Okt 122006
 

Ein erfolgreiche Podiumsdiskussion „Jugend und Migration“
„Jugend und Migration“ war das Thema der heutigen, von uns Jugenddelegierten organisierten, Podiumsdiskussion. Migration ist eine der Herausforderungen des 21.Jahrhunderts. Die Vereinten Nationen thematisierten die weltweiten Wanderungsbewegungen auf dem Treffen der Staats- und Regierungschefs Mitte September. Dass Jugendliche weltweit einen Großteil aller Migranten darstellen, wird in der Diskussion zum Thema wenig beachtet.

Jugendliche auf der Suche nach einem besseren Leben in einem fremden Land sind besonders stark gefährdet, Opfer von Ausbeutung oder kriminellen Schleusern zu werden. Während und nach ihrer Auswanderung drohen ihnen sozialer und/oder ökonomischer Ausschluss, mangelnde Bildung, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und auch der psychische Stress die Heimat, die eigene Kultur oder gar die eigene Familie zu verlassen. Junge Migranten können aber auch zur positiven, gesellschaftlichen Entwicklung des Aufnahmelandes beitragen: sie sind ungebundener und flexibler als ältere Menschen und stellen ihre Potentiale zur Verfügung.
An der Organisation des Sideevents haben wir zusammen mit Maja (Schweiz) und Chrissy (Malta) mehrere Tage gearbeitet. Neben unserer inhaltlichen Einarbeitung ins Thema haben wir interessante Redner gesucht, den Ablauf der Diskussion geplant und rein organisatorische Formalien (wie bucht man einen Raum im UNO-Gebäude, wie informiert man über die Veranstaltung) geklärt. Unsere Redner waren der Autor und die Co-Autorin des Jugendzusatzes des Weltbevölkerungsberichtes 2006 des UNO-Bevölkerungsfonds. Dieser Zusatz beschreibt in Form von Interviews sehr anschaulich und bewegend das Leben und die schwierige Reise von zehn jungen Migranten. Er ist absolut lesenswert. Mehr als 40 Besucher, darunter die amerikanische Botschafterin für soziale Fragen, folgten unserer Einladung und sorgten für eine lebhafte Diskussion. Dass wir mit dem Side-Event so viel Aufmerksamkeit erregen konnten, freute uns sehr.

Wiedersehen mit Kofi Annan
Selbstredend haben wir uns letzte Woche auch um einen Termin mit Kofi Annan gekümmert. Im Vorzimmer des Vorzimmer des Generalsekretärs erklärte uns die Sekretärin der Sekretärin wie wir ein Treffen beantragen können. 🙂 Dienstagnachmittag war es so weit: Foto- und Gesprächstermin im 38. Stock des UNO-Gebäudes. Zunächst begrüßt von Security-Mitarbeitern, betraten wir gemeinsam mit allen Jugenddelegierten den langen Flur bis zum Empfangsraum. Wenige Minuten nachdem wir uns gemäß der Anweisungen des Fotografen aufgestellt hatten, öffnete sich die Tür der holzvertäfelten Wand und Annan betrat den Raum. Mit einem freudigen „Ah, the future“ auf den Lippen stellte sich der Generalsekretär zwischen uns zwölf Jugenddelegierte. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto begrüßte er jeden von uns persönlich mit Handschlag. Im Anschluss schilderten wir ihm unsere Enttäuschung, dass dieses Jahr „nur“ 13 Staaten mit Jugenddelegierten vertreten sind, während es letztes Jahr mehr als 30 Staaten waren. Interessiert ließ sich Annan Gründe für diesen Rückgang erklären. Annan ist erstaunlich klein, er spricht mit ruhiger, aber bestimmter Stimme. Seine freundliche Ausstrahlung erleichterte uns den Einstieg in ein Gespräch und ließ die Nervosität wieder etwas sinken. Wir informierten ihn über unsere Arbeit und überreichten den Bericht über Verbesserungsvorschläge zur Einbeziehung von Jugenddelegierten in die Arbeit der UNO und einige unserer Infoblätter der letzten Tage. Zum Ende des Gespräches ermunterte er uns weiterhin aktiv zu arbeiten und erklärte, Jugendliche seien nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart. Deshalb sei er der Meinung, dass wir auch stärker in politische Entscheidungen einbezogen werden müssten.

Zurück auf dem Boden der Tatsachen
Nach diesem spannenden „Ausflug“ wieder auf dem Boden angekommen – es ist ein weiter weg aus dem 38. Stock :)- ging es direkt wieder an unsere alltägliche Arbeit: Sich darum kümmern, dass wir an die Fotos und das Video des Besuchs kommen, Homepage-Text verfassen und Termine für die nächste Woche planen. Den erfolgreichen Tag ließen wir mit einem Abendessen zusammen mit Florian Burkhardt (Auswärtiges Amt) und Frau Dr. Kreibich (Ständige Vertretung) ausklingen.