Mai 282010
 

Am 27.05. hatte ich die Gelegenheit bei Stärken vor Ort in Frankfurt am Main mit einer Gruppe Jugendlicher und Mitarbeiter/innen verschiedener Projekte von Stärken vor Ort ins Gespräch zu kommen und eine angeregte Diskussion über die Probleme und Herausforderungen von Jugendlichen vor Ort zu führen.

Nachdem wir gemeinsam gesammelt hatten, was allgemein mit den Vereinten Nationen verbunden wird, habe ich kurz das Jugenddelegiertenprogramm und die groben Strukturen der Vereinten Nationen vorgestellt.

Im Anschluss folgte eine kontroverse Diskussion über das Programm an sich und die Probleme und Herausforderungen der Jugendlichen vor Ort.

Als Probleme wurden die Vorurteile gegenüber Jugendlichen mit Migrationshintergrund und dem Stadtteil Gallus, die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher trotz abgeschlossener Schulausbildung, der Mangel oder der falsche Einsatz von finanziellen Mitteln, das Fehlen der Möglichkeiten von Partizipation, die Jugendkriminalität und ungleiche  Bildungsmöglichkeiten genannt.

Als mögliche Lösungsansätze und Forderungen wurden u.a. diskutiert, Jugendliche bis einschließlich der 10. Klasse gemeinsam zur Schule gehen zu lassen und auch Fähigkeiten, die besonders Jugendliche mit Migrationshintergrund häufig besitzen, wie eine weitere Fremdsprache, als Bildungserfolg zu würdigen, indem man es in das bestehende Curriculum mit aufnimmt.

Daneben sollten Politiker/innen mehr Interesse an den Jugendlichen zeigen und neben vieler guter Worte auch wirklich konkrete Taten sprechen lassen.

Der Abbau von Vorurteilen gegenüber z.B. Jugendlichen mit Migrationshintergrund muss dabei von der ganzen Gesellschaft vollzogen werden. Die Politik kann dort durch entsprechende Aufklärungskampagnen und die Berücksichtigung dieser Herausforderung im Schulunterricht mithelfen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Involvierung der Eltern der Jugendlichen in die Bemühungen, da diese meistens nur erfolgreich sind, wenn die ganze Familie mitzieht.

Bezüglich der finanziellen Mittel wurde angeregt, Projekte für Jugendliche nicht nur kurzfristig zu finanzieren und lieber weniger mittel- und langfristigere Projekte zu starten, um Jugendlichen auch eine gewisse Form von Kontinuität und Verlässlichkeit zu bieten.

Allgemein wurde die Bedeutung von Identifikationspersonen und Vorbildern betont, welche den Jugendlichen Orientierung geben und zeigen, dass man die eigene Lebensrealität durch Engagement verbessern kann.

Ich danke Stärken vor Ort für diese spannende und interessante Tourstation und würde mich freuen, wenn unser Plan wirlich auch noch mit mehr Jugendlichen vor Ort ins Gespräch zu kommen, durch meine Einbindung in konkretere Projekte mit einer gezielten Fragestellung gelingen sollte.