Apr 082008
 

Euer Verein setzt sich in irgendeiner Weise dafür ein, dass Jugendliche grenzüberschreitend zusammen treffen? Dann hilf mit, denn du bist nicht allein!

Dein Jahr in den USA? Dein Jahr in Thailand? Dein Jahr in Chile? Denen, die bereits für eine längere Zeit im Ausland waren, braucht man schon gar nicht mehr erzählen, welche enormen Vorteile ein solches Abenteuer mit sich bringt: Interkulturelle Kompetenz, mehr Selbstständigkeit, das Bewusstsein, dass wir in der Tat in gemeinsam einer globalen Gesellschaft leben … wer weiß, was noch alles.

Dennoch stehen dem interkulturellen Dialog von Jugendlichen zahlreichen Stolpersteine im Weg: Visa werden in vielen Ländern nur schwerlich ausgestellt, Studienjahre im Ausland eventuell nicht in der Heimat als ein solches anerkannt, es existieren zu wenig private als auch öffentliche Mittel zur Förderung von Jugendaustauschen und Bildungseinrichtungen haben oft unterschiedliche Politiken zur Vergabe von Plätzen oder der Pflicht zu Schulgebühren. Kann man es gutheißen, dass ein Schüler, der ein Jahr im Ausland zur Schule gegangen ist, das Jahr in der Heimat wiederholen muss, auch wenn er denselben Wissensstand hat, wie seine ehemaligen Klassenkameraden? Kann man es gutheißen, wenn Länder Bildung zum Exportgut erklären und von ausländischen Schülern hohe Studiengebühren oder Schulgelder verlangen? Und wie sieht es mit der allseits geforderten Chancengleichheit aus, wenn die Möglichkeit, ein Jahr im Ausland zu verbringen in erster Linie vom Geldbeutel der Eltern abhängt?

Ein Positionspapier für den Jugendaustausch

Es bröckelt an allen Ecken und Enden. Im Dezember 2007 wurde daher von AJA (Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen) eine Initiative gestartet, die es zum Ziel hat, Jugendaustauschen ein internationales Rahmenwerk zu geben.

Als erster Schritt wurde ein Positionspapier verabschiedet:

– Die Verbreitung von Informationen zu Möglichkeiten des Lernens durch Mobilität unterstützen
– Einen staatlich vereinheitlichten Status von Schülern schaffen, wenn es um Visaerteilungen und Aufenthaltsrechte geht
– Freien Schulzugang für Schüler bei internationalen Mobilitätsprogrammen gewährleisten
– Studienzeiten im Ausland anerkennen
– Für geeignete Formen der Finanzierung werben; Austausch in der Weise subventionieren, die eine Beteiligung aller gesellschaftlichen Schichten erlaubt, anstelle dieses Recht nur der Elite einer Bevölkerung einzuräumen
– Spezialisierte und anerkannte Nichtregierungsorganisationen konsultieren, sofern sich diese zu den Prinzipien der Qualität interkulturellen Austauschs bekennen: Beratung, Training, Mentoring, logistische Unterstützung und Evaluation gegenüber allen, die bezüglich der Entwicklung relevanter Gesetzgebung und der Durchführung in dem Programm involviert waren

Die Vollversion findest du hier: Call for Action

Lobbyarbeit? Der erste Schritt auf einem langen Weg.

Zwischen dem 13. und 14. Oktober findet zudem eine internationale Konferenz “Moving beyond Mobility“? in Berlin statt, zu dem neben Forschern und Aktiven im Bereich Schüleraustausch auch namhafte Persönlichkeiten, wie Jàn Figel (EU Kommissionär für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend) eingeladen sind.

Zunächst ist es erklärtes Ziel, ein Bewusstsein für ein derartiges internationales Rahmenwerk für Jugendaustausch zu schaffen und nationale Regierungen für das Vorhaben zu gewinnen. Nächste Etappe ist dann die Verabschiedung einer UNESCO Konvention, also die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation.

Was kannst DU tun?

Ihr wollt mitmachen? AJA bei der Lobbyarbeit für Jugendaustausch helfen?
Veröffentlicht das Positionspapier auf eurer Website! Informiert eure Mitglieder, organisiert einen Workshop zum Thema, oder kontaktiert AJA für Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Denn wie immer gilt: Wer teilnahmslos ist, kann nichts gewinnen. (Siegfried Wache)

Grüße,
Astrid

Kontakt: info[at]aja-org.de