Jul 022008
 

Freiburg, 26. Juni 2008: 1) Wie hoch ist eigentlich der Prozentsatz an Jugendlichen, die einmal mit der Polizei zu tun haben? 2) Wie vielen davon passiert das nur ein einziges Mal? 3) Und wie hoch ist der Anteil an Straftaten, die von Einmaltätern im Vergleich zu Intensivtätern begangen werden?

    Antworten gefällig?

1) Nicht etwa 20, 15 oder 10%, sondern schlappe 2-3% aller Jugendlichen in Deutschland werden straffällig, sind in Schlägereien, die am Ende von der Polizei getrennt werden, verwickelt, oder werden z.B. beim Ladendiebstahl erwischt. Ganz schön wenig denkt sich die Gruppe.
2) Einmaltäter? Das sind ca. 95%…
3) … und die übrigen 5% sind als Intensivtäter für ca. 60% der gesamten Straftaten, die als „Jugendkriminalität“ bezeichnet werden, verantwortlich.

ForUN, die UN Hochschulgruppe aus Freiburg, hat sich diesmal mit einer Reihe Schülern des Themas „Jugendkriminalität, Drogen und Sucht“ angenommen. Zusammen mit Vertretern der örtlichen Polizei und der Drogenberatungsstelle wurde den gesamten Vormittag in zwei Gruppen diskutiert.

    Jugendkriminalität: hausgemachtes Problem oder einfach
    nicht zu verhindern?

Mit solchen Zahlen, wie sie oben gleich zu Beginn der Diskussion in den Raum gestellt wurden, kam schnell die Frage auf, wieso Jugendkriminalität so viele Diskussionen auslöst? Sündenböcke? Wehrlosigkeit der Gesellschaft? Welchen Einfluss hat die Globalisierung und internationale Arbeitsteilung auf unsere Kriminalitätsrate und wie sehen sich Jugendliche darin? Vor welchen Herausforderungen stehen Kinder aus schwierigen Elternhäusern und kann man Einwandererkinder zu Integration zwingen?
Solche und ähnliche Fragen wurden in der Runde über mehrere Stunden erarbeitet. Infolge der Diskussion, vor allem aber einer weiteren Präsentation zum Thema Bandenkriminalität in Lateinamerika, sprudelten die Forderungen nur so heraus. Fazit: „Lieber früh investieren, als spät reparieren“. Beim Thema Jugendkriminalität geht es nicht darum, Symptome zu bekämpfen und repressiv vorzugehen. Hauptansatz muss es sein, am Umfeld gefährdeter Jugendliche anzusetzen. Kurz: Bildung, Anerkennung, Integration. Zu diesen drei Schlagwörtern entstanden am Nachmittag präzise Vorschläge, wie dies in die Praxis umgesetzt werden könnte.

Ein herzliches Dank daher an die engagierten Schülerinnen und Schüler, unsere Referenten von der örtlichen Polizei und der Drogenberatungsstelle und VOR ALLEM dem konfliktresistentem Team in Freiburg, Jan-Hendrik, Adriana und Amélie, die wirklich ganze Arbeit geleistet haben!

Vielen Dank und hoffentlich bis bald,
Nico und Astrid