Feb 072012
 

Am Mittwochnachmittag führte die Kommission eine besondere Veranstaltung zum Thema “Finanzierung der sozialen Entwicklung” durch. In diesem Rahmen gaben auch die rumänischen Jugenddelegierten ihr Statement ab. Vier Podiumsteilnehmer führten jeweils mit einem Statement ein und stellten sich der Diskussion: Elliot Harris, Sonderbeauftragter des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Bockstal aus der Abteilung für soziale Sicherheit in der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Elias Eljuri Abraham, Präsident des Nationalen Instituts für Statistik von Venezuela, und Eva-Maria Hanfstaengl, Direktorin der Initiative „Soziale Gerechtigkeit in der Globalen Entwicklung“.
Bockstal stellte dabei das Konzept der „Social Protection Floors“ vor, das von mehreren Organisationen der Vereinten Nationen gemeinsam entwickelt wurde. Eine soziale Grundsicherung sei wirtschaftliche und soziale Notwendigkeit. Ein allgemeiner Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie ein Mindesteinkommen sollen Sicherheit für alle bieten. In Bezug auf Altersrenten, Kindergeld und andere Zuschüsse stellte sie verschiedene Ansätze für die Finanzierung aus bestimmten Beispielländern vor. Schon kleine Investitionen, gemessen am BIP, könnten eine große Verringerung von Armut und Ungleichheit bewirken. Entscheiden sei der politische Wille solche Programme umzusetzen.
Hanfstaengl hob hervor, der internationale Handel könne als Motor für gesellschaftliche Entwicklung dienen. Aber die heutigen exportorientierten, liberalisierten Märkte funktionieren in dieser Hinsicht nicht. Es wären weitere Anstrengungen nötig, den Handel mit Derivaten zu regulieren, Subventionen zu beseitigen und Entwicklungsländern wieder die Kontrolle über ihre eigenen Märkte zu verschaffen.
In diesem Rahmen gaben auch die beiden Jugenddelegierten aus Rumänien, Bogdan Baciu und Alexandra Nastase, eine gemeinsame Erklärung ab. Sie forderten darin die Politiker auf, bei allen Anstrengungen Armut zu bekämpfen, die Chance auf eine bessere Zukunft für junge Menschen auf der ganzen Welt zu bedenken. Aus Sicht der Jugend seien Standards für hochwertige Bildung, der Zugang zu Informationstechnologien und der Freiraum für innovative Ideen und Initiativen besonders wichtig. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei für junge Menschen eine der dramatischsten Folgen der Wirtschafts-und Finanzkrise. Regierungen sollten Initiativen fördern, bei denen junge Menschen selbst unternehmerisch tätig werden können. Sie sagten, Rumänien hatte bisher die Gründung von kleinen und mittleren Unternehmen durch das Programm “Young Entrepreneurs” erleichtert. Am Ende betonten sie, ihre Forderungen seien nicht idealistisch, sondern „das sind dringende reale Probleme, die man nicht mit schlauen Reden und gutgemeinten Absichtserklärungen lösen kann“.