Sep 182014
 

01.09.2014 – Auf dem Tisch des Seminarraums liegen Flyer mit der Aufschrift “Wozu sind offene Grenzen eigentlich gut?”. Ozan ist heute bei den Jungen  20140901_201413
Europäern München. Die Flyer  – noch Material aus dem vergangenen Europawahkampf – sind nichtsdestotrotz hochaktuell von ihrer Fragestellung und passend zum Thema der Tourstation: Flucht als eine Form von Migration.

Ozan referiert zunächst über die Arbeit und Bemühungen der Vereinten Nationen in diesem Bereich und kommt dabei unter anderem auf die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 zu sprechen. Die Genfer Konvention, zusammen mit ihrer Erweiterung aus dem Jahr 1967, wurde von 143 Staaten ratifiziert und liefert eine international anerkannte Definition über den Status eines Flüchtlings. So sagt die  Genfer Konvention, dass “die begründetete Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Nationalität, Religion, Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe oder politischen Überzeugung” den Status eines Flüchtlings definiert. Kritsiert wird hierbei, dass geschlechts-/ wirtschafts- und klimaspezifische Fluchtgründe nicht explizit anerkannt werden. Seitens der Vereinten Nationen gibt es als Nachfolgeinsitution des Flüchtlingskommisariats des Völkerbundes, damals gegründet von Fridtjof Nansen, den “United Nations High Commissioner for Refugees” (UNHCR).
UNHCR, eine sogenannte UN Agency, verfolgt als exekutive Kraft der UN im Bereich Flüchtlinge auf Grundlage der Genfer Konvention das Ziel, die Rechte von Flüchtlingen zu wahren und ihnen neben humanitärer Hilfe die Möglichkeit auf Integration im Ankunftsland, Rückkehr ins Herkunftsland oder Umsiedlung in einen Drittstaat zu gewährleisten. Zahlen zur globalen Flüchtlingssituation finden sich im aktuellen Bericht von UNHCR:http://www.unhcr.org/5399a14f9.html. Das Thema ist auch aus jugendpolitischer Sicht bei den Vereinten Nationen von Relevanz: Der aktuelle Weltjugendreport von UNDESA “Migration and Youth: Youth moving development forward” thematisiert die  Bewegründe und Situation junger Menschen mit Migrationserfahrung- und vorhaben. Hier findet ihr den ganzen Bericht als pdf: http://www.unworldyouthreport.org/images/docs/fullreport.pdf

Nachdem alle Workshopteilnehmer*innen zunächst ihre Gedanken zum Wort “Migrant” gebrainstormed haben, wurden aus diesen dann Kategorien und mögliche Themengruppen zusammengestellt auf denen folgende Forderungsagenda bzgl. Migrations- und Flüchtlingspolitikder Jungen Europäer München aufbaut:JEF München

–  mehr Kommunikation zur Förderung des gegenseitiges Verständnises z.B. in Form von lokalen Abendveranstaltungen

Allgemeine Bildungs-/ Informationsarbeit in Ankunftsländern: “Es kommen keine Kriminellen!”
→ keine Spekulation auf baldiges Abschieben, eigene Verantwortung wahrnehmen!
→ Arbeitserlaubnis ausstellen /Sprachkurs anbieten/ Verwaltungsprozesse beschleunigen
Zuwanderung als Chance begreifen!
→ Unterkunft: menschenwürdige Verhältnisse, keine Exklusion
→ sich selbst als multikulturelles Einwanderungsland begreifen lernen

–  Wirtschafts- und Klimaflüchtlinge anerkennen!

–  Thematisierung von Migration und Flucht im Bildungswesen!
Soziale Mobilität und Integration im Bildungssystem erhöhen um früh Zusammenleben mit MigrantInnen und Flüchtlingen zu ermöglichen
und keine Parallelgesellschaften zu schaffen.

–  in Herkunftsländen stärker über Perspektiven und Risiken von Migration aufklären!
(stärkere Vorbereitung und Begleitung durch internationale Organisationen in Herkunftsländern)

– Mediale Präsentation von Migrant*innen → Verantwortung der Medien bekräftigen!

– Prinzip der Mehrstaatlichkeit und damit auch unter anderem die doppelte Staatsbürgerschaft anerkennen.

Nach dem erfolgreichen Workshop ging es dann noch weiter auf ein gemeinsames Bier, wo es neben aller Weltpolitik noch Zeit zum privaten
Austausch gab. Ozan bedankt sich für die Gastfreundschaft insbesondere bei Sophia Schmitt und wird den Jungen Europäern nach Generalversammlung von der
Arbeit der Jugenddelegierten berichten.

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