Feb 072012
 

Am 01. Februar eröffnete der Vorsitzende Jorge Valero Briceño (Venezuela) die Sitzung der Sozialentwicklungskomission. Die Stellvertretende Generalsekretärin Asha-Rose Migiro warnte im Eröffnungsstatement, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer werde. Sie nannte die drängendsten Themen: Arbeitsplätze zu schaffen, soziale Sicherheit zu gewährleisten und die wirtschaftliche Entwicklung nach der Krise anzukurbeln. Dabei betonte sie: “Wir haben nur noch drei Jahre Zeit, um die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen. Wir müssen alles tun, um schnellere Fortschritte zu machen und unsere Versprechen gegenüber den Ärmsten der Welt zu halten.” Sie hob hervor, Entwicklung könne niemals nachhaltig sein, wenn Millionen von Menschen arbeitslos, arm, hungernd und sozial ausgeschlossen leben müssen oder wenn die Ökosysteme beeinträchtigt werden. Die Stellvertretende UN-Generalsekretärin stellte nochmals heraus, dass die neuesten Statistiken der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zeigen, dass jede/r dritte Arbeitnehmer/in weltweit – d.h. mehr als eine Milliarde Menschen – entweder arbeitslos ist oder in Armut lebt. Jugendliche trifft es besonders hart: Sie sind dreimal häufiger arbeitslos als Erwachsene. Fast 75 Millionen junge Menschen waren im Jahr 2011 arbeitslos. Sie wies auch darauf hin, dass 2012 das Internationale Jahr der Genossenschaften ist. Das sei die ideale Gelegenheit genossenschaftliche Unternehmen als Teil der Antwort auf die globale Wirtschaftskrise zu fördern.
Ähnlich äußerte sich Sha Zukang, der Unter-Generalsekretär für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten und Generalsekretär der bevorstehenden UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung (“Rio +20″). Er ist überzeugt, eine grüne Wirtschaft („green economy“) am besten dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sichern und Armut zu bekämpfen. Er forderte einen stärkeren Fokus auf die sozialen Säule der nachhaltigen Entwicklung zu legen.
Der Präsident des Wirtschafts-und Sozialrates, Miloš Koterec (Slowakei), erinnerte dabei nochmals daran, bereits jetzt vorzudenken, wenn es darum geht, Millenniums-Entwicklungsziele für die Zeit nach dem Jahr 2015 neu zu formulieren. Jorge Valero Briceño (Venezuela), Vorsitzender der Kommission, sagte, dass die globale Wirtschafts- und Finanzkrise neben dem Klimawandel und schwankenden Nahrungsmittel-und Treibstoffpreisen derzeit die größten Herausforderungen darstellen. Anschließend beschloss die Kommission ihre Tagesordnung und die regionalen Gruppen führten jeweils ihre Prioritäten und zentralen Anliegen aus. Karen Haekkerup, dänische Ministerin für soziale Angelegenheiten, sprach im Namen der Europäischen Union und stellte das europäische Entwicklungsprogramm „Europa 2020“ vor. Algerien für die “Gruppe der 77″ (G77 – Entwicklungsländer und China) betonte nochmals die Herausforderung des Klimawandels – und hob die besondere Stellung der Jugend hervor. Der Vertreter erwähnte inbesondere das Hochrangige Treffen zur Jugend (High Level Meeting on Youth) 2011. Jamaika für die Karibische Gemeinschaft (CARICOM) brachte Naturkatastrophen mit in die Diskussion ein. Argentinien für Südamerika (MERCOSUR) stellte die Stärkung der Demokratie und die Achtung der Menschenrechte in den Mittelpunkt seines Statements.