Apr 042008
 

Frankfurt, 4. April 2008: Was für mich unbekanntes Terrain, war für Nico geradewegs ein Heimspiel: AFS interkulturelle Begegnungen e.V. ist die weltweit größte und älteste Jugendaustauschorganisation und der Verein, in dem auch Nico den Großteil seines ehrenamtlichen Engagements gewidmet hat. AFS Deutschland bietet Schüleraustausch, Gastfamilienprogramme und Freiwilligendienste mit über 40 Ländern an. So will AFS Toleranz und Völkerverständigung fördern.

Gegründet wurde AFS, American Field Service, im ersten Weltkrieg, als amerikanische Freiwillige den Transport von Verwundeten vom Schlachtfeld weg organisierten. Durch die schrecklichen Kriegserfahrungen entstand die Vision, durch Schüleraustausche weltweit grenzüberschreitende Freundschaften zu begründen und so zur Sicherung des Friedens beizutragen, ein Einsatz, für den AFS 1989 selbst von der UNO für Völkerverständigung und Kulturaustausch ausgezeichnet wurde.

Am 4. April, einen Tag vor der AFS Delegiertenversammlung fanden wir Jugenddelegierten uns bei der AFS Partizipationswerkstatt mitten unter der Stiftung polytechnische Gesellschaft, „SHL – Schüler helfen Leben“ , den Jungen Liberalen , der Start Stiftung und einer Reihe anderer Projekte wieder. Allesamt hatten sich nun ein Thema auf ihre Fahnen geschrieben: Partizipation.
Aber was soll das bitteschön bedeuten? Mitbestimmung, Teilhabe, Informationsrechte oder ist die Einbeziehung gesellschaftlicher Gruppen bei uns in Deutschland gar nur Dekoration?

Bereits der Eröffnungsvortrag durch Dr. F. Klaus Koopmann, ehem. Uni Bremen, nahm auf die Problematik der Partikularisierung der Fürsprecher von Jugendpartizipation auf. Soll heißen: Ja, viele setzen sich dafür ein, dass Jugendliche in politischen Entscheidungsprozessen mehr Gehör oder Mitbestimmungsrechte erhalten, allerdings ohne wirklich voneinander zu wissen. Dabei hat die rheinland-pfälzische Landesschülervertretung, unter Umständen dieselben Probleme, wie das Kinder- und Jugendparlament in Offenbach oder die Studentenorganisation AIESEC in Mainz.

Was also, wenn wir es schaffen könnten, unsere Anliegen zu bündeln und gemeinsam vorzutragen? Ist es nicht so, dass man gerade in Jugendorganisationen Schlüsselkompetenzen, wie das Ergreifen von Initiative, Teamwork und soziale Verantwortung erlernt? Und ist es nicht auch so, dass wir uns alle für unser Land verantwortlicher fühlen würden, wenn man uns stärker bei der Entscheidungsfindung fragen würde? Was müsste man eigentlich tun, um der Politik deutlich zu machen, dass wir Jugendlichen nicht primär Störfaktor sondern Partner in der Zukunftsplanung sein wollen?

All diese Fragen wurden auf der Partizipationswerkstatt von den eingeladenen Projektteams und den Teilnehmenden debattiert. Im Anschluss verschiedene Diskussionsrunden zu Fragestellungen nach den Mitbestimmungsmöglichkeiten von Jugendlichen in gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen, nach der Integrationsleistungen von Jugendorganisationen und nach den Kompetenzen, die gesellschaftliches Engagement mit sich bringt. Wir bedanken uns für die große Menge an Forderungen, die wir nun dank des AFS Teams und den engagierten Teilnehmern im Gepäck haben.

Und ganz zum Schluss nocheinmal ein herzlicher Gruß (zumindest von mir) an die AFS Helfer: Euer Enthusiasmus wird mir noch lange in Erinnerung bleiben und hat Nico und mich aufs Neue motiviert. Leider hat die Zeit nicht ganz gereicht, um noch ein bisschen länger mit euch zu unterhalten. Nächstes Mal also gilt: bitte NOCH schneller reden, als wir es ohnehin schon getan haben! 😉

Astrid

P.S. Wen’s interessiert: hier die Dokumentation und die Reaktionen der Presse

TS AFS Frankfurt. Dokumentation und Forderungen

TS AFS Frankfurt Pressespiegel