Friedensnobelpreis für Pfadfinder?!?

 

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Schwalmtal, 28. Mai 07: Als Pfadfinder war für mich das große Verbandslager „Exploris“ mit 4923 Kindern und Jugendlichen und über 2500 Besuchern zur 100-Jahrfeier der internationalen Pfadfinderbewegung ein unvergessliches Erlebnis. Im Rahmen der Kinder- und Jugenduni konnte ich eine eintägige Tourstation mit 23 jungen Gruppenleitern aus ganz Deutschland zum Thema „Freizeit“ und „Kinderrechte“ organisieren.

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Die Pfadfinderbewegung wird 100 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern für die weltweit größte Jugendbewegung. Es gehen Gerüchte herum, dass die Pfadfinderbewegung für den Friedensnobelpreis nominiert wurde. Zudem finden zahlreiche Lager und Aktionen in diesem Jahr statt, insbesondere der Ringbünde.

Es war nicht nur toll, einfach mal wieder Gruppenleiter zu sein, sondern auch die gesamte Atmosphäre in der schwarzen Zeltstadt war einzigartig, die selbst das schlechte Wetter nicht verderben konnte. Mit den letzten sauberen, nicht nach Lagerfeuer riechenden Kleidern machte ich mich jedoch am Sonntag auf den Weg zum Jahrestreffen der Muslimischen Jugend in Bad Orb in Hessen.

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Zurück im Schwalmtal ging die Arbeit los: 5000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder wurden mit über 30 Bussen und zu Fuß auf über 160 Workshops der Kinder- und Jugenduni verteilt, sicherlich eine logistische Meisterleistung. Auch ich nützte die Chance und organisierte eine Tourstation mit jungen Gruppenleitern im Alter zwischen 15 und 20 Jahren.

Zum Einstieg setzten wir uns mit den Forderungen der Millenniumsentwicklungszielen auseinander. Zudem erarbeiteten und diskutierten wir unsere „Kinderrechte“. Die UN Kinderrechtskonvention ist das einzige, völkerrechtlich bindende Instrument für Kinder und Jugendliche auf internationaler Ebene, welches auch im „Weltaktionsprogramm für die Jugend“ (unsere Arbeitsgrundlage) eine wichtige Stellung einnimmt, da „Kinder“ auch Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren einschließt. Zwar hat auch Deutschland die Kinderrechtskonvention 1992 unterschrieben, jedoch als eines von wenigen Ländern eingeschränkt! Zwar unterschreibt Deutschland im Artikel 3 der Kinderrechtskonvention, dass die Interessen und Bedürfnisse der Kinder „vorrangig“ beachtet werden sollen, jedoch schränkt es später ein, dass in Deutschland Ausländerrecht die Kinderrechte brechen. Das heißt, dass sich Deutschland herausnimmt Kinder und Jugendliche unabhängig von ihren Eltern abzuschieben, was eindeutig der Kinderrechtskonvention widerspricht.

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Am Nachmittag konzentrierten wir uns auf das Thema Freizeit, ein oft missachtetes Thema. Die Wichtigkeit könnt ihr diesen Forderungen (bald) entnehmen.

Jonathan