Jun 012007
 

Bad Orb, 27. Mai 07: Spannende Eindrücke, interessante Diskussionen und starke Forderungen und Wünsche konnte ich vom Jahrestreffen der Muslimischen Jugend mitnehmen, wo ich das Jugenddelegierten-Programm vorstellte und mit vielen, jungen Menschen ins Gespräch kam.

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Das Jahrestreffen brachte 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen 14 und 30 Jahren für 4 Tage in Bad Orb zusammen, welche sich vorwiegend mit religiösen Themen unter dem Motto „Augenblicke für die Ewigkeit“ auseinander setzten. Neben Vorträgen gab es zahlreiche Freizeitangebote und Workshops (Projektmanagement, Gesundheit, HipHop). Da ich leider nur einen Mittag/Nachmittag dort war, konnte ich leider keinen tieferen Eindruck in das Treffen gewinnen.

Die Offenheit der jungen Menschen war auf jeden Fall großartig. Nachdem ich das Jugenddelegierten-Programm kurz auf dem Podium im vollen Vortragszelt vorstellen durfte, kamen viele direkt auf mich zu. Im „Bazar“ hatte ich mich neben den Stand der DNK-Jugendkampagne „alle anders – alle gleich“ platziert, wo zahlreiche Jugendliche ihre Wünsche und Forderungen für „Vielfalt“ hinterließen.

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Besonders junge Frauen, vorwiegend Studentinnen, waren an dem Programm interessiert und nahmen sich viel Zeit, um mit mir zu diskutieren. Diskriminierung auf dem Lehrstellen- und Arbeitsmarkt war genauso Thema, wie die offene Diskriminierung im alltäglichen Leben, z.B. wurde eine junge Frau „als Ausländerin“ aufgefordert ihren Sitzplatz im Bus zu verlassen. Besonders wollen die jungen Frauen nicht immer auf ihr Kopftuch reduziert werden, welches sie als Teil ihrer religiösen Überzeugung bewusst tragen. Sie bemängeln, dass es überhaupt nicht zum Dialog innerhalb der Gesellschaft kommt, da schon im Voraus verurteilt wird und Vorurteile entstehen.

Zwar wirft die Geschlechtertrennung, z.B. im Aufenthaltszelt auch Fragen auf, jedoch wird mir deutlich wie wichtig erst einmal die Begegnung ist, um sich gegenseitig zuzuhören und ins Gespräch zu kommen. Insbesondere als Jugendliche kämpfen wir für viele gemeinsame Interessen, wollen aber auch die Vielfalt in unserer Gesellschaft wahrnehmen und ihr gerecht werden.

Jonathan