Dez 122007
 

Frankfurt/Oder, 11. Dezember 2007: Eine besondere internationale Tourstation wurde mit an die 80 israelischen, palästinensischen, polnischen und deutschen Schülerinnen und Schülern von der Uni-Gruppe ViaMUN in Frankfurt/Oder organisiert. In der fast ganztägigen Veranstaltung konnten wir uns intensiv über unser Engagement und das Thema Migration austauschen. Insbesondere der vielfältige Hintergrund der Gruppe machte dies zu einer unvergesslichen Veranstaltung. Zur Abschlussdiskussion kam die Präsidentin der Viadrina-Universität und Präsidentschaftskandidatin Prof. Dr. Gesine Schwan.

Seit vielen Jahre besteht durch das Projekt „building bridges“
ein intensiver Kontakt zwischen SchülerInnen und LehrerInnen aus Israel, dem Westjordanland, Polen und Deutschland. Während der letzten Begegnung im Dezember 2007 organisierte die Gruppe ViaMUN diese Tourstation. Seit 2005 ist diese Uni-Gruppe der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder sehr aktiv, organisiert Model United Nations, Exkursionen und Tourstationen für die UNO-Jugenddelegierten.

Zudem war die Jugendinitiative „Young Approach“
aus Potsdam mit dabei, die für ein halbes Jahr Jugendarbeit in einem Flüchtlingslager von Palästinensern in Jordanien aufbauen will.

Am Vormittag beschäftigten wir uns vor allem mit der Frage:
Wie und wo leben wir? Wie engagieren wir uns vor Ort, zum Beispiel in einer Jugendgruppe oder in der Schule? Wo liegen die Probleme vor Ort, bzw. was sollte sich für Jugendliche verbessern? Jugendliche aus Slubice (polnische Seite von Frankfurt/Oder) kritisierten, dass sie keine Möglichkeiten zur eigenen Freizeitgestaltung hätten. Die Deutschen kämen noch Polen zum Einkaufen und sie müssten nach Deutschland, um ins Kino oder auf den Fußballplatz zu gehen. Für alle war es aber auch spannend zu sehen, wie sich die meisten irgendwie engagieren und einsetzen.

Am Nachmittag stellte eine Referentin die Situation von MigrantInnen
, sowie einige Jugendinitiativen von oder für MigrantInnen vor. Sichtlich erstaunt waren die meisten, als wir unsere unterschiedliche Wahrnehmung des Themas bemerkten. Wir leben im gleichen Land, aber hat jetzt jeder zwanzigste oder jeder fünfte in Deutschland einen Migrationshintergrund? Wieso haben diese Jugendlichen oft weniger Chancen in unserer Gesellschaft?
Für die Israelis war es schwer entscheidbar. Sind jetzt alle MigrantInnen, weil ihre Großeltern aus der ganzen Welt nach Israel zogen? Wie sieht aber die Chancengerechtigkeit aus, insbesondere für die neueren Migrantengruppen aus Kenia zum Beispiel? Was bedeutet gleichzeitig Mobilität und Migration für Kinder und Jugendliche in den palästinensischen Gebieten? Viele Fragen auf die wir oft keine Antworten finden konnten. Trotz allem war es eine sehr spannende Diskussion, die uns allen unseren Horizont öffnete, insbesondere den Blick für die Herausforderungen und Probleme von anderen jungen Menschen.

Einen ganz besonderen Dank geht an die gesamte Gruppe ViaMUN für die Organisation dieser tollen Veranstaltung.

Jonathan