Freiburg: Hunger und Armut

 

Freiburg, 22. Juni 07: Auf einer beeindruckenden, von der Hochschulgruppe ForUN organisierten Tourstation zum Thema „Hunger und Armut“ gaben uns zahlreiche Jugendliche stichhaltige Forderungen zu diesem Thema mit auf den Weg.

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Dank der schönen Atmosphäre im „Haus der Jugend“ fühlten sich wohl gleich alle Beteiligten wohler, als es in der Schule überhaupt möglich wäre. Kerngruppe der Veranstaltung waren Schüler einer Freiburger Gesamtschule und ich freute mich natürlich ebenfalls sehr über eine kleine Beteiligung junger Freiburger Roma vom Verein Amaro Drom e.V. Gut versorgt mit „Fair Trade“ Bananen und „Fair Trade“ Kaffee, ging es los mit einem Vortrag der Freiburger UNICEF Gruppe.

Hunger und Armut in Afrika. Wo liegen die Probleme? Wie sichtbar sind Hunger und Armut? Wie können wir Europäer unsere Vorurteile abbauen und verantwortlich einen Beitrag im globalen Kontext leisten? „Arm“ sind nach Definition die Menschen, denen weniger als 1$ pro Tag, oder die Hälfte des Durchschnittslohnes im Land zur Verfügung steht. In Deutschland sind das über 10% aller Menschen. Mehr als 238 Millionen junge Menschen leben von weniger als $1 am Tag, mehr als 462 Millionen junge Menschen von weniger als $2 pro Tag. 38 bis 110 Millionen junge Menschen sind schlecht ernährt. Jedes Jahr sterben fast zwei Millionen Kinder, weil sie weder sauberes Wasser noch eine Toilette haben. Mehr als 1 Millarde Menschen weltweit haben keinen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser.

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Wir haben aber auch festgestellt, dass Armut oft nicht sichtbar ist, gerade in Deutschland. Handys, Kleidung etc. verdecken schnell, wie es Jugendlichen wirklich geht. So schnell wie in Freiburg stand wohl noch nie die Frage im Raum: „Was können wir als junge Menschen selbst tun?“

Die Antwort darauf gab ein kleiner Einblick in zahlreiche Organisationen, die sich auf einem Markt der Möglichkeiten vorstellen: UNICEF, amnesty international, Greenpeace (man darf die Verbindung Klimawandel – Armut nicht vergessen), die Freiburger Tafel, Armut im Dialog und KauFRausch (organisiert globalisierungskritische Stadtrundgänge in Freiburg).

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Die dort angestoßenen Gedanken wurden später in Workshops diskutiert: Möglichkeiten und Wege der Armutsbekämpfung, Hunger und Armut global, Hunger und Armut vor Ort, sowie Kinderarmut und Kinderarbeit. Stichhaltige Gedanken und Forderungen kamen zum Abschluss auf das Podium. Es bleibt uns nur darauf hinzuweisen, dass die UN Millenniumentwicklungsziele ebenfalls darauf abzielen: Von 2000 bis 2015 soll die Anzahl der Menschen mit weniger als 1 $ am Tag halbiert werden, ebenso wie die Anzahl der Hunger leidenden Menschen.

Zertifikate und eine kurze Auswertung der Veranstaltung von Seiten der Teilnehmer beendete eine unglaublich tolle Tourstation. Bei einer solchen Atmosphäre waren selbst noch Teilnehmer und Organisatoren für ein gemütliches Kaffee trinken danach zu haben! Herzlichen Dank an alle Beteiligten, insbesondere an die Organisatoren von ForUN. Weiter so!

Jonathan