Jul 032009
 

Lissabon (Portugal), 03. – 05. Juli 2009

Nun war es also so weit – mit großer Spannung hatten wir darauf gewartet – wir trafen das erste Mal einen Großteil der europäischen Jugenddelegierten. Das ‚Advocacy Meeting’ des European Youth Forums (Europäisches Jugendforum, YFJ) brachte uns zusammen und diente vor allem der Koordination unserer Aktivitäten.

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2. Reihe v.l.: Falko MOHRS, Christoffer GRONSTAD (YFJ), Tobias NAEF (Schweiz), Helene (Schweiz), Marija DRAGULJIC (Kroatien),Julie LØDRUP (Norwegen), Jens KIHL (Norwegen), Margita HULMANOVA (Slowakei), Stefanie VERAGHTER (Belgien), (Malta), Matti NIEMI (Finnland), Rui DUARTE (Portugal)
1. Reihe v.l.: Emily May BUENING, Jordy SWEEP (Niederlande), Catharina Carvalho CARVALHO (S.V. Portugal), (Bulgarien), Anna Ranki (ehm. JD Finnland), Bernadette FISCHLER (WAGGS)

Zuerst wurden wir vom portugiesischen Jugendring, dem Gastgeber des Treffens in Lissabon begrüßt. Dann ging es zunächst darum, sich kennenzulernen. Wer sind die anderen? Wo kommen Sie her?

Zum Abschluss des ersten Abend schauten wir gemeinsam die Dokumentation des YFJ über Jugendpartizipation in der UN – die Aufnahmen sind während des Vorbereitungstreffens und der UN Generalversammlung 2008 entstanden. Der Film kann unter http://theyoungdocumentary.wordpress.com/ angesehen werden.

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Christoffer Grønstad, Vizepräsident des YFJ erklärte uns die Zusammenhänge und Möglichkeiten der Jugendpartizipation innerhalb der UN und die Aufgabe des YFJ: die Koordination und Begleitung unserer Arbeit als europäische Jugenddelegierten.

Anna Ranki, die finnische Jugenddelegierte des vergangenen Jahres, erzählte uns vieles über das ‚alltägliche Leben’ eines Jugenddelegierten in New York – Abstimmungsrunden mit der eigenen Vertretung, Abstimmungsrunden innerhalb der EU, Verhandlungen, informelle Runden, Absprachen mit den anderen Jugenddelegierten usw. Außerdem wollten wir ja auch noch gemeinsame Aktivitäten wie ein Side-Event oder einen Newsletter machen. Hier wurde spätestens auch allen anderen klar: New York wird anstrengend!

Damit es neben anstrengend auch erfolgreich wird, verständigten wir uns als Gruppe auf mehrere Punkte:

1. Politische Prioritäten
Klimawandel/Klimagerechtigkeit ist ein Prioritätenfeld, dass sich fast alle europäischen Jugenddelegierte auf die Fahnen geschrieben haben. Auch für uns ist und bleibt dieser Punkt mit der höchsten Priorität versehen. Denn hinter der Bedrohung des Klimawandels verbirgt sich eine der größten Gefahren der Geschichte und wir sind überzeugt, dass wenn wir ihr nicht frühzeitig entgegen treten, sie uns später alle Handlungsspielräume nimmt. Gerade 2009, dem Jahr der COP15 Verhandlungen in Koppenhagen im Dezember kommt diesem Thema eine besondere Bedeutung zu. Denn bei der 15. Conference Of the Parties des UNFCCC muss ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll und damit auch verbindliche Maßnahmen vereinbart werden um die Ziele zu erreichen.

Jugendpartizipation auf allen Ebenen, also von der lokalen bis zur internationalen Ebene war und bleibt immer ein Thema aller UNO-Jugenddelegierten. Denn wir als Jugendliche wissen was wir brauchen und was nötig ist, wir müssen an Entscheidungen, die uns betreffen, beteiligt werden. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, nationale Jugendringe bzw. vergleichbare Organisationen zu schaffen, die unabhängig, demokratisch geprägt und transparent sind, damit sie die Belange der Jugend vertreten können. Für eine bessere Jugendpartizipation müssen bessere Rahmenbedingungen geschaffen und weitere Felder zur Partizipation geöffnet werden. So zum Beispiel im Rahmen der Verhandlungen des ‚UN Framework Convention on Climate Change’ (UNFCCC).

