Berichte von der UN Generalversammlung 2012

 

Nachdem wir kurz vor dem Sturm in New York wieder aus den USA zurückgefloen sind und nun einige Tage Zeit hatten, um uns hier zu aklimatisieren, den Jetlag zu überwinden und einfach ein wenig zu schlafen, haben wir nun endlich Zeit gefunden, um euch von unserer Zeit in der Generalversammlung der Vereinten Nationen ein wenig ausführlicher zu berichten.

Auch wenn es wirklich schwierig ist, diese unglaubliche, ein wenig surreale, wahnsinnig spannende, intensive und erlebnisreiche Zeit in einem Artikel unterzubringen, versuchen wir unser Bestes!

Bereits die Ankunft in New York gestaltete sich ein wenig abenteuerlich, da wir einige Schwierigkeiten hatten, unser Apartment in Harlem zu finden und ein wenig Angst hatten, die nächsten dreieinhalb Wochen in der UN schlafen zu müssen. 😉

Nachdem wir am nächsten Tag aber doch noch unsere Bleibe – ein schönes Apartment in Harlem im Norden Manhattans, ganz in der Nähe des Central Parks und nicht ganz so nah an der UN – bezogen haben, ging es für uns auch schon zum ersten Mal Richtung UN Headquarter und Deutsche Ständige Vertretung in den Vereinten Nationen (~Deutsche Botschaft). In Anzug und Krawatte bzw. Kleid und hohen Schuhen fühlten wir uns in Harlem und der belebten New Yorker U-Bahn zwar ein wenig fehl am Platz, aber umso näher wir der UN kamen, umso mehr passten wir uns damit einfach unserem Umfeld an.

Nun lernten wir zum ersten Mal Susanne Fries-Gaier aus der dt. Botschaft kennen, die  die kommenden drei Wochen unsere Ansprechpartnerin sein würde, bekamen unser Büro (inklusive Wahnsinnsaussicht) gezeigt, und erledigten einige kleinere Formalien.

Am Samstag hatten wir uns schon ein wenig eingelebt, und trafen uns mit (fast) allen anderen internationalen Jugenddelegierten bei uns in Harlem zu einem Kennenlern- und Vorbereitungstreffen.

Es war schön, bekannte Gesichter vom Advocacy Meeting in Berlin und auch ein paar neue Gesichter zu sehen und festzustellen, dass wir doch einige waren (auch wenn wir noch lange nicht alle waren, wie sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen sollte). Das Treffen war das erste von Vielen, die in den nächsten Wochen folgen sollten und unsere Zeit in New York war dadurch, dass wir so vieles gemeinsam mit den internationalen Jugenddelegierten machten, nocheinmal schöner und etwas Besonderes!

Unserem  ersten offiziellen Tag in New York am Montag ging ein Abend  mit intensivem Rede-üben voraus. Mehr über unseren Start in der UN und unsere Rede könnt ihr HIER lesen.

Dieser Tag war der Beginn von unserer Arbeit in der UN und der offizielle Startschuss für die drei Wochen Lobbyarbeit für mehr Partizipation und die Wünsche und Forderungen, die IHR uns mit auf den Weg gegeben habt. Zwischen den Reden im Plenarsaal des dritten Ausschusses und den informellen Treffen, in denen die Resolutionen besprochen wurden, hatten wir alle Hände voll zu tun – mit der Organisation des Side Events, dem Schreiben und Editieren des Newsletters der internationalen Jugenddelegierten, den täglichen Koordinierungstreffen aller Jugenddelegierten, Email-Schreiben, Besprechungen mit Susanne aus der dt. Botschaft bzgl unserer Vorschläge für die Resolutionen und und und.

Nach der ersten Woche waren wir ziemlich geschafft, aber auch begeistert – schließlich blickten wir auf eine Woche zurück, in der wir unsere Rede mit eueren Forderungen vor den 193 Mitgliedstaaten halten durften, in der wir schon einige spannende Side Events besucht haben (beispielsweise das der belgischen Jugenddelegierten zum Thema „Water we want“), uns mit dem UN Generalsekretär Ban Ki-Moon getroffen haben,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und eine wirklich tolle Zusammenarbeit mit den internationalen Jugenddelegierten stattgefunden hat!

