Jun 102007
 

Köln, 06.-10. Juni 2007: „lebendig und kräftig und schärfer“ – unter diesem Motto stand der Evangelische Kirchentag in Köln, auf dem wir uns natürlich bei 100.000 Dauerbesuchern nicht die Chance entgehen ließen, mit möglichst vielen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Dreimal gaben wir ein Interview auf der Bühne im Zentrum Jugend, um vor jeweils 200-300 Jugendlichen das Jugenddelegierten-Programm und unsere Arbeit vorzustellen.

kirchentag

Damit alle Jugendliche uns auch ansprechen konnten, schlugen wir zusammen mit der Jugendkampagne gegen Diskriminierung „alle anders – alle gleich“ vom Europarat/DNK einen Stand auf im Zentrum Jugend.

Viele eindrucksvolle Begegnungen kann ich hier leider gar nicht aufzählen. Besonders die Begegnung mit Dominik und Kelechi, welche im Südsudan leben und arbeiten, öffnete uns einen neuen Horizont über die Situation von Jugendlichen in diesem schwierigen Konfliktgebiet. Ein Interview mit den beiden kannst du hier lesen.

Am Samstag vermittelte uns ein Organisator des Kirchentages den Kontakt zu dessen Jugendausschuss. Leider konnte nur ich zu einem Treffen mit den Jugendlichen, da Marah schon am Freitag für eine Tourstation in Bamberg sein musste.

Jugendausschuss traf also Jugenddelegierte. Die Frage „warum eigentlich“ war auf jeden Fall schnell geklärt! So unterschiedlich das „Einsatzgebiet“ doch ist, so ähnlich waren unsere Erfahrungen und Wünsche. Jugend soll in dieser Gesellschaft ernst genommen werden. Wir wollen uns beteiligen und für uns relevante Entscheidungen mitentscheiden.

Genau da setzt der Jugendausschuss an. 100 000 Dauerbesucher kommen alle 2 Jahre auf den Evangelischen Kirchentag, sicherlich die Hälfte davon sind Jugendliche. Allein von den etwa 5000 Helfern sind fast 4000 jugendliche Pfadfinder aus ganz Deutschland, ohne welche der Kirchentag nicht statt finden könnte. Inhaltlich jedoch können junge Menschen das Programm kaum beeinflussen. Stimmt dieses Gleichgewicht, wenn wir doch angeblich die „Zukunft der Kirche“ und die „Zukunft dieser Gesellschaft“ sind?
Seit ein paar Jahren gibt es immerhin ein „Zentrum Jugend“, wo viele Jugendorganisationen Aktionen anbieten. Der noch junge Jugendausschuss versucht die Gestaltung des Programms nun mitzubestimmen. Jedoch soll auch in vielen politischen Diskussionsrunden auf dem Kirchentag (gibt es ja bei Besuchern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler genügend) eine Meinung der Jugend gehört werden. Erstaunlicherweise scheinen die Argumente oft die gleichen zu sein, warum Jugend nur geringfügig beteiligt wird. Insofern war es inspirierend, sich so intensiv über „Partizipation/Jugendbeteiligung“ austauschen zu können.

Jonathan