Apr 182013
 

Was bewegt junge Menschen zwischen 14 und 34 Jahren in Deutschland? Haben sie das Gefühl, dass ihre Stimme in der Politik ausreichend vertreten ist? Wie sollte nach ihrer Meinung Bildung gestaltet werden? Wie sollte der Umgang mit Menschen sein, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen?

Diese Fragen und viele weitere wurden an drei Tagen in Berlin von 40 jungen Menschen diskutiert und daraus Forderungen entwickelt. Grundlage des Treffens bildete die Studie ‘junge Deutsche 2012/2013, bei der deutschlandweit über 3700 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 34 Jahren über ihre Lebenssituation befragt wurden. Aufbauend auf diese Befragung sind Teilnehmer*innen der Studie in Berlin zusammengetroffen, um aus der Befragung konkrete Forderungen abzuleiten. Wir, eure UN Jugenddelegierten 2013, hatten das Glück diesen spannenden Prozess mitzuerleben und dabei viele engagierte junge Menschen kennenzulernen.

 Junge Deutsche

Bei heißen Diskussionen wurden folgende Forderungen erarbeitet:

–          Jugendvertreter*innen werden gesetzlich verpflichtend in allen politischen Gremien, vom Gemeinde- und Stadtrat bis zum Bundestag, in die Beratungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden. Die Positionen junger Menschen werden regelmäßig und national durch dynamisch-partizipative Methoden ermittelt und fließen durch die Jugendvertreter*innen in den politischen Diskurs ein.

–          Die bundesweite Einführung des Pflichtfachs ‘Politik und gesellschaftliche Teilhabe’ für alle Schulformen ab der siebten Klasse, gekoppelt an ein Wahlrecht ab 16 Jahren.

–          Die Einführung eines Jugend-Checks für neue Gesetze, nach österreichischem Vorbild.

–          Die Einführung eines Wahlrechts für Migrant*innen

–          Die gesetzliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften und Ehe

–          (Hoch-)Schulen und Ausbildungseinrichtungen schaffen frei gestaltbaren zeitlichen Raum für ehrenamtliches Engagement. Engagementmöglichkeiten können frei gewählt oder in Kooperation mit freien Trägern angeboten werden.

–          Eine Schule für alle (Inklusion) mit qualifiziertem Personal für den individuellen Förderbedarf von Schüler*innen, auch mit besonderen Bedürfnissen.

–          Für Arbeitnehmer*innen sollen flexible Auszeiten vom Beruf aus sozialen und privaten Gründen und der Wiedereinstig ermöglicht werden.

–          Die Einführung eines bundesweit einheitlichen Ehrenamtspasses, der als Fahrschein im kommunalen und regionalen ÖPNV gilt.

–          Die Einrichtung einer Anlaufstelle für jugendrelevante Informationen in Stadt/ Gemeinde.

Diese Forderungen wurden zum Ende des dreitägigen Treffens gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten diskutiert, die die Forderungen unterstützten.

Für uns Jugenddelegierte war das Treffen der Auftakt unserer Deutschlandtour und wir freuen uns auf viele weitere so spannende Treffen.

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