Feb 162007
 

Unser letzter Tag bei der UNO…
…wieder einmal sitzen wir gespannt im Vienna Café inmitten des UN-Hauptquartiers (und inmitten von Rauchschwaden – ist der einzige Ort, wo man im Gebäude rauchen darf) und warten auf Informationen. Offensichtlich sieht es für die Erweiterung des WPAY heute um 13 Uhr nicht mehr so gut aus wie noch gestern Nachmittag. Es stehen noch viele strittige Punkte aus, so vor allem in den Bereichen Globalisierung und Jugend und Bewaffnete Konflikte. Aber auch in den anderen Themen gibt es in vielen Punkten noch keine Einigung. Heute sind wir per MSN mit Adam, dem schwedischen Jugenddelegierten verbunden, er sitzt mit im Informal. Seine Mitteilungen beschränken sich auf ein stetiges „slowly, slowly“…

Der Plan der Jugendabteilung und der Vorsitzenden aus Tanzania war der, zuerst die kleineren Punkte anzusprechen, um so eine gute und kooperative Stimmung aufzubauen, um danach an die harten Brocken herangehen zu können. Aber das scheint bisher nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt zu sein. Die Zeit läuft gnadenlos davon, eigentlich müssten die Informals bis 15 Uhr abgeschlossen sein, da dann die offiziele abschließende Sitzung der Sozialentwicklungskommission beginnt, in der das Supplement verabschiedet werden muss.

Mittlerweile gab es die erste kurze Pause in den Verhandlungen zur Erweiterung. Die Eindrücke, die wir erhalten, sind sehr gemischt. Während Frau Dr. Kreibich von der deutschen Vertretung und der holländische Delegierte davon ausgehen, dass die Erweiterung verabschiedet wird (wenn auch nicht bis 15 Uhr), wohingegen der Schweizer Vertreter das eher skeptisch sieht.

Es bleibt spannend! Mehr in wenigen Stunden…

Resolution
Was die Resolution angeht, so ist uns der Prozess leider immer noch nicht ganz klar. Offenbar gibt es keine Informals dazu, aber dennoch einige Änderungsvorschläge. Wie entschieden wird, welche davon angenommen werden und welche nicht, wissen wir folglich auch nicht. Der erste Paragraph der Resolution wurde übrigens maßgeblich von uns Jugenddelegierten geprägt. Tatsächlich haben wir beide den ersten Teil des Absatzes geschrieben und als Änderungsvorschlag für den ersten Resolutionsentwurf (der ja mittlerweile vom Tisch ist) eingebracht.

Schweden hatte den Vorschlag dann – erweitert um einen Satz zu Jugenddelegierten – in den ursprünglichen Entwurf eingebracht, woraufhin Catarina Carvalho (Portugal), um die Jugenddelegierten zu unterstützen, für den zweiten Resolutionsentwurf den kompletten Satz als „Vorschlag der Jugenddelegierten“ übernommen hatte. Das Problem an dem Satz war nur, dass die schwedische Erweiterung zu den Jugenddelegierten sehr schwach formuliert war und weit hinter bisher„agreed language“ zurückfiel. Zu erklären, dass der Satz eben nicht vollständig ein Jugenddelegiertenvorschlag gewesen war, war nicht ganz einfach… aber nach einigem Hin und Her ist es uns gelungen, eine stärkere Formulierung als Vorschlag einzubringen. Wir sind auch hier sehr gespannt, ob sie durchkommt.

Indikatoren – eine kurze Erläuterung
…wir schulden euch noch eine kurze Erläuterung zu den vor ein paar Tagen angesprochenen Indikatoren! 🙂 Um den Fortschritt im Bereich der Jugendpolitik und der Entwicklung der Lebensumwelt Jugendlicher sowohl weltweit als auch in den einzelnen Staaten zu messen, hat die Generalversammlung in der Jugendresolution von 2005 entschieden, dass das Sekretariat der UN spezielle Jugendentwicklungs- indikatoren erarbeiten soll. Die Jugendabteilung hat daraufhin nach einer Expertenkonferenz im Dezember 2005 ein erstes Paket bereits existierender Indikatoren zusammengestellt und im Weltjugendbericht 2007 vorgeschlagen. Leider wurde dieses aber jetzt in der Kommission als nicht ausreichend mehr oder weniger zurückgewiesen. Einige Mitgliedsstaaten, allen voran die USA, haben verhindert, dass die Indikatoren in der Resolution erwähnt werden, was soviel bedeutet, wie dass sie nicht anerkannt werden. Hintergrund dafür ist die Diskussion, ob man zuerst Indikatoren braucht, um Ziele zu formulieren (Position der Jugendabteilung und Portugals) oder zuerst Ziele formulieren sollte, um dann zu schauen, mit welchen Indikatoren man diese am besten messen könne (Position der USA). Der jetzige Resolutionsentwurf versucht einen Spagat zwischen diesen beiden Positionen, indem er das Sekretariat auffordert, bis zur Generalversammlung auch noch Ziele vorzuschlagen und bis zur nächsten Kommission 2008 die Indikatoren weiter auszuarbeiten.