Apr 232007
 

Hast du dich schon einmal gefragt, wie man sich als Jugendlicher für die UNO einsetzen kann ohne gleich UN-Jugenddelegierter zu sein? Der eine sieht seine Möglichkeiten im fair gehandelten Kaffee, ein anderer gestaltet eine Gruppenstunde mit Kindern und Jugendlichen zum Thema Wasserknappheit heute und in Zukunft.

Seit Herbst 2005 gibt es ein Netzwerk von Jugendgruppen und Vereinen, die sich mit der UNO und allen UN-Themen beschäftigen: JUNON – Junges UNO-Netzwerk Deutschland. Diese Jugendlichen haben sich zum Ziel gesetzt, die Vision der Vereinten Nationen allen jungen Menschen zu vermitteln und für die Ziele der Vereinten Nationen zu kämpfen.

Auf den Spuren energiesprühender Fußballfans machten wir uns dieses Wochenende mit dem Wochenendticket auf den 8h-langen Weg nach Münster zur 6. JUNON Delegiertenversammlung. Nicht nur Marah und ich, sondern ebenfalls Sylvia, Elias und Sayid vom Jugenddelegierten-Team, sowie der DGVN-Jugendreferent Conrad waren mit dabei. Über 30 junge, engagierte Menschen aus der ganzen Republik von Passau und Freiburg bis Kiel und Frankfurt/Oder kamen für 2 Tage zusammen, um die gemeinsame Vernetzung und gemeinsame Projekte zu diskutieren. Für uns Jugenddelegierte bedeutete es eine weitere tolle Möglichkeit, die Organisatoren kennen zu lernen, denen wir die Vielzahl an Tourstationen verdanken.

Jedoch gab es viele weitere Themen und Projekte der Mitgliedsgruppen, die wir an diesem Wochenende kennen lernen konnten. So organisieren viele Simulationen der Arbeitsausschüsse der Vereinten Nationen für Schüler und Studenten, sogenannte MUNs oder Model United Nations. Es handelt sich um eine tolle, interaktive Bildungsmethode, bei der jeder in die Rolle eines Landes schlüpfen kann und dessen Position verstehen und vertreten muss. Egal ob du Schüler oder Student bist, jeder kann an einem solchen MUN teilnehmen.

Die Aktion Völkerrecht aus Heidelberg, eine von Schülern gestartete Initiative, setzt sich seit dem Irak-Krieg auf kreative Art und Weise für das Gewaltverbot ein, das in der Charta der Vereinten Nationen verankert ist.

Die sehr neue Initiative „Young Approach“ von Potsdamer Studenten hat das Ziel, sich für jugendliche Flüchtlinge einzusetzen, insbesondere in Jordanien. Sie wollen den interkulturellen Austausch und die Solidarität zwischen den Völkern und die Jugendarbeit in palästinensischen Flüchtlingscamps stärken. Du fragst dich, wo der Bezug zu den Vereinten Nationen bleibt? Die Gruppe arbeitet nicht nur mit dem UN Flüchtlingswerk zusammen, sondern erkennt die globale Verantwortung, die wir für Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten tragen. Auch in Deutschland spielt dies eine große Rolle, da viele jugendliche Flüchtlinge aus aller Welt unter einem unsicheren Aufenthaltsstatus und den damit verbundenen Folgen für ihre Bildung etc. leiden. Deutschland hat sich vorenthalten Kinder und Jugendliche entgegen der UN-Kinderrechtskonvention abschieben zu können und hat deshalb, als eines von wenigen Ländern in dieser Welt, diese Konvention nur teilweise umgesetzt.

Das Wochenende bot uns eine gute Möglichkeit spannende Leute und ihre Arbeit kennen zu lernen. JUNON steckt noch in den Kinderschuhen, aber es eine Ehre und Freude mit diesen Leuten auf unseren Tourstationen zu arbeiten, die sich mit derart viel Kreativität, Energie und Motivation für die Vereinten Nationen einsetzen.

Herzlichen Dank für die professionelle Organisation des Treffens und für die herzliche Aufnahme von uns bei JUNON.

Jonathan