Jul 012008
 

25. Juni, irgendwo zwischen Bonn und Freiburg: 14:00 Oh oh, ich (=Astrid) hab mein Aufladegerät in Bonn liegen gelassen und nun hat sich mein Handy verabschiedet. Ich komm ne Stunde zu früh in Freiburg an. Naja, dann wart ich halt am Bahnhof auf die Leute von ForUN, die morgen die Tourstation organisieren.

20:00 angekommen, Treffen soll in einer Stunde stattfinden. Deutschland spielt heute gegen die Türkei! Hoffentlich verpass ich nicht allzu viel. Nico hat sich seinen Platz vorm Fernseher zu Hause gesichert und setzt sich morgen früh um 05:00 in Göttingen in den Zug nach Freiburg. Ich hingegen musste heute aus Bonn weg und will in einer von ForUN organisierten Jugendherberge übernachten.

21:00 Die Organisatoren… wo sind sie?

21:20 Immer noch keiner da? Ich werd langsam nervös und versuche an der Telefonzelle meiner Mutter zu erklären, wie man sich in unseren Google-Kalender einloggt. Sie soll die Telefonnummer des Hauptorganisatoren in Freiburg raus finden.

21:25 Nach 4€ weniger an der Telefonzelle, hab ich die Nummer. Besetzt! Scheibenkleister! Ich versuche, übers Telefonbuch die Nummer der Jugendherberge rauszufinden, aber das klappt nicht. Da steht keine drin.

21:30 Zweiter Versuch, bei den Freiburgern anzurufen: mit Erfolg! Ahhhh, das Abholkomitee ist noch am Bahnhof. Ein Glück! Die Armen! Sind grade eine halbe Stunde wiederholt aneinander vorbei gelaufen. Schnell rein in die Straßenbahn zur Jugendherberge.

21:45 Jugendherberge? Beinahe dran vorbeigelaufen. Schwarzwaldhostel? Heißer Name, aber auf ForUN oder Jugenddelegierte ist kein Zimmer reserviert. „Oh oh“ warnt uns der Herbergszivi am Empfang: da müsst ihr wohl zu der anderen Jugendherberge hier. Die ist 3km die Straße hinunter und in den Wald hinein. Aber um 22:00 machen die zu.

22:00 Oh Gott, wie weit ist das denn noch, stöhnen Amélie und ich unter meinem Gepäck. Amélie hat als Abholverantwortliche diesen Abend den schwarzen Peter gezogen und stiefelt gerade mit mir durch den Wald auf der Suche nach einer mysteriösen Jugendherberge, deren einzige Ortsangabe „weit weg“ lautet.

23:30 Wir sind da. Haben einen kleinen Zwischenstopp im Biergarten gemacht, um die letzten 10min des Fußballspiels Deutschland-Türkei zu sehen. Ham’s gerade richtig gemacht, schließlich ist davor nicht viel passiert. Vor allem die Tatsache, dass das Bild ausgefallen ist, hat uns, die wir zur selben Zeit im Wald herum wanderten nicht berührt. Beschwingt durch den Sieg unserer Mannschaft watscheln wir weiter gen „Einsame Landschaft“.

23:45 Eine riesige Schülerherde taucht mitten im Wald auf: Ahhh, da kann die Jugendherberge nicht weit sein. Sogar der Zivi ist noch wach. Hundemüde falle ich ins Bett und hoffe, dass Nico am nächsten Tag pünktlich auf der Matte steht.

NÄCHSTER TAG:

10:00 Die Tourstation hat bereits begonnen: Mit einer Reihe Schüler geht es um Jugendkriminalität und Drogen/ Sucht. Ich hibbel ein bisschen mit den Füßen: Wo ist Nico? Der hätte um 08:55 da sein sollen?

11:00 Nico hat seinen Zug verpasst. Auch nicht besser, als das, was mir gestern passiert ist. Um 05:00 am Bahnhof in Göttingen gewesen, um dann in Mannheim 1 Stunde warten zu müssen.

Ach ja! So ist das manchmal :-S
Heute gelernt: Egal, was passiert – The show must go on!
Zum Glück hatten die Freiburger eine gehörige Portion an Geduld und Lächelkapazitäten mitgebracht! Das hilft, die Frustrationsgrenze ein bisschen nach außen zu schieben.

Astrid