Jul 022014
 

20.07.2014 –  Wenn Schulen in ihren schulischen und außerschulischen Tätigkeiten einen Fokus auf die Erziehung zur IMG_1258internationalen Verständigung und Zusammenarbeit setzen, dann folgen sie einem der vorrangigen Ziele der UNESCO (United Nation Education Scientific and Cultural Organization) und können sich damit zur “UNESCO-Projekt-Schule” qualifizieren. In ganz Deutschland gibt es etwa 200 von dieser Sorte – eigentlich ganz “normale” Schulen aller Schultypen, die sich aber in ihrem Schulalltag verstärkt mit den Themen der UNESCO auseinandersetzen oder sich mit Aktionen und Projekten diesen widmen.

Die Sophie-Scholl Schule in Berlin-Schöneberg gehört seit 2010 zum Netzwerk der sogenannten “UPS”-Schulen als “mitarbeitende” Schule.

Ebenjene Sophie-Scholl-Schule besuchte Ozan gemeinsam mit der Jugendreferentin der DGVN Ann-Christine am vergangenen Freitag: Auf dem Stundenplan stand zunächst Geschichtsunterricht und das Thema “Deutschland und die EU” in einer 9. Klasse. Das allein hätte schon herausfordernd genug sein können. Da die Sophie-Scholl-Schule aber noch den weiteren Titel “Europa-Schule” trägt, werden hier alle Nebenfächer (Geschichte, Sozialkunde, Biologie, Erdkunde, Musik, Kunst) auf Französisch von muttersprachlichen Lehrer*innen unterrichtet. So lauschten Ann-Christine und Ozan in der ersten Stunde beeindruckt den Diskussionen der Schüler_innen auf Französisch über die unterschiedlichen Sichtweisen von Schüler*innen aus Frankreich und Deutschland über Jugendarbeitslosigkeit.

In der zweiten Stunde hatten die Jugendreferentin der DGVN und der UN-Jugenddelegierte dann das Wort – aber nur kurz, denn es ging ja wie stets um die Sammlung von Forderungen der Klasse, die die Basis der Arbeit der Jugenddelegierten bei der Generalversammlung darstellt.
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Nachdem die SchülerInnen also zunächst einiges über die Idee und das System der Vereinten Nationen hörten, wurde dann mit dem Thema Jugendarbeitslosigkeit wieder der Bogen zum Geschichtsunterricht geschlagen: Die SchülerInnen sollten im Mini-Format simulieren, wie es ist, wenn verschiedene Länder auf der Welt zusammen kommen, um über ihre Ansichten von Jugendarbeitslosigkeit zu diskutieren. Ganz außer Acht gelassen, hatten die beiden Gäste dabei leider, wie schnell eine Schulstunde doch vergehen kann! Kurzerhand wurde die Diskussion auf die deutsche Perspektive dieses Themas fokussiert, was sich zu einer sehr fruchtbaren Debatte nicht nur über Jugendarbeitslosigkeit entwickelte. Die Schüler*innen der 9. Klasse machten gleich deutlich, dass man schon früher an dem Problem ansetzen muss, nämlich schon im Bildungssystem, was schlussendlich dafür sorgen soll, dass junge Menschen perfekt auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. So entstanden einige wichtige Forderungen an das deutsche Bildungssystem!

Vielen Dank an Herrn Burmeister und der 9. Klasse der Sophie-Scholl Obeschule für die 18. Tourstation!

 

Forderungen:

  • Benotungssystem reformieren / Anforderungen ändern -> freiere Bildung
  • Stärkere Profilbildung an Schulen –> Praxisnähe
  • Stärkere Ausrichtung auf Allgemeinbildung
  • Politik als Schulfach verpflichtender machen / früher einführen –> Erziehung zum mündigen Bürger*in
  • 13 Jähriges Abitur wieder deutschlandweit einführen
  • bessere Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt
  • Indikatoren für Qualifikation reformieren (Schulabschluss an sich sagt nicht viel aus / hat meist keinen großen Bezug zum Studium/Ausbildung/Job)

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