Apr 182013
 

Passantinnen knacken die Schlösser12.04.2013 – Jedes Jahr werden weltweit allein über 10 Millionen Mädchen und junge Frauen unter 18 Jahre Opfer einer Zwangsheirat. Eine Zahl, die erschüttert: Diese jungen Frauen haben nicht die Möglichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen, dürfen nicht eine Person finden, die sie lieben, sondern sind gezwungen den Rest ihres Lebens mit einem fremden Mann zu verbringen. Zwangsverheiratete Frauen sind gefangen in einem Leben, das geprägt ist von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt. Ein Leben in Abhängigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung.

Zwangsheirat – ein Thema, das in Deutschland kaum in der öffentlichen Diskussion Erwähnung findet. Dabei sind Zwangsheiraten nicht nur ein Problem in Männer-dominierten Gesellschaften wie Bangladesh, Marokko oder der Türkei. Auch in Deutschland sind jährlich offiziell 3500 Frauen von einer Zwangsheirat bedroht oder betroffen – die Dunkelziffer ist mit Sicherheit wesentlich höher. Die Mehrheit der betroffenen FrauenAktionslogo FreeTheForced DE Blau sind Migrantinnen.

Um das öffentliche Bewusstsein für diese schreckliche Praktik zu schärfen, hat eine der Mutterorganisationen des Jugenddelegiertenprogramms, die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN), zusammen mit der Frauenrechtsorganisation UNWomen die Initiative ‘Free the Forced!’ ins Leben gerufen.

Den Auftakt der Imitative bildete eine Pressenkonferenz am 12. April in Köln, an der wir Jugenddelegierte nicht fehlen wollten. Zwangsheirat ist letztendlich ein jugendpolitisches Thema – die überwältigende Mehrheit der Opfer ist unter 25 Jahre alt. Ein Drittel der Opfer ist sogar jünger als 17 Jahre – Mädchen, die ihrer Zukunft beraubt werden.

KölnDie Initiative ‘Free the Forced!’ hat dabei einen kreativen, interaktiven Zugang zu diesem schwierigen Thema gefunden: Auf der Hohenzollernbrücke in Köln, an der Pärchen mit Liebesschlössern ihr Heiratsversprechen festmachen, wurden 3500 blaue Schlösser befestigt, die symbolisch für die Zahl der Opfer pro Jahr in Deutschland steht. Die Schlösser können durch eine Spende geöffnet werden, um damit symbolisch die Zwangsehe zu beenden.Brücke

Für uns Jugenddelegierte steht fest: Menschenrechte haben kein Geschlecht. Jede und jeder hat das Recht ein selbstbestimmtes Leben zu führen, frei von seelischer, körperlicher oder sexueller Gewalt. Das Thema ‘Gleichberechtigung von jungen Frauen und Männern’ ist ein Herzensanliegen von uns, zu dem wir uns sehr gern mit euch auf einer Tourstation während unserer Deutschlandtour austauschen. Wir werden dieses Thema auch zur Generalversammlung der Vereinten Nationen tragen – das ist unser Beitrag für ein Leben in Würde für Jeden und Jede.

Mehr Infos zur Initiative ‘Free the Forced‘ und Infos zum Thema Zwangsheirat von Amnesty International.

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