Okt 082007
 

New York, 08.10.07 um 20h: Bevor uns der letzte Security Guard des UNO Hauptgebäudes rausschmeißt (Er wollte wissen, ob Marah beim „Redeüben“ eine unangemeldete, politische Demonstration in den Gängen des UN-Gebäudes durchführt! 🙂 Zum Glück sind die UNO Angestellten die wohl freundlichsten der ganzen Welt!), will ich ein paar Zeilen hier hinterlassen. Viel aufregender hätte der Tag gar nicht sein können: Begrüßungsfrühstück beim UN Jugendprogramm, Eröffnung des Dritten Ausschuss der Generalversammlung, unerwartete Debatten und Abstimmungen und im großen und ganzen ein tolles Side Event der Jugenddelegierten im Deutschen Haus.

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Die „Youth Unit“ (Jugendabteilung, Jugendprogramm) ist ein Teil des UN-Sekretariats (müsst ihr euch wie ein Ministerium, eine Verwaltung vorstellen), welches das UNO-Jugendprogramm unterstützt, koordiniert und Publikation über wichtige Jugendthemen, Berichte etc. herausgibt. Nach unserem gestrigen (Sonntag) internen Treffen der UNO-Jugenddelegierten zur Vorbereitung des Side Event und anderer Veranstaltung, bot dieses „Frühstückstreffen“ eine tolle Möglichkeit sich kennen zu lernen: Die „Youth Unit“ stellte sich vor, internationale Jugendorganisationen (Europäisches Jugendforum, Pax Romana, Weltpfadfinderbewegung) und zahlreiche Jugenddelegierte. Endlich haben wir alle beisammen: Zuletzt sind nun Marco aus Italien, Florian aus Österreich und Book aus Thailand aufgetaucht!

Um 10 h ging die Sitzung im Dritten Ausschuss los. Wie ihr schon in meinem, kurzen dringlichen Bericht gelesen habt, ging es gleich sehr spannend zu. Den ganzen Vormittag wurde über das Vorgehen diskutiert hinsichtlich eines Berichtes des Hochkommissariats für Menschenrechte. Vor lauter Aufregung und Gedanken über das Side Event habe ich leider auch nicht alles realisiert. Im Endeffekt ging es darum, dass sehr unterschiedliche Vorstellungen bestanden, ob das Thema behandelt werden soll oder ob nicht. Das Resultat war, dass sich alles nach hinten verschob. Sprich wir nahmen unsere sieben Sachen und rannten zum „Deutschen Haus“ (der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der UNO).

Das „Side Event“ (nachdem dies noch so oft auftaucht, will ich es mit dem Namen belassen: ein Mittagsseminar zu einem bestimmten Thema) war mit tollen Beiträgen und etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sicherlich ein voller Erfolg: Es gibt uns Jugenddelegierten nicht nur uns und unsere Arbeit bei der UNO zu Erklärung, sondern es ermöglicht uns ein wichtiges Thema aus unserer Sicht hervorzuheben und mit Diplomatinnen und Diplomaten darüber zu diskutieren. Unser Thema war „Empowerment von jungen Menschen: Die Chancen von Mikrofinanzen und Mikrokrediten“. Wichtigstes Ziel ist, dass Jugendliche als wichtige und vertrauenswürdige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt werden. Insbesondere leisten sie mit ihren Ideen und Fähigkeiten einen wichtigen Entwicklungsbeitrag in weniger entwickelten Ländern. Mikrokredite sollen dabei Jugendliche die Chance eröffnen, eigene Initiativen und Geschäftsideen zu entwickeln, und im Anschluss können sie die Kleinkredite zurückzahlen. Audrey von der jugendgeführten Initiative YOUTHWORKS INC., welche diese Idee in den Philippinen erfolgreich umsetzen, stellte dies eindrucksvoll vor. Obwohl 14% erst verspätet zurückzahlen konnten bisher, haben ALLE die Kredite erfolgreich zurückbezahlt und ihre Unternehmen fortgesetzt. Frau Yamina Djacta von UN-Habitat stellte ein ähnliches Programm auf weltweiter Ebene der UNO vor. Sicherlich werden wir darüber in einem kommenden Newsletter berichten.

Unser großer Dank geht heute an die Deutsche Vertretung bei den Vereinten Nationen. Zum ersten Mal hat ein Land das Side Event der Jugenddelegierten unterstützt. Gerüchterweise sind schon andere Länder neidisch und werden das Jugenddelegierten-Programm hoffentlich in den nächsten Jahren fördern. Ganz herzlichen Dank an Dr. Sonja Kreibich, welche uns so hilfreich, engagiert und herzlich unterstützt hat. Ein Dank geht auch an ihren tollen Praktikanten Alex, ohne den wir das heute sicherlich alles nicht geschafft hätten. Tja, von wegen unser Jugenddelegierten-Programm ist noch jung. Die Unterstützung der Vertretung fand große Anerkennung und begeistert haben schon einige (sogar) Entwicklungsländer angekündigt, dass sie Jugenddelegierte einbeziehen wollen.

Bevor Marah jetzt beim Redeüben mit Kelda aus dem Jugenddelegierten-Team draußen in der Kälte
(es ist eigentlich viel zu warm hier tagsüber) erfriert, beende ich diesen schon zu langen Bericht! Noch einmal entschuldige, dass die Rede verschoben wurde, aber morgen Vormittag (etwa gegen 18.30h bei euch) wird es hoffentlich klappen! 🙂

alles Liebe von uns,
Jonathan

PS: Bilder und Videos folgen noch!