Migration und die speziellen Auswirkungen auf Jugendliche gehört sicher zu den international am kontroversesten Themen. Uns ist es wichtig, diesen Punkt im Rahmen des Themas ‚Jugend in bewaffneten Konflikten’, was Thema der Jugendresolution sein wird, auf den Tisch zu bringen. Wir sind überzeugt, dass hier vollständige Integration der Schlüssel für Jugendliche ist.

Jugendpolitik muss nach unserer Auffassung in allen Ländern dieser Welt als Querschnittsaufgabe begriffen werden und sich an den Themenstellungen des Weltaktionsprogramms für die Jugend (World Programm on Action for Youth, WPAY) ausrichten.

Insgesamt war das Feld der uns wichtigen Themen noch weit größer – in obigen Punkten finden sich vor allem auch die Prioritäten von uns zwei wieder. Die weiteren wichtigen Punkte sind in die Themen der Resolution eingearbeitet.

2. Wichtige Punkte für die Resolution
Alle zwei Jahre gibt es eine spezielle Weltjugendresolution, die von der Generalversammlung der UN verabschiedet wird. Wir konnten uns glücklich schätzen, dass die zuständige Person der portugiesischen Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen, Frau Catharina Carvalho, sich zwei Mal mehrere Stunden Zeit nahm um mit uns über die Resolution zu sprechen. Das besondere daran ist, dass Portugal (inzwischen seit 1981) zusammen mit Senegal und Moldawien den Entwurf für die diesjährige Resolution schreiben und einbringen wird. Die Resolution wird das zweite und dritte Cluster des WPAY umfassen und mit 11 Themen besonders umfangreich sein. Die Themen sind: Partizipation, Umwelt, Freizeitaktivitäten, ICT, intergenerationelle Konflikte, Gesundheit, HIV/AIDS, Drogenmissbrauch, Jugendkriminalität, Mädchen & junge Frauen und Jugend in bewaffneten Konflikten. Wir einigten uns zu jedem dieser Themen auf wichtige Punkte und Strategieansätze sowie eine(n) Expertin/Experten, der sich in aller Tiefe in ein Thema einarbeitet.

3. gemeinsame Aktivitäten

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Es wird natürlich während der gesamten Zeit bis und in New York eine intensive Abstimmung über die Inhalte und Aktivitäten geben. Trotzdem haben wir uns bereits auf einige wichtige Eckpunkte geeinigt und jeweils auch (mit) Verantwortung dafür übernommen.
Side Event: Ein Side Event findet i.d.R in der Mittagspause zwischen den Verhandlungen statt und dauert ca. 1,5 Stunden. Ziel eines Side Events ist es, die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden auf ein besonders wichtiges Thema zu lenken und ihnen Informationen bereitzustellen. Dies dient einem erhöhten Hintergrundwissen und soll somit sicherstellen, dass dieser Punkt qualitativ hochwertig berücksichtig wird. Wir Jugenddelegierten wollen ein gemeinsames Side Event zu dem Thema Klimagerechtigkeit veranstalten. Es wird in der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen stattfinden. Wir versprechen uns einen ähnlichen Erfolg wie ihn die Jugenddelegierten in den letzten Jahren hatten.
Newsletter: Wir werden vor, während und nach der Generalversammlung einen gemeinsamen Newsletter YoUNg News herausbringen. Dieser wird zum einen digital verschickt aber auch in Papierform im UN-Gebäude verteilt. Der Newsletter wird vor allem über die aktuellsten Entwicklungen berichten, auf wichtige Ereignisse hinweisen, Hintergrundinformationen über Themen und das Jugenddelegierten-Programm hinweisen so wie die Aufmerksamkeit auf uns erhöhen.
Website: Als generelles Kommunikations- und Informationsmedium soll die internationale Website (www.unyouth.com) weiterlaufen und alle Interessierte auf der ganzen Welt mit aktuellen Informationen versorgen. Angedacht ist es auch, dort die einzelnen ‚twitter-feeds’ der Jugenddelegierten zusammenzuführen.
Koordination: Um gemeinsam erfolgreich arbeiten zu können ist besonders ein koordiniertes und gezieltes auftreten wichtig. Hierfür soll es regelmäßige Treffen aller Jugenddelegierten während der Generalversammlung geben. Hier können wir uns über Meinungen, Ergebnisse und Erfolge austauschen so wie unser weiteres Vorgehen planen.

Für ein Wochenende haben wir also vieles erreichen können und neue Freundschaften geknüpft – bis New York ist vieles zu tun, aber wir haben eine gute, starke und sehr politische Jugenddelegierten-Gruppe, so dass wir optimistisch die nächsten Schritte gemeinsam angehen!