Feb 132007
 

Resolution oder keine Resolution, das ist hier die Frage.
Heute steht hier in der Sozialentwicklungskommission (SEK) ein spannender Tag an: gerade haben wir erfahren, dass das heutige Informal zur Resolution „Jugend in der globalen Wirtschaft“ gestrichen wurde. Just in diesem Moment findet ein Informal zur Erweiterung des WPAY an. Ein kleiner Überblick zum Geschehen der letzten Tage! 😉

Alles Globalisierung?!?
Im Laufe des Freitags zeigte sich, dass unsere Vorschläge für die Resolution “Jugend in der globalen Wirtschaft“ und die Erweiterung des WPAY positiv aufgenommen wurden! 🙂 Wobei die Vorschläge für die Erweiterung in der EU-Position aufgegangen sind und Montag in einem Informal diskutiert wurden. Informals sind Gesprächsrunden, an denen nur Delegationsmitglieder teilnehmen dürfen und in denen nicht nach einer vorher festgelegten Rednerliste gesprochen wird, sondern ein Text Punkt für Punkt durchgegangen wird und jeder Staat seine Kommentare dazu abgeben kann. Das Informal dauerte ca. zwei Stunden, von den fünf vorgeschlagenen Themen zur Erweiterung wurde dabei jedoch ausschließlich das erste und scheinbar brisanteste Thema diskutiert: Globalisierung.

Positionen zum Thema
Die Auffassung der USA: Die entsprechenden Paragraphen seien zu negativ formuliert. Daher beabsichtigen sie, Textpassagen abzuschwächen und schlagen so zum Beispiel vor die Formulierung „negative soziale and ökonomische Konsequenzen der Globalisierung“ abzumildern durch „MÖGLICHE negative soziale and ökonomische (…)“.
Der Standpunkt der G77, hier durch Pakistan eingebracht: Die Paragraphen zum Thema Globalisierung seien zu positiv formuliert. Ihre Absicht ist es, insbesondere die benachteiligte Position der Entwicklungsländer stärker ins Licht zu rücken.

Da es bis dato noch keinerlei Beschlüsse zum Thema Globalisierung bei der UN gab, entzündet sich hier leider ausgerechnet bei der Erweiterung des WPAYs eine heftige Diskussion, die nicht direkt etwas mit Jugend zu tun hat. Stattdessen findet ein Kampf zwischen Industrie- und Entwicklungsländern statt, der auf dem Nebenschauplatz WPAY ausgetragen wird. Aufgrund des engen Zeitplanes und der langen Diskussion über den Schwerpunkt Globalisierung, das sich nicht nur in der Erweiterung des WPAYs sondern natürlich auch in der Resolution als schwierig erweist, tauchten gestern im Laufe des Nachmittags Gerüchte auf, dass Portugal die Resolution möglicherweise zurückzieht. Das nun heute morgen das Informal zur Resolution gestrichen wurde, sorgt für weitere Zweifel und Unruhe, ob die Resolution verabschiedet werden wird.


Empfang in der deutschen Botschaft

Noch ein kleiner Nachtrag zum Empfang der deutschen Botschaft letzten Donnerstag anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft und des Besuches des parlamentarischen Staatssekretärs des BMFSFJ, Herr Dr. Kues. Im 23.Stock der deutschen Botschaft angekommen (im Restaurant 😉 ) zeigte sich, dass der Empfang in recht beschaulicher Runde stattfand. Dementsprechend nutzen wir unsere Chance für ein ausführliches Gespräch mit Herrn Dr. Kues und auch Herrn Scholvick, dem Leiter der Abteilung für Soziale und Wirtschaftliche Fragen, der auch die Jugendabteilung untergeordnet ist. Es freute uns sehr, dass Herr Dr. Kues sein Interesse für das Jugenddelegierten-Programm deutlich zeigte und sogar Unterstützung für das nächste Jahr zusagte, insbesondere die Einbeziehung der deutschen Jugenddelegierten in die Delegation. Daneben haben wir Frau Bassewitz und Frau Zeitz, beide Vertreterinnen des BMFSFJ für den Bereich Senioren (bei der UNO heißt das „Ageing“) kennengelernt.