Jun 262009
 

Bonn, 26. Juni 2009

Bei der Podiumsdiskussion am 26. Juni 2009 in Bonn ging es um das Thema Jugend und Bildung. Die Diskussion wurde organisiert von der Friedrich Ebert Stiftung und dem SchülerplanspielUN (SPUN) und fand als Rahmenprogramm der SPUN Model United Nations Conference in den Räumen der Friedrich Ebert Stiftung in Bonn statt.

Im Publikum saßen ca. 200 Schülerinnen und Schüler, die natürlich bei diesem Thema, das sie alle direkt betrifft aufmerksam zuhörten und reichlich mitdiskutierten, außerdem waren noch einige andere interessierte Gäste dazu gestoßen.

Auf dem Podium saßen Herr Niemsch der SPD Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl und Schulleiter der integrierten Gesamtschule Bonn Beul, die im vergangenen Jahr beste Schule Deutschlands war, Herr Boom ein Philosoph und Frau Europaeus, die als Einleitung das Finnische Bildungssystem vorstellte.

Einer der Hauptunterschiede zu Deutschland ist, dass in Finnland bis zur neunten Klasse alle Kinder und Jugendlichen in eine Schule gehen. Der Unterricht findet binnendifferenziert mit einem hohen Betreuungsfaktor statt. Außerdem finden an allen Schulen Evaluationen der Lehrerinnen und Lehrer durch die Schülerinnen und Schüler statt, so dass eine andere staatliche Schulinspektion überflüssig geworden ist.

Auf dem Podium herrschte relativ viel Einigkeit darüber, dass ein Gesamtschulsystem grundsätzlich wünschenswert wäre, wenn die entsprechende Leistungsdifferenzierung in allen Fächern gewährleistet ist, da so die aktuell stattfindende soziale Selektion verringert werden könnte. Aus dem Publikum wurde diesbezüglich jedoch Skepsis geäußert, vor allem mit der Befürchtung, dass das Leistungsniveau insgesamt herabgesenkt werden könnte.
Die Aussage, dass non-formale Bildung viel zu wenig wertgeschätzt wird und freiwilliges Engagement von Jugendlichen von der Schule nicht genug anerkannt wird fand regen Beifall.

Wäre die Zeit nicht begrenzt gewesen hätte die Diskussion bestimmt noch zwei Stunden weiter gehen können, denn mal wieder wurde deutlich, dass Jugendliche sehr wohl eine fundierte Meinung haben und sehr konstruktive Kritik anbringen können. Es ist einfach erforderlich, dass die Bildungspolitiker Jugendlichen endlich richtig in die Diskussionen um die überall stattfinden Reformprozesse in unserem Bildungssystem einbeziehen.

Insgesamt war es eine lebhafte und sehr gute Diskussion.