Dez 232008
 

Altenkirchen, 19. Dezember 2008 (Pressemitteilung BAG ejl): Nach neun Tagen UN-Konferenz sind die neun Jugendvertreter(innen) des Jugendbündnis‘ Zukunftsenergie wieder zurück in Deutschland angekommen – Zeit Bilanz zu ziehen.

Das Jugendbündnis Zukunftsenergie ist ein offenes Netzwerk der fünf Jugendumweltorganisationen BUNDjugend, Naturschutzjugend, Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend im ländlichen Raum, Naturfreundejugend Deutschlands und Katholische Landjugendbewegung Deutschlands sowie von verbandsfreien Aktiven.

Vor der Konferenz hatte sich die Delegation das Motto „100%!“ gegeben und einen mindestens genau so hohen Einsatz der UN-Delegierten für den Klimaschutz gefordert. Die Ergebnisse der COP14 sind leider mehr als ernüchternd und haben den „Train to Copenhagen“ nicht gerade auf eine Hochgeschwindigkeitsstrecke gestellt. Vielmehr wird 2009 über eine ziemlich bucklige Piste führen, deren Ziel noch nicht ganz klar ist. Ergebnisse?! – ein gutes Stichwort, denn die muss man schon mit der Lupe suchen. Was ist also nach zwei Konferenzwochen dabei heraus gekommen:
Die Verhandlungen über die rechtlichen Grundlagen des Anpassungs-Fonds, der Gelder für vom Klimawandel besonders betroffene Staaten und Regionen zur Verfügung stellt, konnten abgeschlossen werden. Damit kann der Fonds endlich seine Arbeit aufnehmen und die Mittel können verteilt werden.

Genau bei diesen Mitteln liegt jedoch das Problem: Eigentlich sollte der Fonds durch die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls gefüllt werden (Clean Development Mechanism, Emissionshandel und Joint Implementation), doch die Industrieländerländer haben diesen Ansatz geblockt, so dass jetzt nur geringe Gelder aus dem Emissionshandel zur Verfügung stehen. Die Folge: Die Mittel im Fonds reichen bei weitem nicht aus, um den am meisten betroffenen Entwicklungsländern wirklich zu helfen.

So mager die Ergebnisse der Weltklimakonferenz auch sein mögen, so war die Teilnahme der ersten deutschen Jugenddelegation an einer UN-Klimakonferenz doch ein Erfolg: Neben vielfältigen Aktionen und der Arbeit mit Jugendlichen aus der ganzen Welt hatten die Delegierten auch die Möglichkeit sich mit der Leiterin der deutschen Delegation und Mitgliedern des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages zu treffen und über die Rolle Deutschlands und die damit verbundenen Herausforderungen auszutauschen. Mit Überraschung stellten die Delegierten fest, dass sich Regierung und Parlament keineswegs immer einig sind.

Erschüttert waren sie darüber, wie leichtsinnig die EU das Energie- und Klimapaket aufs Spiel setzte. Die Jugenddelegierten fuhren eigens nach Warschau, um aus Anlass der deutsch-polnischen Regierungskonsultationen an einer Demonstration teilzunehmen und Frau Merkel wieder auf den rechten Weg zu weisen.

Auch in die Arbeit des International Youth Climate Movements konnten sich die jungen Aktiven einbringen und dabei mithelfen das Prinzip „der Sicherung des Überlebens besonders betroffener Staaten“, das sich u. a. auf die pazifischen Inselstaaten bezieht, im Abschlusstext zu verankern. Am letzten Konferenztag gestaltete das Jugendbündnis mit einem selbstgebauten „Train to Copenhagen“ eine kreative Aktion und rief die Delegierten auf selbst zu entscheiden, ob sie an Bord dieses Zuges steigen wollen. Weit über hundert Teilnehmer entschieden sich dafür, darunter auch die iranische Umweltministerin.

Das Jugendbündnis Zukunftsenergie ruft alle Jugendlichen sowie die Jugend- und Umweltverbände dazu auf, den „Klimazug“ mit nach Kopenhagen zu ziehen. Sie und die Politik können mithelfen die Signale dafür auf grün zu stellen.

Auch für die Ende 2009 in Kopenhagen stattfindende UN-Klimakonferenz wird das Jugendbündnis wieder eine Delegation aufstellen. Interessierte sind zu den Treffen des Jugendbündnis‘ herzlich eingeladen.

Kontakt
Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend im ländlichen Raum (BAG ejl)
Christian Vieth
Telefon: 05542 98160
E-Mail: vieth@bagejl.de
Internet: www.bagejl.de

Quelle: aej