Jun 232011
 

Richtige Expertinnen und Experten für Jugendpartizipation waren vom 21. bis zum 24. Juni in Tutzing zusammengekommen: Die Teilnehmer(innen) waren Schüler(innen) einer der 50 prämierten Schulen aus einem Wettbewerb. Als Preis durften sie an der 21. Lernstatt Demokratie vom Förderprogramm Demokratisch Handeln in Zusammenarbeit mit der Akademie für Politische Bildung Tutzing teilnehmen. 25 von ihnen bekamen durch einem ganztägigen Workshop am 23. Juni einen Einblick in internationale Jugendpolitik und die Arbeit der Jugenddelegieten. Wie funktionieren die Mechanismen internationaler Politik? Was können die Vereinten Nationen erreichen? Wie werden Resolutionen umgesetzt? Was können wir zur Umsetzung beitragen? Wie funktioniert Partizipation in Deutschland? Diese Fragen gaben die Teilnehmer(innen) bereits am Vortag als Wünsche für den Workshop mit.

Entsprechend gab es zuerst einen Inputteil. Hier erarbeitete sich die Gruppe die Grundlagen, welche Rolle Jugend im UN-System spielt, was im Weltaktionsprogramm für die Jugend steht und wie man Resolutionen liest. Dabei machten die Teilnehmer(innen) einige Entdeckungen, zum Beispiel, wie fortschrittlich bereits 1995 die Maßnahmen im Aktionsfeld Umwelt des Weltaktionsprogrammes für die Jugend waren. Aber auch, dass sie ihre Vorstellungen an die Vereinten Nationen, was sie leisten können, wie sie durchgreifen können und wie schnell sie agieren, runterschrauben mussten.

Im zweiten Teil des Workshops vertieften alle gemeinsam das Thema Jugendpartizipation. Zunächst galt es sich zu vergegenwärtigen, auf welchen Wegen man partizipieren kann und welche Formen von Jugendpartizipation bekannt sind. Daraus leitete die Gruppe bestimmte Stufen von Beteiligung und Mitsprache ab, um schließlich Kriterien aufzustellen, wann man von wirklicher Partizipation sprechen kann. So zielten die Forderungen, die am Ende Andreas mitgegeben wurden, darauf ab, Jugendpartizipation in Deutschland und weltweit zu stärken und auszubauen.

Den Teilnehmer(innen) war wichtig, dass eine wirkliche Meinungs- und Entscheidungsfreiheit garantiert wird – als Basis für jede Partizipation. Sie forderten eine frühere und ausgebaute politische Bildung, mit einer besseren Vorbereitung auf mündliche Meinungsäußerung und der Förderung von Schlüsselqualifikationen, wie Rhetorik. Auch sollte man lernen mit dem Informationsreichtum umzugehen und politische Sprache andererseits weniger „Fach-Chinesisch“ enthalten. Sie forderten eine verständlichere Aufbereitung komplexer Inhalte und eine Öffentlichkeitsarbeit politischer Akteure, unabhängig von Wahlen, um ihre Vorschläge und Maßnahmen zu erklären. Dafür muss auf der anderen Seite auch die Medienkompetenz junger Menschen gefördert werden.

Politische Bildung soll auch rechtliche Möglichkeiten zur Beteiligung vermitteln und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Ein Schritt hierbei sei die Aufwertung des Faches Politik, ein anderer sei es demokratische Prozesse,  schon von frühen Jahren an, auf kleinerer Ebene zu erleben. So komme es bei wirklicher Partizipation darauf an, an welchem Schauplatz sie stattfindet, wie viel Planungssicherheit dahintersteht, was sicherlich auch etwas mit gegenseitigem Vertrauen zu tun hat. Es kommt darauf an, dass die Teilhabe auch transparent und öffentlich gemacht wird, z.B. durch Publikationen. Mit allem verbunden ist letzlich auch die Nachhaltigkeit der erzielten Ergebnisses und die Anerkennung, die aus der gemeinsamen Lösung resultieren sollte.

Vielen Dank für die stichhaltigen Anregungen!