Okt 032008
 

Jugenddelegierte bei der UNO: Weltpolitik hautnah

Als Jugenddelegierte trifft Astrid Schrader den UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und hält eine Rede vor Diplomaten aus der ganzen Welt. Bei der diesjährigen Generalversammlung der UNO in New York setzt sich die Studentin für Themen wie Bildung und Umweltschutz ein. Ihr habt Lust, selbst aktiv zu werden? Dann bewerbt euch jetzt als Jugenddelegierte! … zum Artikel »

    Jugenddelegierte – was ist das denn?

Diese Frage hat Astrid Schrader schon oft gehört. Die 22-Jährige studiert eigentlich Kulturwirtschaft in Passau. Dieses Jahr hat sie einen spannenden Nebenjob: Sie vertritt als Jugenddelegierte die „Stimme der Jugend“ bei den Vereinten Nationen. Konkret heißt das, dass Astrid vom 1. bis 25. Oktober 2008 an der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York teilnimmt. Sie ist also auch dabei, wenn UN-Resolutionen ausgehandelt werden – und kann Einfluss auf die Entscheidungen nehmen.
„Man kann da einiges bewegen“, erklärt Astrid. Zwar sind die Resolutionen der UNO völkerrechtlich nicht bindend – aber die UNO hat eine enorme moralische Autorität.

    Für welche Themen setzen sich die Jugenddelegierten ein?

Astrid und Nicolas, der zweite deutsche Jugenddelegierte, sind durch ganz Deutschland getourt, um mit Jugendlichen zu diskutieren. „Die wichtigsten Themen waren Klimawandel, Beschäftigung, Bildung Migration und Ehrenamt“, erklärt Astrid.
Zum Thema Bildung wird Astrid eine Rede vor der Generalversammlung halten. „Das ist für Jugendliche wahnsinnig wichtig. Viele haben Zukunftsangst, man spürt den internationalen Wettbewerb.“ Außerdem will sie sich dafür einsetzen, dass ehrenamtliches Engagement, zum Beispiel in einem Verein, in unserem Bildungssystem mehr Anerkennung findet als bisher.

Im Gespräch mit Ban Ki Moon wird Astrid auch die Situation der Jugenddelegierten bei der UNO ansprechen. Leider schicken bisher noch nicht alle Mitgliedsstaaten Jugenddelegierte zur Generalversammlung. Das liegt vor allen Dingen am Geld. „Wir bekommen zwar kein Honorar, aber natürlich verursachen wir Kosten.“ Für Entwicklungsländer ist es deswegen oft schwierig, Jugenddelegierte zu entsenden.

    Und wie wird man Jugenddelegierter?

Astrid hat zufällig von der Ausschreibung erfahren und sich beworben. Sie ist seit ihrem Schulabschluss in England in der internationalen Jugendarbeit tätig und hat viele europäische Jugendprojekte initiiert.
Grundsätzlich haben Leute zwischen 18 und 25 Jahren jedes Jahr die Möglichkeit, sich auf die beiden ehrenamtlichen Positionen als deutsche Jugenddelegierte zu bewerben.
Voraussetzungen dazu sind ein besonderes Interesse an den Vereinten Nationen, jugendrelevanten Themen und Jugendarbeit. Die Bewerber sollten fließend Englisch sprechen.
Die nächste Bewerbungsrunde startet im Oktober. Alle Infos zur Bewerbung findet ihr auf www.jugenddelegierte.de.

Von Julia Müller

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