Apr 302008
 

Passau, 29. April: Weltweit sind 40% der arbeitslosen Bevölkerung sind zwischen 15 und 24, während sie von einer Bevölkerung von ca. 6,65 Milliarden „nur“ eine Milliarde darstellen. 80% hiervon leben im Afrika südlich der Sahara. Frauen weltweit laufen 2 bis 3x so hohe Gefahr arbeitslos zu werden wie Männer und eine Zahl von geschätzt 59 Millionen junger Menschen zwischen 15 und 17 Jahren arbeiten unter lebensgefährlichen Bedingungen.

Auch in Europa ist Jugendarbeitslosigkeit ein wichtiges Thema. Mit einem Schnitt von 17,4% liegen wir zwar unter dem weltweiten Durchschnitt, aber regionale Differenzen und geschlechterspezifische Ungerechtigkeiten existieren auch bei uns.

Wieder einmal auf Tourstation diskutierte ich mit Jugendlichen aus 12 verschiedenen Ländern über die Herausforderungen, denen vor allem junge Menschen ausgesetzt sind. Von unfairen Vertragsklauseln in Italien, Diskriminierung von Schwangeren in Polen aber auch der Generation Praktikum in Deutschland: persönliche Beispiele gibt es auch bei uns ohne Ende.

Allgemeines Fazit aber: Jugendarbeitslosigkeit bedeutet Verschwendung von Ressourcen auf vielen Ebenen.

Seien es verlorene Investitionen ins Bildungssystem oder dem Staat entgehende Steuern. Am gravierensten aber wohl: der langfristige Vertrauensverlust in das politische System des eigenen Landes und die Gefahr, dass Jugendliche aus Angst vor der Zukunft, Frust und Enttäuschung zu radikalen Gruppen überlaufen.


Arbeitsgruppe „Wege aus der Ungerechtigkeit: Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen!“

Was also tun?

Jugendorganisationen wurden von den Teilnehmern als Schlüssel zu mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt gesehen. Der Erwerb von sozialen und organisatorischen Kompetenzen, die Befähigung zur Übernahme von Eigenverantwortung und den Rückhalt durch einen engen Freundeskreis, mit dem man sich gemeinsam für eine gute Sache einsetzt; alles quasi ein Nebeneffekt von Verbänden, Vereinen und allen möglichen anderen Gruppen, die auch in Deutschland existieren.
Aber auch ein praxisnaherer Bezug von Bildungssystemen, mehr Ausbildungswege und die Möglichkeit von Schulabbrechern, wieder ins System einzutreten waren zentrale Forderungen, die an diesem Tag in Passau aufgestellt wurden.

Wir danken daher den Organisatoren, den engagierten Teilnehmern und dem Wetter für die angenehmen Sonnenstrahlen.

Bis bald,

Astrid

Mehr Info unter:

YEN – Youth Employment Network
oder der
ILO – International Labour Organization