Sep 032008
 

Plauen, 3. September 2008: Nach zehnjährigen Verhandlungen haben Staatenvertreter der ganzen Welt die UN Kinderrechtskonvention verabschiedet, die mit ihrer Ratifizierung auf nationaler Ebene rechtskräftig für das jeweilige Land wird. In der UN Kinderrechtskonvention sind die Rechte der Kinder und Jugendlichen bis zu 18 Jahren festgeschrieben:

– Überlebensrechte (Nahrung, Wohnen, medizinische Versorgung…)
– Entwicklungsrechte (Bildung, Freizeit, kindgerechte Entwicklung, Religionsfreiheit…)
– Schutzrechte (gegen Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch, willkürliche Trennung von Eltern…)
– Partizipationsrechte (Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Mitwirkungsrecht…)

Über nationale Berichterstattung werden alle 5 Jahre Fort- und Rückschritte in der Umsetzung der Kinderrechtskonvention erfasst und auf internationaler Ebene, genauer gesagt in der Kinderrechtskommission und dem 3. Ausschuss der UN Generalversammlung diskutiert.

    Kinderrechte in Deutschland

Angesichts von Problemen mit Kinderarmut, Chancengleichheit auf dem Bildungsmarkt, Drogen oder Gewalt in Familien gibt es auch in Deutschland noch viel zu tun. 1992 hat die Regierung der Bundesrepublik Deutschland nämlich zwar die UN Kinderrechtskonvention ratifiziert, sich aber in einigen Bereichen Vorbehalte eingeräumt. Diese richten sich v.a. gegen Flüchtlingskinder, die im Fall der Nichtauffindbarkeit laut Kinderrechtskommission dieselben Rechte, wie andere Kinder erfahren sollen.

Neben der Aufhebung dieses Vorbehalts wird von zahlreichen Jugendinitiativen zudem auch eine stärkere gesetzliche Grundlage für Kinderrechte gefordert. Dies geht soweit, dass sich ca. 100 Organisationen zu dem Aktionsbündnis „Kinderrechte ins Grundgesetz“ zusammengeschlossen haben: http://www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de/

    Jugenddelegierte in Plauen

In Plauen haben wie Zehntklässler der Dr. Chr. Hufelandschule besucht. Diskussionen gab es aber nicht allein um die Situation in Deutschland, sondern vor allem um die mangelhafte Einhaltung der Kinderrechte in anderen Teilen der Welt: von Hunger und Armut in Äquador, Straßenkindern in Brasilien, Kinder von Gefangenen in Burma oder Kinder, die ein menschenunwürdiges auf Müllhalden führen müssen. Die Fülle an furchtbaren Beispielen ist erschreckend. Welche Rolle also können junge Menschen bei der Bekämpfung von „kinderrechtswidrigen“ Lebensumständen spielen?

Ein Beispiel ist sicher der Stand Up Day: Am 17. Oktober stehen Millionen von Menschen gegen Armut auf und machen ihre Unterstützung der Millenniumsentwicklungsziele deutlich! Mach auch DU mit: www.standupagainstpoverty.org

Mehr Infos zum Thema Kinderrechte gibt’s zum Beispiel hier:
Logo Infobroschüre Kinderrechte
Terre des Hommes Kinderrechte

Viel Dank geht an die Schüler der Mittelschule, den beteiligten Lehrern als auch Catharina Hübner und Andreas Lange von der DGVN Sachsen, Sachsen-Anhalt,Thüringen, die uns so tatkräftig bei der Organisation dieser Tourstation unterstützt haben. Bis nächstes Jahr,

Grüße
Nico und Astrid