Mai 092010
 

Vom 07. bis zum 08. Mai hatte ich die Gelegenheit beim Landeskongress des Deutschen Jugendrotkreuzes in Bad Münstereifel dabei zu sein. Neben der Bearbeitung vieler spannender inhalticher Themen hatte ich das Vergnüngen viele neue Bekanntschaften mit freundlichen Jugendrotreuzler/innen zu machen.

Ungefähr 30 Jugendrotkreuzler/innen waren zum Landesausschuss nach Bad Münstereifel angereist. Die Agenda war vielseitig und prall gefüllt und so wurde nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der ich die Möglichkeit hatte das Jugenddelegiertenprogramm kurz vorzustellen und entsprechende Fragen zu beantworten, auch gleich mit der inhatlichen Arbeit begonnen.

Eines der Themen behandelte u.a. die Chancen und Risiken von Corporate Social Responsiblity (CSR). Nachdem ich im Rahmen unseres Aufenthaltes beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Gelegenheit dazu hatte im nationalen Forum für Engagement bei der Diskussion zum Thema unternehmerische Verantwotung dabei zu sein, war es spannend, jetzt zu hören, wie dieser Begriff an einem konkreten Beispiel mit Leben gefüllt wird. Generelle Herausforderungen von CSR beweisen sich aber auch hier als gültig.

Ein weiteres Hauptthema war die Herausforderung Ganztagsschule und wie das Jugendrotkreuz auf diese massive Veränderung der Lebensrealität von Jugendlichen aktiv reagiert. Denn nur, wenn Verbände und Schulen in Zukunft kooperieren werden, können auch weiterhin all die positiven Aspekte der Jugendverbandsarbeit, z.B. Förderung von demokratischem Bewusstsein, freiwilliges Engagement, Mündigkeit,
Verantwortungsübernahme und aktiver Partizipation nachhaltig gesichert werden. Das deutsche Jugendrotkreuz ist sich dieser Tatsache bewusst und handelt entsprechend. Auf dem Weg gibt es aber im Bereich Kooperation und konkrete Ausgestaltung des Engagements Herausforderungen.

Im Abendverlauf entstand im informellen Rahmen ein längeres Gespräch über das Jugenddelegiertenprogramm mit einer ausführlichen Diskussion über nationale und internationale Politik. Wie weit ist Partizipation überhaupt möglich? Was sind die persönlichen Erfahrungen mit den Herausforderungen von Jugendlichen in unserer heutigen Zeit? Wo gibt es Chancen und wo Risiken? Die Themen waren vielseitig und komplex und u.a. deswegen war  es schon recht spät, als sich auch die Letzten langsam auf den Weg in ihre Zimmer machten.

JRK Bad Münstereifel

Am nächsten Morgen wurde u.a. über das freiwillige soziale Jahr in Uganda berichtet. Nachdem im letzten Jahr erfolgreich das erste Mal Jugendliche vom Jugendrotkreuz nach Uganda geschickt worden waren, wird das Projekt auch in diesem Jahr fortgesetzt und  erweitert. Der Bericht war beeindruckend und machte deutlich, wie das deutsche Jugendrotkreuz durch u.a. die Etablierung von Vereinsstrukturen, die Information über rudimentäre Hygienemaßnahmen und die Verbreitung von Moskitonetzen, die Lebensrealität vieler Menschen in Uganda nachhaltig verbessert.

Anschließend wurden u.a. die präventiven und ausführlichen Maßnahmen des Jugendkreuzes zur Verhinderung sexueller Gewalt besprochen und die Kampagne Generation Zukunft mit den Themen Jugendarmut, Bildung, Partizipation, Integration/Gender/Inklusion und Kinder- und Jugendkultur vorgestellt.

Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen musste ich mich leider von den superfreundlichen Jugendrotkreulzer/innen verabschieden.

Als ich wieder im Zug saß, war mir auch nach dieser Tourstation eine grundlegende Tatsache wieder mehr als deutlich geworden: Wenn man über uns, die junge Generation, spricht, dann häufig im deutlich negativen Kontext. Diese Generation ist mir auf unserer Deutschlandtour ehrlich gesagt noch nicht begegnet. Bei jeder Tourstation erlebe ich hingegen Jugendliche, denen ihre Umwelt nicht egal ist, die Verantwortung übernehmen wollen, oder es schon längst tun, und die mit klaren Zielen und Wünschen in die Zukunft blicken.

Jungen Menschen dabei unterstützend zur Seite zu stehen und ihnen die Möglichkeiten zur Partizipation zu geben, ist meiner Meinung nach die Verantwortung jener Generation, die sich lieber kritisch mit sich selbst auseinander setzen sollte, bevor sie es sich in einem zu einfachen Weltbild bequem macht und mit Fingern auf andere zeigt.

Auf zur nächsten Tourstation! Denn: It´s up to you! Gestalte diese Welt!

Jens