Nov 252015
 

Debreifing

Vier Wochen New York schienen wie im Nichts verflogen. Highlight des Aufenthalts war die Rede vor dem dritten Ausschuss der UN-Generalversammlung. Außerdem veranstalteten Carina und Alexander ein erfolgreiches Side Event und verhandelten die Jugendresolution mit. Kurz nach der Rückkehr nach Deutschland stand am 9. November das Debriefing in Berlin an. Vor den Trägern des Jugenddelegierten-Programms fassten Carina und Alexander ihre Reise mit ihren wichtigsten Eindrücken und Erlebnissen zusammen.

Neben den Trägern hatten sich einige andere Interessierte in den Räumlichkeiten der Friedrich Ebert-Stiftung in Berlin eingefunden. Gemeinsam feierten sie anschließend das zehnjährige Bestehen des Jugenddelegierten-Programms.

Zunächst stellten Alexander und Carina ihr Motto „ZukUNftsmusik“ vor. Wichtig ist ihnen damit, „ein positives Gegenbild zu der negativen Medienberichterstattung zu setzen“. Sie resümierten kurz ihre Deutschlandtour und zeigten einige beispielhafte Forderungen, die sie mit auf den Weg bekommen hatten. „Uns war es bei unserem Auftrag immer wichtig, einige dieser konkreten Forderungen genauso auch in New York vorzutragen,“ betonte Carina. „Zumindest in der Jugendresolution ist uns das schon gelungen“, ergänzte sie.

Bei ihrer Rede vor dem dritten Ausschuss haben die beiden es auf jeden Fall geschafft, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. Sie forderten die Delegierten auf, sich an ihrer Stelle virtuell in ein Klassenzimmer zu begeben und gaben einige der Fragen der Schüler so direkt an sie weiter. Nach ihrer Rede applaudierten ihnen die Delegierten, was in den Ausschüssen eher selten vorkommt. „Darüber haben wir uns sehr gefreut. Durch unsere Rede kamen wir mit vielen Menschen ins Gespräch“, sagte Alexander. „Viele Vertreter vor Ort kennen die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen gar nicht mehr, deswegen ist es wichtig, unsere Stimme einzubringen“, fügt er hinzu.

Auch ihr Side Event wurde sehr gut angenommen. Ihr Projekt „Silent Heroes“ stellt Vertreter aus zivilgesellschaftlichen Organisationen vor, die sich gerade im Rahmen der Flüchtlingskrise durch ihre besondere Unterstützung auszeichnen.

Gefreut hat die beiden auch, dass sie in New York mit Jugenddelegierten anderer Länder zusammen kamen und eng zusammen arbeiteten. Dennoch würden immer noch längst nicht alle Länder der Vereinten Nationen Jugenddelegierte entsenden, kritisierten die beiden. In diesem Jahr wurden 28 Jugenddelegierte entsendet. Und unter ihnen seien fast ausschließlich Länder des globalen Nordens, also vor allem wohlhabende Länder aus der westlichen Hemisphäre. „Es kann also keinesfalls von einer weltweiten Repräsentation der Jugend gesprochen werden“, sagte Alexander.

Insgesamt waren Alexander und Carina sehr zufrieden mit ihrem New York-Aufenthalt.

Im Anschluss übernahmen die Träger das Wort. Begrüßt wurden Alexander und Carina von Tobias Köck, Sprecher des Deutschen Nationalkomitees für internationale Jugendarbeit (DNK). Karin Stoll, Referatsleiterin des Auswärtigen Amts, bedankte sich dafür, dass die beiden dazu beigetragen hätten, dass der Tag der Offenen Tür ein voller Erfolg gewesen sei. „Auch die Kollegen vor Ort in New York sind voll des Lobs“, sagte sie. Ihre Sitznachbarin Nicola Sommer, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bestätigte den Jugenddelegierten, dass viele Änderungsanträge, die sie für die Resolution vorgeschlagen haben, gute Aussichten hätten, auch übernommen zu werden. Ministerin Schwesig wolle eine Politik „von, mit und für Jugendliche machen“ sagte sie. Deswegen würden gerade viele bundesweite Gesetze auf die Tauglichkeit für Jugendliche überprüft. Für Flüchtlingskinder, die nach Deutschland kommen und niemanden haben, gäbe es seit wenigen Tagen ein extra Gesetz. „Also ihr seht, eure Forderungen schlagen sich in der Politik nieder“, sagte Sommer. Jürgen Klimke vom Ausschuss der Vereinten Nationen in Deutschland lud die beiden herzlich zu einer Sitzung jenes Ausschusses ein. Elf Mal im Jahr tagt er. Carina und Alexander sind eingeladen, auch dort über ihre Arbeit zu berichten und über gemeinsame Formen der Zusammenarbeit zu sprechen. Klimke berichtete, dass der Ausschuss gerade mit den einzelnen Bundesländern verhandle, um künftig einen bundesweiten Tag der Vereinten Nationen in den Schulen einzuführen.

Hannah Birkenkötter von der Deutschen Gesellschaft der Vereinten Nationen (DGVN) betonte die Wichtigkeit des Jugenddelegiertenprogramms. Schon Konfuzius sei der Ansicht gewesen, nur über aktive Beteiligung könnten Menschen Prozesse wirklich verstehen.

Inga Groth vom DNK fand es gut, dass die beiden mit ihrer „ZukUNftsmusik“ ein Motto gefunden hatten, mit dem sie alle Themen gleichgewichtig ansprechen konnten.

Alle lobten Alexander und Carina für ihre Arbeit, mit der sie sich im Rahmen des Jugenddelegiertenprogramms besonders ausgezeichnet hatten. Die beiden dankten ihren Trägern für die gute Zusammenarbeit.

„Es ist schon seltsam, dass der größte Teil unserer Amtszeit jetzt schon vorbei ist. Jetzt geht es daran, unsere Nachfolger auszusuchen“, sagten sie später im Gespräch. Aber viel Zeit zum Entspannen bleibt den beiden nicht, denn jetzt geht es wieder auf Veranstaltungen und zu Besuchen quer durch’s Land. Im Februar fliegen sie dann noch einmal nach New York, zur Sozial-Entwicklungskommission.

Gina Haubner, Pressereferentin der UN-Jugenddelegierten

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