebenen!

Informationspflicht der Kommune für die Beteiligungsmöglichkeiten der Jugendlichen!

In der Arbeitsgruppe „Mitreden und Mitbestimmen“ haben sich folgende Forderungen ergeben:

Jeder sollte öffentlich sein Persönlichkeitsrecht wahrnehmen können, sei es hier das Tragen eines Kopftuches oder in Malaysia/Marokko, die Möglichkeit sich auf offener Straße zu küssen! Dabei darf nicht der Wunsch anderen Lebensformen zu begegnen über das Persönlichkeitsrecht jedes Einzelnen gestellt werden!

Gleichberechtigte Reisebedingungen, ohne Vorurteile (auch das Recht als Familie zusammen leben zu dürfen) – wenn ein Staat verschärfte Kontrollen für sinnvoll erachtet, dann für sollen sie für alle gleich sein!

Jugendparlamente auf allen Ebenen, auch auf internationaler Ebene und Partizipationsprojekte auf internationaler Ebene stattfinden lassen (Zusammenarbeit/Austausch zwischen lokalen Jugendparlamenten international)!

Gleichberechtigte Staatenrepräsentation – für eine Abschaffung des Vetorechts im Sicherheitsrat!

Nach einem wunderbaren Tag in Dietzenbach, spannenden Diskussionen und dem Eindruck, die Entscheidungstreffer nicht nur von morgen, sondern bereits von heute gesprochen zu haben, reist Celina zurück nach Saarbrücken.

Hier könnt ihr den Zeitungsartikel der Offenbach Post.

 

Mehr Informationen zum Projekt I-Pass:

www.dtfo.de

oder auf Facebook:
www.facebook.com/pages/I-Pass/157400181064961

Chancengleichheit Jugendliche

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