Jun 122010
 

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Rund um die Situation Jugendlicher in Mecklenburg-Vorpommern diskutierten wir am 12.06.2010 mit TeilnehmerInnen des Landesjugendcamps „Liebes Leben 2010“ der Evangelischen Jugend in Kirch Kogel.

Früh morgens und noch etwas müde machten wir uns von Rostock aus auf in das ländliche Mecklenburg Vorpommern, um gemeinsam mit dem Staatssekretär des Landes für Soziales und Gesundheit und vielen Jugendlichen zur Lage der Jugend im Bundesland, auch liebevoll MV genannt, zu diskutieren.

Im Camp angekommen, trafen wir, mittlerweile wieder fit, auf viele, noch etwas verschlafene, engagierte Jugendliche aus ganz MV, die ein Wochenende lang zusammen gekommen waren, um sich dem Thema „Liebes Leben 2010“ von unterschiedlichen Sichtweisen zu nähern.

Im Workshop sprachen wir unter anderem über die demografische Entwicklung, die ein großes Problem in MV darstellt. Gerne wird das Bundesland schon als Seniorenparadies bezeichnet, denn immer weniger Jugendliche werden dort geboren bzw. bleiben in Mecklenburg, während immer mehr RenterInnen dorthin ziehen. Obgleich einige der anwesenden TeilnehmerInnen gerne nach dem Studium etc. zurückkommen würden, fehlen ihnen doch die Möglichkeiten sich dort weiter zu verwirklichen. Mehr Anreize zu schaffen, z.B. Vergüngstigungen für junge MedizinerInnen, und auch bessere Anbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln im ländlichen Raum forderten sie von Staatssekretär Voss. Denn auf dem Land sind die Anbindungen zu größeren Städten und Freizeitmöglichkeiten stark begrenzt. So fährt in manchen Dörfern zwei mal am Tag ein Bus – sonst nichts. Den Jugendlichen war es aber auch wichtig eine praktikable Lösung zu finden. So sollten z.B. lieber Sammeltaxis oder Kleinbusse organisiert werden, anstatt große Reisebusse, in denen dann nur drei Personen mitfahren.

Nach Mobilität und demografischer Entwicklung war unser nächstes Hauptthema das Engagement von Jugendlichen. Zuerst diskutierten wir, wie man sich lokal engagieren kann. Fast alle der TeilnehmerInnen sind stark in ihre Gemeinde involviert, bringen sich aber auch darüber hinaus in Schule, Parteien etc. ein. In der Runde tauschten wir uns über unsere Erfahrungen und die vielfältigen Möglichkeiten mit ihren Herausforderungen und Hindernissen aus, bevor wir dann über globales Engagement diskutierten. Zunächst stellten wir uns erstmal die Frage: Ist es überhaupt nötig sich global zu engagieren, wenn man sich doch schon lokal einbringt? Wir kamen zu dem Entschluss: Ja, auf jeden Fall! Denn wir leben in einer globalisierenden Welt und alles steht im Kontext. So können wir z.B. schon durch unser Konsumverhalten im globalen Markt mitbestimmen und stehen dabei auch in der Verantwortung bewusst zu handeln. Abschließend spornten wir die jungen Männer und Frauen noch einmal an sich für Themen, die ihnen wichtig sind einzusetzen und nicht zu vergessen, wie viel Macht ihre Stimme hat.

Nach einem Rundgang übers Gelände, bei dem wir unter anderem auch eine „Fünf-Personen-Disko“ entdecken durften, schauten wir noch beim Workshop Nachhaltiger Konsum vorbei, bevor es für uns schon wieder weiter ging. Vielen Dank der Evangelischen Jugend für die interessanten Eindrücke aus Mecklenburg und die spannende Diskussionsrunde.