Jun 082014
 

SV Adolfinum Moers06.06.2014 – Schnell war die erste Aufgabe gelöst, der Einstieg war klar. Es ist nicht immer leicht gemeinsame Wege zu finden, auch dann nicht, wenn die Ziele sich gar nicht gegenseitig widersprechen. Nur über Kooperation und Kommunikation lassen sich Gemeinsamkeiten entdecken und Ideen verwirklichen. Mit 15 engagierten jungen Menschen aus der Schülervertretung (SV) traf sich Celina am Freitag. Organisiert wurde das Treffen von der SV. Eine hohe Eigenmotivation von allen Beteiligten war zu spüren, als sie sich außerhalb der Unterrichtszeit bei Kuchen und Keksen mit dem Thema Partizipation, Bildung und UN beschäftigen. Junge Schüler*innen, die motiviert sind in einen Diskurs zu treten über das Bildungssystem in dem sie stecken, die reflektieren und Mitsprache fordern. Es sind genau diese Schüler*innen, die sich fragen, warum in einem Schulausschuss, in welchem über Sozialkompetenz von Schüler*innen debattiert wird, die Zielgruppe nicht in einer angemessenen Zahl mit am Tisch sitzen. Warum sie in ihrer Wahlmöglichkeit an Unterrichtsfächern so bevormundet werden und ihnen keine persönliche Freiheit gelassen wird? Warum gibt es so wenig persönliche Freiheit, weder für Schüler*innen noch für Lehrer*innen? Warum schreiben Lehrer*innen eigentlich keine Klausuren und warum werden unsere Lehrpläne ohne uns, fern in Düsseldorf beschlossen? Warum sind die Erwartungshorizonte so eng gefasst, wo bleibt Raum für kreative Ideen und eigenständige Argumentation? Mehr Rechte, echte Partizipationsmöglichkeiten und Mitbestimmungsrecht fordern sie, nicht nur bei der Gestaltung der Lehr- sondern damit auch ihrer Lebenspläne.

Die Forderung nach Individualisierung beinhaltet auch die Forderung nach Einbindung junger Menschen, die in ihrem Alltag auf Behinderungen stoßen und die Abkehr vom derzeitigen Image der verschiedenen Schulformen: „Wenn du sagst du kommst von der Hauptschule oder vom Gymnasium, dann reicht die Information schon und du kriegst den Job nicht – keine Chance!“

Wie wollen wir lernen?

„Die Schule ist auch berufsvorbereitend und orientiert sich als solche auch an den wirtschaftlichen Belangen. Es muss aber sichergestellt werden, dass die Schulbildung darüber hinausgeht!“, fordert ein Schüler. Musik, Kunst, alte Sprachen müssen erhalten werden und stellen einen Mehrwert für die Gesellschaft dar – nicht alles lässt sich ökonomisch messen. Lernen für das Leben – so die Devise!

Hier am Adolfinum gibt es eine Reihe von Austauschprogrammen. Es reicht nicht eine Sprache unterrichtet zu bekommen, ein Austausch wie der mit Frankreich oder China kann Vorurteile abbauen und zur Völkerverständigung beitragen, so die Schüler*innen. Das sollte national und international mehr gefördert werden. Gerade in Gebieten wie Indien/Pakistan und Israel/Palästina könnte ein Jugendaustausch (Denk-)Grenzen öffnen. Unterrichtsfächer wie „Globales Lernen“ oder „Demokratie und Menschenrechte“ sollten im Schulprogramm weltweit verankert werden. Auch fordern die Schülervertreter*innen, dass internationale Abschlüsse vergleichbar gestaltet und somit auch im Ausland anerkannt werden.

Beeindruckend vielseitig und bedacht haben die jungen Schülervertreter*innen lokale und globale Probleme analysiert, Forderungen entwickelt und Lösungsvorschläge unterbreitet! Hört hin, die Jugend hat was zu sagen!

  Eine Antwort zu “Tourstation am Gymnasium Adolfinum Moers – Die SV analysiert!”

  1. Einen fetten Dank an Celina Sharon Greppler, die mit ihrem Besuch als UN-Jugenddelegierte an ihre einstige „Penne“ in Moers zurückkehrte. Dank aber auch an die Schülervertretung (SV) des Gymnasium Adolfinum und die aufrechten 15 Teilgebenden, die sich für Politik in verschiedenen Facetten interessieren und sich größtenteils auch aktiv in politischen und/oder sozialen Jugendorganisationen engagieren. Leider war ich anderweitig verhindert / beschäftigt, sonst hätte ich gerne teilgenommen, weil ich die Initiative als SoWi-Lehrer natürlich toll finde. Vielleicht lassen sich Ideen und Inhalte von dem Treffen am 06.06.2014 im kommenden Schuljahr im Unterricht weiterführen? Ich bitte die Teilnehmerinnen um freundliche Erinnerung!

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