Feb 172015
 

Soziale Transformation als Schritt hin zu Nachhaltigkeit – das war der Titel des Side Events der UN Jugenddelegierten Celina Sharon Greppler und Ozan Solmus in Kooperation mit den Jugenddelegierten aus Bulgarien und Georgien im Rahmen der diesjährigen Sozialentwicklungskommission.

YD, Ahmad Alhendawi and Saskia SchellekensVerschiedenste Panelist*innen aus dem Bereich der Psychologie, Kunst und Politik diskutierten mit dem Publikum auf Augenhöhe in einem Stuhlkreis alternative Möglichkeiten zur Akzeptanz- und Empathiebildung als Bedingung für inklusive – und daraus folgend – nachhaltige Gesellschaften. Der Podiumsdiskussion vorausgegangen war ein Gang durch die partizipative Installation „Swap Your Shoe“ im Eingangsbereich des German Houses. Die Ausstellung, ein Projekt der UN-Jugenddelegierten und der Künstlerinitiative TMQL!, lud die Besucher*innen dazu ein ihre eigenen Schuhe gegen rote Hausschuhe, die in einer Holzinstallation präsentiert wurden, zu tauschen. Dies Taten auch nahezu alle der rund 80 Besucher*innen und Panelist*innen, sodass nicht nur durch das Format des Stuhlkreises sondern auch dem gemeinsamen Schuhwerk der Dualismus zwischen Publikum und Panel aufgebrochen wurde.Die Diskutant*innen reflektierten den Wechsel ihrer Wahrnehmung und der Zusammengehörigkeit. Es kam unter anderem die Frage auf, was mit Menschen ohne Schuhe oder gar Füße sei? Wie können wir es schaffen, dass unsere Zusammengehörigkeit nicht zum Ausschluss derer führt, die keine Schuhe oder Füße haben? Wie gehen wir mit Zusammengehörigkeit um? Muss diese zwangsläufig zu Exklusion führen?

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind, Albert Einstein.

Thalia Goldstein, Professorin für Psychologie an der Pace University, betonte die Wichtigkeit von Empathiebildung während des Aufwachsens. Dabei ging sie insbesondere darauf ein, wie bedeutend es ist zu wissen, wie es ist in jemand anderes Schuhe zu treten, seine Perspektive zu wechseln. Sie machte darauf aufmerksam, dass die Gesetze auf allen Ebenen Inklusion bzw. gleiche Rechte garantieren müssen- es ist nicht nur eine Frage von gesellschaftlicher Akzeptanz, sondern auch von Gesetzgebung.

Shahzia Sikander,  Künstlerin, sprach dabei verschiedene Mittel im Rahmen der Kunst an, die sich der Frage der Identität widmen. Welche Rolle dabei „global citizen education“ und die Entwicklung von Fähigkeiten spielen, erklärte Golda El-Khoury von der UNESCO. Es wurde den Diskuntanten schnell klar, dass wir die Sprache der Verhandlungen bei den Vereinten Nationen in ganz viele andere übersetzen, stärker zusammenarbeiten und „künstliche“ Grenzen überwinden müssen, um Dinge zu bewegen und Initiativen wie die Post-2015 Agenda umzusetzen.

Die Teilnehmenden, unter ihnen Ahmad Alhendawi, Gesandter des UN-Generalsekretärs für Jugend, nahmen am Ende des Events die Hausschuhe gefüllt mit Eindrücken und Ideen mit und bedankten sich für eine gelungene und anregende Diskussion.

Der Ehrengast Alhendawi hatte das Event auch im Vorhinein freundlicherweise über seine offizielle Webseite der UN beworben

Im Anschluss an das Side-Event hatten die Jugenddelegierten die Möglichkeit vor der Sozialentwicklungskommission im Namen der Jugendlichen in Deutschland das Wort zu ergreifen.

In der Rede gehen sie vor allem auf die Jugendpartizipation im Post-2015 Prozess und ihre Bestrebungen die Fortsetzung des „Weltaktionsprogramms für Jugend“ in die Nachhaltigkeitsziele künftig mit einzubeziehen. So heisst es dort:

Wir fordern, dass junge Menschen als Partner*innen und Rechtsträger*innen in alle Prozesse der Politikgestaltung auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene, besonders im Post-2015 Prozess, mit einbezogen werden und fordern weiter junge Menschen zu unterstützen ihre Bestrebungen frei und direkt zu entwickeln und zum Ausdruck zu bringen. Generationsübergreifen zu denken kann wirklich einen Unterschied machen und ist ein Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung

Die vollständige Rede können Sie hier nachlesen.

Über die Ausrichtung des Side-Events und der Rede hinaus bemühen sich Greppler und Solmus auch an weiteren Resolutionsverhandlungen aktiv teilzunehmen. Über ihre ersten Erfolge bei Verhandlungen über die Jugendresolution können Sie auf deren Webseite mehr erfahren.

Celina Greppler, Ozan Solmus, Ann-Christine Niepelt

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