Jun 202008
 

Tourstation am Ratsgymnasium

Minden, 20. Juni 2008: Politikverdrossenheit, Jugendräte, Schülerparteien und SV! Rund um das Thema Jugendbeteiligung an politischen Entscheidungsprozessen (Jugendpartizipation) veranstalteten Nico und ich zwischen dem 16. und 20. Juni mit ca. 150 Schülern die größte Tourstation der bisherigen Deutschlandtour.

Gerade zurück von der letzten Preisverleihung, die den Abschluss einer arbeitsreichen Woche bildete! Seit Dienstag, dem 17. Juni waren Nico und ich am Ratsgymnasium im Einsatz: Zunächst Tourstation mit den 11er Kursen zum Thema „Jugendpartizipation – Chancen und Probleme“, am nächsten Tag Nachbereitung einiger besonders spitzfindigen und provokanten Forderungen mit dem 11er Kurs Sozialwissenschaften, dann einzelne Klassen der Jahrgangsstufe 10 und am Schluss der SoWi Kurs der Jahrgangsstufe 12, der die Kernforderungen konkret in Praxisbeispiele umsetzen sollte.

    Dienstag 17. Juni: Tourstation mit den 11er Kursen

Ziel der Phase 1 unseres Tourstationenmarathons war es, einen allgemeinen Brainstorm über die Notwendigkeit oder Möglichkeiten von Jugendbeteiligung zu erstellen. Nach einer Einführung ins Thema, einer Simulation und einigen Fallbeispielen aktiver Jugendlichen aus allen Teilen Europas, wurden in Kleingruppen Forderungen und Ideenvorschläge an Schule, Politik und unser gesellschaftliches Umfeld erstellt. Sind wir wirklich so politikverdrossen? Wie wichtig ist das Elternhaus und welchen Stellenwert hat Bildung? Sind politische Parteien der Schlüssel zur Durchsetzungskraft, oder geht’s vielleicht auch anders?

    Mittwoch 18. Juni: Tourstationen mit 11er Kurs und 10er Klassen

Nach der Flut an Forderungen des Vortags von insgesamt ca. 60 Schülern, haben Nico und ich unter der Beobachtung der WDR-Fernsehkamera mit weiteren Schülern der Jahrgangsstufe 11 einige besonders spitzfindige, provokante Forderungen diskutiert: „Wahlrecht auf 14 senken“ und „Mitgliedschaft in Vereinen sollte verpflichtend sein“.
Mit den Ergebnissen der ebenfalls kontroversen Diskussion verabschiedete sich Nico zum Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag nach Essen. Ich hingegen machte mich auf den Weg in einige 10er Klassen, mit denen ich die Kernforderungen des Vortags zusammenfasste und konkretisierte. Hauptthema: Wege aus der Politikverdrossenheit! Sind wir wirklich so passiv? Was kann die Politik tun, um Jugendliche für Politik zu begeistern

    Donnerstag 19. Juni: Tourstation beim 12er SoWi Kurs

Mit einigen bereits handfesten Forderungen und Ideen, wie Jugendbeteiligung z.B. im Bildungssektor auf Länder- wie Bundesebene verbessert werden kann, diskutierte ich mit den den 12ern die Feinheiten. Schlagwort „nationaler Jugendrat! Dafür oder dagegen?“, so die Fragestellung. Zwischen den Skeptikern und Befürwortern wurden vor allem die Altersgrenze, die Problematik von Chancengleichheit von Jugendlichen aus sozial schwachen Familien und der Grad politischer Urteilsfähigkeit debattiert. Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen: ein Leitfaden für Politiker, Ratschläge an Schulen und eine völlig neue Vision, wie Interessen von Jugendlichen in die Politik einfließen sollten sind am Ende der Woche entstanden.

    Freitag 20. Juni: Ergebnispräsentation bei den verschiedenen Preisverleihungen der Jahrgangsstufen 5&6 und 9-13

Dem Workshopmarathon folgte alsbald ein Vortragsmarathon. In drei verschiedenen Preisverleihungen und Schülerehrungen konnte ich am Freitag die zentralen Forderungen vorstellen und erklären, wie sie in die Forderungen von Jugendlichen aus ganz Deutschland einfließen werden.

Ich bedanke mich daher herzlich bei unserer engagierten stellvertretenden Schulleiterin, Cordula Küppers, als auch bei den für die SoWi-Kurse verantwortlichen Lehrern, Herrn Ergin und Herrn Schütte, die unsere zugegebenermaßen eher „informellen“ Unterrichtsmethoden so geduldig toleriert haben.

🙂

Bis bald,
Astrid.

Die Forderungen, welche während der Schülerehrung am Freitag durch Frau Küppers überreicht wurden, findet ihr hier.