Okt 092007
 

Was für ein Tag! Nachdem wir montags nicht mehr in den Zeitplan aufgenommen wurden, stand nun unsere Rede – eines der Highlights bei der Generalversammlung – an.

Schon Montags hatte ich die Rede kopiert und getackert, da bei der UNO jede Rede an alle Delegationen verteilt wird, damit man wichtige Inhalte nicht immer mit der Hand mitschreiben muss.

Unser Sprechplatz am Vormittag war Nummer 15, das heißt, dass noch 14 andere Reden vor unserer waren – darunter auch einige von Jugenddelegierten, z.B. die von Gabriel aus Schweden oder von Adina aus der Schweiz. Natürlich waren wir aufgeregt – es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, hinter dem Schild „Germany“ zu sitzen und zu warten vom Vorsitzenden des 3. Ausschusse aufgerufen zu werden. Bevor wir dann endlich starten durften, sagte Frau Kreibich der Versammlung noch, dass wir die deutschen Jugenddelegierten sind und im Namen der Jugend in Deutschland sprechen werden.

Zum Glück verflog die Aufregung nachdem ich meine Teil der Rede begonnen hatte – da ich Aussprache, Text und Betonung geübt hatte konnte ich Teile des Textes sogar aufwendig aufsagen – das gab mir in diesem Moment viel Sicherheit. Während der Rede selbst bekam ich gar nicht viel mit – die Jugenddelegierten vor uns, die uns gefilmt und fotografiert haben und einige der anwesenden Delegierten ausgenommen.

Da wir zwei deutsche Jugenddelegierte sind und beide sprechen wollten, tauschten wir nach der Hälfte der Rede die Plätze und nun war Jonathan dran – gespannt konnte ich nun auch beobachten wie die Rede im Plenum angenommen wurden. Als Jonathan mit „Wir sind nicht nur die Erwachsenen von morgen – wir sind die Gegenwart!“ endete – die große Überraschung – wir bekamen Applaus von den anwesenden Leuten. Vielleicht wundert ihr euch jetzt warum das so etwas besonderes ist, aber normalerweise werden die Reden in der UNO nicht besonders kommentiert.
Sogar als wir nach der Rede in der Cafeteria erstmal einen Kaffee getrunken und uns wieder etwas beruhigt hatten, haben uns Leute auf unsere deutlichen Worte angesprochen.

In der Rede haben wir viele Punkte, die IHR und auf der Deutschlandtour mitgegeben habt eingebaut: da wir uns an den aktuelle diskutierten Themen orientiert haben, um möglichst viel Einfluss und Anstöße geben zu können, haben wir unseren Schwerpunkt auf Chancengleichheit, Stärkung von Jugendlichen, Bildung, Beschäftigung, Globalisierung und die Forderung an Staaten, ihre Versprechen auch einzuhalten, konzentriert. Ihr könnt die Rede bald hier in der Übersetzung (wir haben natürlich auf englisch gesprochen) lesen.

Nach der Rede war der Tag jedoch noch nicht vorbei: das erste informelle Treffen zur Verhandlung der Jugendresolution fand statt. Dabei wurde der aktuelle Entwurf vorgestellt und die anwesenden Staaten kommentierten den Entwurf und äußerten ihre Meinung.

Jonathan traf sich danach mit Frau Kreibich von der Deutschen Ständigen Vertretung um noch einige Absprachen zu tätigen, ich versuchte mit zwei anderen Jugenddelegierten aus Azerbaijan ein kurzes Treffen der Jugenddelegierten mit Generalsekretär Ban Ki-Moon zu organisieren… Ob das geklappt hat und mehr dazu morgen!

Obwohl es schon spät war, arbeiten wir noch an Filmen (Jonathan) bzw. Presse etc (Marah) – dann aber gönnten wir uns einen ‚freien’ Abend ohne UNO-Themen (soweit das bei einem Essen mit vielen anderen Jugenddelegierten möglich ist) um ein bisschen zu feiern, auszuspannen und (mal wieder) viel zu spät ‚zu Hause’ in unserer Schuhschachtel, dem YMCA Hostel anzukommen.

Marah