Heidelberg: Die Krise ums Wasser

 

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Heidelberg, 19. Juli 07: Fast 50 Jugendliche aus verschiedenen Heidelberger Jugendverbänden und Schulen kamen im Saal der Providenzgemeinde zusammen, um einen Tag lang über die Krise ums Wasser zu. Die Offenheit und die Diskussionsfreude der TeilnehmerInnen versprachen von Anfang an eine spannende Tourstation, welche sehr professionell vom Heidelberger Schüler-Friedens-Büro organisiert wurde.

„Zur Erfüllung der Grundbedürfnisse bedarf es 20 l sauberes Wasser pro Tag und pro Person.“

Während uns der Referent Dieter Düvelmeyer erklärt, dass nur 0,02 % des Wassers auf der Welt auch wirklich Trinkwasser ist und dass 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,6 Millarden Menschen keine grundlegende Sanitärversorgung haben, schauen wir alle etwas überrascht auf die Leinwand. Im rechten, oberen Eck der Präsentation vergrößert sich in regelmäßigen Abständen eine Zahl, um genau zu sein alle 17 Sekunden. Nach fünf Minuten klärt er uns auf: Alle 17 Sekunden stirbt auf der Welt ein Mensch auf Grund von Wassermangel und von wasserübertragenen Krankheiten. Demgegenüber kommt ein Mensch nur alle 7 min in einem bewaffneten Konflikt um.

„Im Gegensatz zu Kriegen macht die weltweite Wasserkrise keine Schlagzeilen. Sie fordert mehr Menschenleben durch Krankheiten, als irgendein Krieg durch Waffen.“

Die Daten entstammen dem „Bericht über die menschliche Entwicklung: Nicht nur eine Frage der Knappheit: Macht, Armut und die globale Wasserkrise“ des UN Umweltprogramms, welchen Dieter Düvelmeyer im Auftrag der DGVN auf einer interaktiven DVD umgesetzt hat. Wie auch nach dem ersten Vortrag von Ulrich Schröder von der Bundesanstalt für Gewässerkunde über die Problemdimensionen von Wasser, entsteht eine lebhafte Diskussion des gesamten Publikums.

„Meine Damen und Herren, es wird Zeit, dass wir uns trauen offen über Scheiße zu reden.“

    (Ad Melkert, Untergeneralsekretär der UNO, bei der Vorstellung des Berichtes über die menschliche Entwicklung über die Thematisierung der Sanitärversorgung)

Wenn die Wasserreserven nach wie vor ausreichen sind, wieso leiden trotzdem derart viele Menschen an Wassermangel? Wieso haben selbst Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, wo es übermäßig viel Wasser gibt? Was bedeuten Privatisierung für den Zugang aller Menschen zu sauberem Wasser? Was können wir selbst vor Ort tun?

„Durch Wasser verleihen wir allen Dingen Leben.“ (Koran)

In drei Arbeitsgruppen ging es weiter. Die erste Gruppe setzt sich mit den Gefahren für Ozeane auseinander. Eine weitere Gruppe diskutierte, ob und warum es ein Menschenrecht auf Wasser geben sollte. Viele praktische Beispiele und die Frage nach dem menschlichen Umgang mit der Krise waren die Grundlage der letzten Gruppe. Die Diskussionen waren unglaublich engagiert und nur selten erreichten bisher derart viele und umfangreiche Forderungen.

Ursachen der Knappheit: Machtverhältnisse, Armut und Ungleichheit.“

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Nach sieben Stunden gemeinsamer Arbeit würde die Einstiegspräsentation die Zahl 1482 anzeigen. 1482 Menschen starben nicht nur, sondern „wurden ermordet“ wie der Chef der UN Umweltbehörde sagte, da wir selbst diese weltweite Katastrophe verhindern könnten.

Millenniumentwicklungsziel 7: „Bis 2015 Halbierung des Anteils der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser.“

Vielen Dank an Derya, Irenah, Katha, Clara und Yannik vom Schüler-Friedens-Büro, sowie an Peter von der DGVN Baden-Württemberg für die Organisation dieser tollen Tourstation.

Jonathan