Jul 212008
 

Heidelberg, 18. Juli 2008: Nach dem anstrengenden Pendlerwochenende kurz vor der Tourstation in Heidelberg, fand ich mich auf einmal alleine am Bahnhof in Hannover wieder. Nico lag leider krank im Bett. Zum Schüler-Friedens-Büro ging es also diesmal mit nur einer „Jugenddelegierten“. Thema diesmal: Globalisierung und Millenniumsentwicklungsziele!

Deutschland ist Globalisierungsgewinner. Wir haben alles richtig gemacht, oder? Zur rechten Zeit ins Ausland expandiert, Exportweltmeister, Multi-Kulti, Abbau innereuropäischer Handelsbarrieren, Währungseinheit? Aber was noch? Die 0,37% des Bruttosozialprodukts, die wir jährlich für Entwicklungshilfe ausgeben, sind gerade die Hälfte dessen, wofür sich unsere Staatschefs verpflichtet haben. An der Elfenbeinküste fischen europäische Großfischereien den Kleinfischern die See leer und wir verkaufen europäisches Getreide zu Schleuderpreisen auf dem Weltmarkt. Jährlich gehen Entwicklungsländern 700 Milliarden US$ durch überflüssige Handelsbarrieren seitens der Industrieländer verloren. Entwicklungshilfe weltweit beträgt ca. 100 Milliarden US$.

Wo stehen wir eigentlich? Globalisierungsgegner, –befürworter oder machtloser Zuschauer? Was sind die Gründe für internationale Arbeitsteilung? Was die Millenniumsentwicklungsziele? Solche und ähnliche Fragen wurden den Vormittag von ca. 50 Heidelberger Schülern diskutiert. Eingeladen durch das Schüler-Friedens-Büro stellten sich Frau Dr. Renée Ernst, die UN-Beauftragte für die Millenniumskampagne in Deutschland, und Herr Norbert von Nettelbladt, Springerverlag Heidelberg, dem Pro und Contra der Globalisierung.


Beim Schüler-Friedens-Büro in Heidelberg.

    MDGs- Millennium Development Goals

Thema am Nachmittag vor allem: Die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen. Unter den MDGs (Millennium Development Goals) versteht man weltweite entwicklungspolitische Ziele, die auf der Millenniumserklärung der UNO basieren. Im Jahre 2000 bzw. 2001 nämlich haben sich 189 Staatschefs auf 8 globale Ziele geeinigt, die bis 2015 erreicht werden sollen. Das besondere daran: es gibt spezifische Indikatoren, die messbar machen, ob und inwiefern diese Ziele erreicht wurden. Ziel 1 bis 7 richten sich an Entwicklungsländer. Ziel 8 hingegen ruft zu einer weltweiten entwicklungspolitischen Partnerschaft auf und fordert von Industrieländern eine Mindestgrenze von 0,7% des Bruttosozialproduktes für Entwicklungshilfe. Während es bei Ziel 1 z.T. Fortschritte gibt, hinken viele Länder gerade bei Ziel 2 oder 5 hinterher. Außerdem gibt es regional große Unterschiede, so ist die Herabsenkung absoluter Armut beispielsweise vor allem dem wirtschaftlichen Wachstum der Schwellenländer, wie China, Indien und Brasilien zu zu schreiben, währen sich in Afrika nicht viel geändert hat.

Globale Entwicklung? Eine schwierige und komplexe Materie also. Mehr Infos allerdings findet ihr unter:
www.millenniumkampagne.de
www.stelldichgegenarmut.de

Ein Dank nocheinmal an Katha, dem stressresistenten Kopf des Organisatorenteams, und Elisa, bei der man so leckeren Kuchen probieren konnte.

Grüße, Astrid