Deshalb hatten wir uns den freien Samstag mit Sightseeing zusammen mit den int. Jugenddelegierten auch redlich verdient. Wir fuhren mit der Fähre nach Staten Island, vorbei an der Freiheitsstatue und blickten auf die wunderschöne Skyline von Manhattan, liefen im Anschluss über die Brooklyn Bridge und fühlten uns danach auch ein wenig als Touristen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nächste Woche stand ganz im Zeichen unseres Side Events, das am Freitag stattfinden sollte. Zusammen mit den internationalen Jugenddelegierten hatten wir schon seit längerem eine Mittagsveranstaltung mit Podiumsdiskussion zum Thema „Sexual and Reproductive Health and Rights“ geplant, für die es nun noch letzte Dinge zu organisieren, die Sprecher endgültig zu bestätigen und zu bewerben galt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusätzlich waren wir in vielen informals zu Resolutionen, u.a. der Resolution zu „Violence against women“ (Gewalt gegen Frauen), für die wir zusammen mit den int. Jugenddelegierten auch einige Änderungsvorschläge erarbeiteten, die zum Großteil von unseren Botschaften angenommen wurden.
Wir lernten also den Alltag der Diplomat*innen kennen, das tägliche Verhandeln, kämpfen für jedes Wort, das zunächst etwas frustrierend scheinende aber dennoch strategisch sehr ausgeklügelte Wortgefacht in den informellen Treffen. Das waren sehr spannende Erfahrungen.

Am Donnerstag, dem Tag vor unserem Side Event, hatten wir noch die einmalige Möglichkeit, bei der Wahl der 5 nicht-ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats dabei zu sein. Nach einer spannenden Wahl standen die neu gewählten Staaten fest: Argentinen, Australien, Luxemburg, Australien und Südkorea.

Zwischendurch gaben wir noch Interviews für drei Filme, die dieses Jahr während der Generalversammlung gedreht wurden: Ein Dokumentarfilm über Jugenddelegierte, der von UNPY, dem Jugendprogramm der Vereinten Nationen gedreht wurde, einem zweiten Dokumantarfilm über Jugenddelegierte und Mitbestimmung von Jugendlichen im Allgemeinen von einer amerikanischen Universität und einem kurzen Film, der die Stimmen von Jugendlichen überall auf der Welt zum Thema „pst 2015“, also was geschieht, nachdem die Milleniumsziele 2015 auslaufen, gesammelt hat.

Am Ende dieser zweiten Woche wurde es deutlich ruhiger in der UN (zumindest in unserem Umfeld), da viele der Jugenddelegierten nun abreisten. Wir bleiben aber noch eine Woche, zusammen mit den Jugenddelegierten aus Schweden, Australien, Georgien und Bulgarien, und hatten immer noch genug zu tun! Denn nun kamen endlich die Resolutionen, die wir eigentlich bearbeiten wollten, die sich jedoch verzögert hatten, auf die Tagesordnung – die Resolution zu Kinderrechten und zur Gleichstellung von Mädchen und jungen Frauen.

Wir nutzen die letzten Woche, um noch einmal in möglichst viele informals zu gehen und den UN-Alltag noch so lange wie möglich zu erleben.  Zu den Highlights gehörten diese Woche unsere Treffen mit der Sonderbeauftragten für Kinder in bewaffneten Konflikten Leila Zerrougi, der wir die roten Hände gegen Kindersoldaten übergaben, die wir von Brandenburger Schüler*innen während einer Tourstation mitgenommen haben,

sowie das Treffen mit dem deutschen Botschafter Peter Wittig.

Außerdem wurde der Tag der UN gefeiert, mit einem Konzert von Sting und Stevie Wonder in der Generalversammlung, zu dem wir aber leider nicht gehen durften.

Insgesamt waren die dreieinhalb Wochen in New York eine unglaubliche Erfahrung für uns. Wir haben wirklich versucht, eure Wünsche und Forderungen so gut es ging an den Mann/die Frau zu bringen und haben uns gemeinsam für mehr Mitbestimmung auf Augenhöhe eingesetzt. Es war eine Zeit voller unvergesslicher Begegnungen, und wir wollen uns auch hier nochmal bedanken, bei unseren beiden Trägerorganisationen DNK und DGVN, dafür, dass sie das Jugenddelegiertenprogramm tragen und somit dazu beitragen, dass wir zumindest symbolisch ein Stück weit die Stimme der Jugend in die Politik tragen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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