Jun 042010
 

wann_kalender_megafron

Ganz gespannt machte ich mich am 04.06.2010 auf zur Burg Feuerstein, zur KjG (Katholische Junge Gemeinde),  meiner Nachbardiozese Bamberg und vielen KjGlerInnen, um ihnen bei ihrer großen Wochenendaktion Megaf(r)on meine Arbeit als UN-Jugenddelegierte vorzustellen und mit ihnen gemeinsam einen Workshop zum Thema Partizipation und den Milleniumsentwicklungszielen durchzuführen.

Auf der Burg angekommen wurde ich gleich herzlich begrüßt, bevor es dann erstmal hoch in den fünften Stock zu unserem Seminarraum und zum Technik aufbauen ging. Nach kurzer Steckersuche und einem kleinen Konflikt mit dem Beamer konnte es dann richtig mit dem Workshop losgehen. In einer ersten Runde schauten wir gemeinsam, wo jeder/jede von uns schon aktiv ist und somit schon Jugendpartizipation lebt. Danach stellte ich ihnen als Beispiel für Partizipation das Jugenddelegiertenprogramm vor und beantwortete interessierte Fragen, vor allem zum Auswahlverfahren. Anschließend ging es dann raus in die Sonne zum Sammeln von Wünschen und Forderungen. Bei der Diskussionsrunde zeigte sich, dass den Bamberger KjglerInnen vor allem G8 ein Dorn im Auge ist und sie zu wenig Zeit haben sich Freizeitangeboten zu widmen und sich in vielen Feldern auszuprobieren.

Forderungen:
– Wahlrecht ab 0 Jahren → mindestens ab 16 Jahren
– gerechte Ressourcenverteilung
– bessere politische Bildung
– PolitikerInnen sollen die Interessen der BürgerInnen vertreten
– anderes Schulsystem
– Aufteilung ins dreigliedrige Schulsystem nicht schon zur 5. Klasse
– bessere pädagogische Ausbildung für LehrerInnen
– gerechte Bezahlung
– mehr erneuerbare Energie

09-Die grosse KjG Familie traf sich,...

Nach einer entspannenden Mittagspause und einem spannenden Geländespiel war es dann Zeit für Teil II des Workshops und die Millenniumentwicklungsziele (MDGs).

Zuerst versetzten wir uns in die Situation eines Jugendlichen aus einem anderen Land, um auch aus dieser Rolle heraus die Millenniumentwicklungsziele zu betrachten. Nachdem ich einen kurzen Überblick über die MDGs und die Ausgangslage im Jahr 2000 gegeben hatte, sponnen die interessierten KjGlerInnen Ideen, wie:

Wir selbst!
– beim eigenen (Konsum-)Verhalten anfangen
– Aufklärungsarbeit leisten und Organisationen dabei unterstützen
– Kontakte zu Jugendlichen aus anderen Ländern knüpfen
– Hilfe zur Selbsthilfe geben → den Ball ins Rollen bringen!
-Zeigen, dass die Kirchenmeinung, z.B. bei Kondomen, nicht die Meinung aller Katholiken ist
– Fair gehandelte Ware kaufen
– Schulpatenschaften
– Spenden sammeln
– Druck auf Staat und Firmen ausüben, die MDGs viel stärker zu unterstützen

Als Jugendliche in Entwicklungländern
– Kondome benutzen und sich regelmäßig testen lassen
– Sich gegen Unterdrückung, z.B. Zwangsehen, wehren
– Angebot von Ärzten wahrnehmen und nicht zu Medizinmännern gehen → da mangelnde Hygiene
– Vorsorgeuntersuchungen ernst nehmen

Als Deutschland Entwicklungsländer unterstützen durch:
– Hilfe beim Entwickeln von Schul- und Ausbildungssystemen
– Medikamente schicken
– Partnerländer
– Zertifikatsvergabe für Firmen, die sich besonders für Entwicklungshilfe einsetzen, z.B. selbst 0,7 % ihres Gewinns für Entwicklungshilfe ausgeben

Als Entwicklungsland:
– Korruption abbauen
– Schulen bauen, LehrerInnen ausbilden, Schulpflicht einführen
– Zwangsehen verbieten
– Aufklärungsarbeit leisten
– Patente umgehen und Medikamente selbst produzieren
– größere Impfprogramme durchführen
– Hebammenausbildung fördern

Zum Ende des Workshops gab es dann noch einen kurzen Input zum bisherigen Stand downloads_sb_schraegder Zielerreichungen und eine Abschlussrunde.

Mit vielen Forderungen und Ideen im Gepäck ging es für mich dann leider schon wieder, für einen kurzen Zwischenstopp, nach Hause. Danke für die liebe Einladung und den schönen Tag mit vielen KjGlerInnen. Bis bald bei Rabatz!

Eure Clara