Apr 272010
 

Podiumsdiskussion12

Am Montag, den 26.04.10 hieß es endlich wieder: „It´s Tourstationstime – Nächster Halt: Bonn „. Die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB) hatte uns zum 2. Zukunftskongress Jugend Global 2020 „Bildung für nachhaltige Entwicklung – Strategien für die Internationale Jugendarbeit“ eingeladen.

Ganz gespannt, was mich erwarten würde, machte ich mich also am Montag sehr früh auf den Weg, um den ersten Vorträgen lauschen zu können.

Nach einer kurzen Einführung von IJAB referierte Herr Stroppe, Abteilungsleiter für den Bereich Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zur momentanen deutschen Jugendpolitik, die stark auf “benachteiligte Jugendliche” fokussiert ist. Zudem erwähnte er, dass er sich eine Chancengesellschaft vorstellt, die auf Jugendliche zugeht und in der Chancengerechtigkeit besteht – von Anfang an und mit sozialem Zusammenhalt aller Generationen. Auch sprach er von einer momentan zu gestaltenden Jugendpolitikstrategie, die das BMFSFJ im Dialog erarbeiten will.

Gefolgt auf Herrn Stroppe sprach Herr de Haan, Vorsitzender des Nationalkommittees der UN Dekade “Bildung für Nachhaltige Entwicklung”. Er stellte drei für ihn wichtige Komponenten für eine globale Bildungsoffensive vor. Eine Bildungsstrategie, die besonders auf die Interessen, Handlungsmotive und  möglichen/ plausiblen Zukünfte von Jugendlichen eingeht und diese berücksichtigt.

Anschließend stellte er einige sehr interessante und beispielhafte Projekte vor, die von der UN Dekade ausgezeichnet wurden. Bei der auf die Impulsreferate folgende Diskussion appellierte ich, dass man Jugendpartizipation nicht nur als geflügelten Begriff in Politik und Jugendarbeit benutzen darf, sondern auch wirklich umsetzen muss. Das heißt, man sollte nicht nur mit uns Jugendlichen in Dialog treten, sondern uns aktiv in den gesamten Entscheidungsfindungsprozess und auch in die Durchführung und Nachbereitung einbeziehen.

ZumImplusreferat

Als Nächstes stand ein “Good-Practice” Beispiel des British Councils, die sogenannten “International Climate Champions”, auf dem Programm. Zusammen mit einem “Climate Champion” aus Indien erklärte Julia Rawlins das Projekt, bei dem junge Menschen aus der ganzen Welt ausgewählt werden, um ihre eigenen Ideen zur Klimaverbesserung umzusetzen, sich mit anderen Climate Champions zu vernetzen und ihre Anliegen, z.B. auf Klimakonferenzen, vorzutragen. Vor allem der Bericht der Projetkteilnehmerin aus Indien über ihre Erfahrungen und Eindrücke war sehr beeindruckend und ihre Begeisterung wurde richtig spürbar.
Nach einer kurzen Stärkung und tollen Zwischengesprächen mit vielen unterschiedlichen Akteur/innen aus der internationalen Jugendarbeit ging es weiter in sogenannten Fachforen zu den Themen:

  1. Neue Medien und Soziale Netzwerke: Internationale digitale Jugendbildung
  2. Bildungsgerechtigkeit und Partizipation
  3. Leben, Lernen und Arbeiten in internationalen wirtschaftlichen Zusammenhängen
  4. Verzahnung von non-formaler und formaler Bildung
  5. Globales Lernen
  6. Gesundes Aufwachsen

In den Fachforen wurden Erfahrungen ausgetauscht, wurde versucht, den sehr weiträumigen Begriff “Bildung für Nachhaltige Entwicklung” und seinen Ist-Zustand zu erfassen und zum jeweiligen Schwerpunkt  Handlungsstrategien für die internationale Jugendarbeit zu entwickeln.
Nach einem langen Tag und einem witzigen Abendprogramm mit rhytmischen Spielchen ging es dann auch schon ins Bett, um am nächsten Tag fit für eine kurze Abschlussrunde in den Fachforen zu sein.

Bei einer anschließenden Vorstellung der Ergebnisse vor den gesamten Teilnehmer/innen wurde sehr deutlich, dass internationale Jugendarbeit schon lange größtenteils das Konzept “Bildung zur Nachhaltigen Entwicklung” lebt und vor allem bei Trägern von non-formaler Bildung (z.B. Jugendverbänden) verortet ist.

Podiumsdiskussion14

Kurz vor Ende der Veranstaltung kam dann der für mich wichtigste Punkt. Ich durfte zusammen mit drei Herren aus den unterschiedlichsten Bereichen der internationalen Jugendarbeit und der Bildung für Nachhaltige Entwicklung bei einer Podiumsdiskussion diskutieren. Es war ein spannendes Gespräch, in dem, ähnlich wie schon bei den Fachforen, deutlich wurde, dass BNE ein gutes Konzept ist, das in der internationalen Jugendarbeit wichtig ist, und zum größtenteil auch schon umgesetzt wird.

Zum Ende der Diskussion wurde ich gefragt, was ich denn mit nach New York nehmen würde. Da eigentlich keine Jugendlichen selbst auf dem Kongress anwesend waren, musste ich antworten:  “Uns Jugenddelegierten ist es wichtig, die Wünsche, Visionen und Forderungen junger Menschen in New York zu vertreten. Diese kann ich von hier leider nicht mitnehmen, dafür aber viele Anregungen und umfassendes Wissen zum Thema der Veranstaltung.”

Vielen Dank an IJAB für die Einladung und die Möglichkeit, die Jugendperspektive mit einzubringen.Es war ein äußerst interessanter Kongress, aus dem wir zwar keine Forderungen, dafür aber viel Input mitnehmen und neue kompetente Ansprechpartner kennenlernen konnten. Ich hoffe, dass den erarbeiteten Handlungsstrategien auch eine Umsetzung folgt und ich erfolgreich auf Jugendpartizipation appelieren konnte.

Bis bald

Eure Clara

Fotos: Henning Rohm