Jul 302015
 

Brüssel, 17. bis 19. Juli 2015

Jugenddelegierte aus 11 Ländern kommen in Brüssel zusammen, um sich auszutauschen und sich auf die Verhandlungen in New York vorzubereiten. Bei dem Vernetzungstreffen des Europäischen Jugendforums ging es vor allem darum, sich kennenzulernen und über die nationale Umsetzung des Programms zu sprechen. Wir als Deutsche Jugenddelegierte waren dabei.

Besonders schön an dem Treffen war, dass Irland dieses Jahr zum ersten Mal zwei Jugenddelegierte gewählt hat und auch in Russland versucht wird, das Programm zu etablieren. Für diese beiden Länder war es besonders wichtig, sich mit den Ländern auszutauschen, die schon lange dabei sind. In Deutschland feiert das Programm dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum.

11823810_10206963103654018_1087269244_nDoch auch in den etablierten Ländern gibt es manche Differenzen in der Umsetzung. So ist beispielsweise die Abhängigkeit der Delegierten von den Jugendringen unterschiedlich ausgeprägt. Außerdem hat jedes Land verschiedene Rederechte vor den Vereinten Nationen und die Auswahlprozesse der Jugenddelegierten sind in den Ländern verschieden.

Im letzten Punkt können wir  in Deutschland auch noch etwas zu verbessern  und uns andere Länder zum Vorbild nehmen – beispielsweise die Niederlande. Dort kann jede*r Jugendliche bei der Wahl der beiden jungen Botschafter abstimmen. Dementsprechend ist das Amt in diesem Land wesentlich bekannter. Für deutsche Jugenddelegierte ist es oft schwer zu vermitteln, mit welcher Legitimation sie die Interessen ihrer Generation vertreten, da sie doch nicht von ihnen ausgewählt werden.

Deutschland dient im Gegenzug allerdings als Vorbild in Sachen Austausch zwischen den alten und den neuen Amtsträgern – die Übergaben funktionieren immer sehr gut. Vor allem die Hospitationen in den Ministerien und den Trägerorganisationen vermitteln fundiertes Wissen, welches dabei hilft, sich schnell in dieses besondere Amt einzufinden. Dieses Konzept fanden die Vertreter der anderen Länder sehr interessant – weil gerade die hohe Distanz zu den Ministern oft als ein Problem genannt wurde.

11705085_860754017307777_3622450078070433342_nThematisch waren die Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) sehr präsent. Sie werden als Möglichkeit gesehen, auch Jugendthemen voranzubringen und sie unter Jugendpartizipation umzusetzen. Darüber hinaus bildeten die Themen Flucht, Jugendarbeitslosigkeit und Gender Equality Schwerpunkte.

Für uns war es besonders von Vorteil, die anderen Jugenddelegierten kennen zu lernen und ein Netzwerk zu schaffen. So fühlen wir uns gut auf die Verhandlungen in New York vorbereitet. Deswegen wäre es natürlich sinnvoll, diese Möglichkeit auch weniger privilegierten Ländern möglich zu machen. Dafür sind Skypesessions geplant.

Uns ist es insgesamt wichtig, das Jugenddelegiertenprogramm bekannter zu machen. Bis jetzt sind vor allem europäische Länder vertreten. Dabei leben 90 Prozent der Menschen unter 25 Jahren in Entwicklungsländern. Ihnen muss eine Stimme gegeben werden.

Carina und Alex

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