Mai 252011
 

Zwei ganze Unterrichtsstunden opferte die Klasse 10b, um Andreas und seine Arbeit als UN-Jugenddelegierter näher kennen zu lernen. Die Schüler(innen) hatten sich bereits mit ihrer Sozialkunde-Lehrerin Frau Lisi Maier gut vorbereitet: Sie hatten sich Gedanken gemacht, welche Themen sie mit Andreas ansprechen wollen und Fragen dazu formuliert. Drei Themen interessierten die Schüler(innen) besonders brennend:
Was tun die Vereinten Nationen um Kinderarmut zu bekämpfen? Was wird getan, um die Situation von Kindern abzusichern und ganz konkret wie können die Vereinten Nationen Kindersoldaten helfen? Wie kommt es zu einem UN-Mandat oder einer UN-Blauhelmmission?

Ein weites Feld, das die Schüler(innen) damit aufgemacht haben, und Andreas erklärte geduldig alles über das Weltaktionsprogramm für die Jugend, die Millenium-Entwicklungsziele, die UN-Kinderrechtekonvention, die Arbeit von UN-Sonderorganisationen, v.a. UNICEF, und internationale Entwicklungszusammenarbeit. Schnell wurde den Schüler(inne)n deutlich, dass es hier sehr viele Akteure gibt und vor welchen Herausforderungen die Vereinten Nationen stehen. So haben sie schnell erkannt, wie schwer es ist, dass sich 192 Mitgliedsstaaten auf einen gemeinsamen Weg einigen ein Problem anzugehen, z.B. wenn es um die Umsetzung des Weltaktionsprogramms für die Jugend geht.
Abschließend blieb die Frage, was die Schüler(innen) selbst ganz konkret tun können, um die Lage von Kindern in der Welt zu verbessern. Das Fazit: viele Möglichkeiten bieten sich an, je nach dem was man an Zeit und Geld investieren will, von der Nachhilfe, die man dem Nachbarskind mit Migrationshintergrund kostenlos gibt bis hin zum Einsatz als Freiwilliger in einem Entwicklungshilfeprojekt in einem anderen Land.
Am Ende war es den Schüler(innen) wichtig, Andreas mitzugeben, die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten sollten mehr Anstrengungen unternehmen, um Kinderarmut zu bekämpfen. Aber sie wollten es auch nicht versäumen aus ihrer eigenen Lebenssituation und Erfahrung heraus Punkte zu benennen, auf die sich an Andreas Stelle die Politik aufmerksam machen würden: Jugendlichen brauchen Freiräume zur Freizeitgestaltung. Das heißt ganz konkret sollen ihnen Räume zur Verfügung gestellt werden, d.h. für sie mehr Jugendzentren. Aber auch genügend Freizeit neben der Schule. Die Schüler(innen) der 10b wären sogar bereit, an vier Tagen der Woche länger in die Schule zu gehen, damit ein Tag frei bleibt.
Weitere Punkte, die die Schüler(innen) sammelten: Auf dem Land ist es wichtig mobil und damit ein Stück unabhängig zu sein; darum ist es ihnen wichtig, dass ein Führerschein mit 16 Jahren möglich ist. In sogenannten Problemfamilien sollte zum Wohle der Kinder und Jugendlichen schneller eingegriffen werden reifen. Der Zugang zu Bildung darf nicht vom Geldbeutel (der Eltern) abhängen, darum sollten auch weiterbildende Schulen kostenlos sein.