Weltaktionsprogramm für die Jugend

 

WPAYFast die Hälfte der Weltbevölkerung ist unter 24 Jahren, 85 Prozent der jungen Menschen leben in Entwicklungsländern – Zahlen, die zeigen, wie wichtig es ist, die Belange von Jugendlichen besonders zu berücksichtigen. 1995 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen daher das Weltaktionsprogramm für die Jugend (World Program of Action for Youth – WPAY).

Das WPAY definiert drei Oberthemen:

Jugend in der Globalen Wirtschaft
Jugend in der Zivilgesellschaft
Jugend und ihr Wohlbefinden

Zusätzlich wurden 15 Themenfelder definiert, von denen Jugendliche auf der ganzen Welt besonders betroffen sind:

Weltaktionsprogramm für die Jugend

Mit dem Weltaktionsprogramm für die Jugend haben sich die Mitgliedsstaaten zum ersten Mal bereit erklärt, sich gezielt für die Verbesserung der Situation junger Menschen (15-24) einzusetzen, und zwar in 15 verschiedenen Bereichen. Das Weltaktionsprogramm ist eine Resolution der Generalversammlung, und somit eine politische Absichtserklärung. Wie alle Resolutionen der Generalversammlung läuft auch das Weltaktionsprogramm Gefahr nicht umgesetzt zu werden, wenn nicht auf die Mitgliedsstaaten politischer Druck dahingehend ausgeübt wird, z.B. durch durch die Zivilgesellschaft.

Seit Verabschiedung des WPAY wird alle zwei Jahre ein Bericht des Generalsekretärs verfasst: eine Art Bestandsaufnahme über die Fortschritte, die hier bereits erzielt werden konnten. Zudem wird vom UN-Sekretariat alle zwei Jahre ein Weltjugendbericht veröffentlicht, welcher die Situation und Entwicklung von jungen Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die aktuellen Berichte und seine Empfehlungen sind unter www.un.org/youth nachlesen.

Warum ein Weltaktionsprogramm?
Das Weltaktionsprogramm ist eine Antwort der internationalenAforY Gemeinschaft auf die Herausforderungen, welche junge Menschen im neuen Jahrtausend erwarten. Diese internationale Strategie soll die Probleme junger Frauen und Männer effektiver ansprechen und ihre Beteiligungsmöglichkeiten in der Gesellschaft stärken. Das Weltaktionsprogramm ermutigt Regierungen, stärker auf die Hoffnungen von jungen Menschen für eine bessere Welt einzugehen. Zudem sollen junge Menschen als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems betrachtet werden. Gleichzeitig stellt das Weltaktionsprogramm ein Werkzeug dar, mit welchem die Regierungen eine Jugendpolitik in ihrem Land aufbauen bzw. verbessern können. Zum Beispiel basiert die African Youth Charter der Afrikanischen Union (AU), das erste jugendpolitische Programm der AU vom Jahr 2006, auf dem Weltaktionsprogramm.

Das Weltaktionsprogramm als Lobby-Instrument für Jugendliche
Das WPAY dient nicht nur Regierungen als eine internationale Strategie der Jugendpolitik, sondern  bietet auch Jugendlichen und Jugendorganisationen die Möglichkeit, die Jugendpolitik der eigenen Regierung auszuwerten. Wie wurde das Versprochene umgesetzt? Wo gibt es Schwierigkeiten? Wie sieht Jugendpartizipation auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene aus? Werden Jugendorganisationen und nationale Jugendringe gefördert, um genau diese Funktion auszuführen, also Jugendpolitik auszuwerten und gemeinsam zu gestalten?

Grundprinzip des Weltaktionsprogramms: Partizipation von Jugendlichen und Jugendorganisationen

Allen Schwerpunktbereichen des Weltaktionsprogramms wird ein Prinzip zu Grunde gelegt: Jugendliche und Jugendorganisationen sollen in der Problemanalyse, in der Erarbeitung eines politischen Lösungskonzeptes, in der Umsetzung, im Monitoring und in der Auswertung als gleichberechtigte Partner einbezogen werden!

 

Weltjugendbericht – Bericht des Generalsekretärs

world report youthSeit Verabschiedung des WPAY erstellt der UN Generalsekretär im Auftrag der UN Generalversammlung alle zwei Jahre einen Bericht zum Thema Jugend. Dabei handelt es sich um eine Art Bestandsaufnahme über die Fortschritte, die bereits erzielt werden konnten, außerdem werden Maßnahmen empfohlen, die die Staaten in Zukunft ergreifen sollen. Der Bericht gliedert sich in die drei großen Felder: Jugend in einer globalen Wirtschaft, Jugend in der Zivilgesellschaft und Jugend in Gefahr. Den aktuellen Bericht und seine Empfehlungen kann man unter hier nachlesen.

Der Weltjugendbericht soll alle zwei Jahre vom UN Programme on Youth und dem Department of Economic and Social Affairs, die beide dem UN Generalsekretäriat zugeordnet sind in Zusammenarbeit mit Experten und jungen Menschen weltweit erstellt werden. Er soll einen umfangreiche Evaluation und Bestandaufnahme der Situation von Jugendlichen weltweit sein. Bisher gab es fünf Weltjugendberichte (2003, 2005, 2007, 2010 und 2011).

Der Weltjugendbericht 2003 stellte die erste umfassende Bestandsaufnahme aller (damals noch zehn) Themen des WPAY dar und erweiterte diese um weitere fünf neue Themen.

Für den Weltjugendbericht 2005 wurde ein neuer Ansatz gewählt: Die 15 Themen wurden jeweils in ihren wichtigsten Fortschritten sowie aktuellen Situationen erfasst. Besonders in den Fokus des Berichts rückten die Themen Kriminalität, Drogen und Gewalt.

Im Weltjugendbericht 2007 standen neben der allgemeinen Betrachtung der 15 WPAY-Themen besonders Bildung, Gesundheit, Armut und Gewalt tiefer im Zentrum. Außerdem lieferte der Bericht einen regionalen Überblick über die grundlegenden Trends zum Thema Entwicklung Jugendlicher.

Der Weltjugendbericht 2010 befasst sich mit der Fragestellung, wie der Klimawandel einen Effekt auf Jugendliche hat, welche Wechselwirkungen bestehen und welche Rolle der Jugend zukommt.

Der Weltjugendbericht 2011 stellt Jugendbeschäftigung in den Fokus. Die weltweite Finanzkrise, geringe Beschäftigungsverhältnisse und unzureichende Ausbildung stellen Jugendliche weltweit vor großen Herausforderungen.

Der Weltjugendbericht 2013 eröffnet die Möglichkeit, die Situation von jungen Migrant*innen aus ihrer eigenen Perspektive nachzuvollziehen. Der Bericht hebt Sorgen, Herausforderungen und Erfolge hervor, die junge Migrant*innen in ihrem Leben erfahren haben und nun mit ihrer Stimme wiedergeben.