Mai 222010
 

Kirchheim

Kirchheim ist ein kleiner Ort zwischen Hessen und Thüringen und genau dorthin ging es am 22.05.10 zur Pfingstakademie des Club der Ehemaligen (CdE e.V.), um das Jugenddelegiertenprogramm vorzustellen und eine Diskussion zum Thema Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) zu leiten.

Nach unserer Tourstation bei der Grünen Jugend ging es gleich weiter zum CdE nach Kirchheim. Für mich war dieser Anlass erneut besonders spannend, da Clara in zwei Tagen, somit gleich einen weiteren Teil meines persönlichen Hintergrunds kennenlernen konnte. Dabei stellt sich aber wohl bei vielen zunächst die Frage: Was ist der CdE? Ehemalige Teilnehmer/innen der Deutschen SchülerAkademien, die auch über die Akademiezeit hinaus Interesse an inhaltlichem und persönlichem Austausch mit anderen Ehemaligen verspüren, haben sich seit 1992 im CdE zusammengefunden.

Neben Aktivitäten in regionalen Gruppen veranstaltet das CdE auch Akademien mit Teilnehmer/innen aus ganz Deutschland und an der diesjährigen Pfingstakademie hatten wir die Möglichkeit unser Programm vorzustellen und einen Workshop zum Thema MDGs zu leiten. Wie jedes Jahr fand die Pfingstakademie 2010 im Feriendorf am Eisenberg statt.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und unserer Präsentation des Programmes fing die Diskussion mit den ungefähr 40 Teilnehmer/innen sofort hitzig an. Wie viel Einfluss habt ihr wirklich? Wo macht ihr euren Einfluss geltend? Wie finanziert ihr euch? Wir waren schwer beschäftigt die Fragen zu beantworten und neben der generellen Struktur der Vereinten Nationen auch unser Programm genauer zu präsentieren.

Nach dieser Diskussion haben wir  die MDGs vorgestellt. Für eine angeregte Diskussion mussten wir nicht bis zum Ende warten und so ergaben sich schon während unserer Präsentation immer wieder spannende Diskussionen.

Ergibt sich z.B. aus der Bekämpfung von Armut & Hunger und u.a. der Aids/HIV Prävention, die Erniedrigung der Mutter- und Kindersterblichkeit ein Zielkonflikt? Sind die MDGs aufgrund der Gestaltung der Vereinten Nationen demokratisch legitimiert? Ist die Erreichung überhaupt realistisch, und, wenn ja, was sind die effizientesten Wege?

Auf diese Weise wurde unsere inhaltliche Präsentation  eher ein durch uns geleiteter Diskurs und unser Workshop war von Anfang an großartig interaktiv.

Am Ende unseres zweistündigen Workshops hatten wir dadurch leider kaum Zeit für eine allgemeine Diskussion und, da aber noch allgemeines Interesse bestand, zogen wir mit Teilnehmer/innen weiter in einen anderen Hof, wo dann, in kleinerer Runde, weiter über die konkrete Vorgehensweise bezüglich der MDGs diskutiert wurde. Corporate Social Responsibility (CSR) und die Macht der Verbraucher/innen waren einige der bedeutenden Themen. Die Chance von Mikrofinanzierungen wurde thematisiert. Danach gab es einen längeren Disput darüber, ob es effizienter ist, das eigene Verhalten entsprechend der MDGs umzustellen, oder seine Energie eher darauf zu verwenden, andere Menschen zum Kampf für die Einhaltung der MDGs umzustellen. Diese Frage konnte in dieser Runde nicht im Konsens beantwortet werden und so muss wohl jeder für sich entscheiden, welchen Weg er als den für sich Effizientesten empfindet.

Generell bestand aber wieder Konsens darüber, dass die MDGs nur erreichbar sind, wenn die Entscheidungsträger/innen konsequent bleiben, aber auch jeder Einzelne im Alltag darauf achtet, nicht kontraproduktiv zu handeln und so seiner Verantwortung nachkommt. Dies gilt besonders für die Menschen in Industrienationen.

Desto später der Abend wurde, umso hitziger wurde die Debatte, bevor wir entschlossen, für den heutigen Tag die MDGs nicht weiter zu thematisieren und die späten Abendstunden doch mit etwas anderem ausklingen zu lassen.