Was machen wir bei den UN?

 

JD RedeDie Jugenddelegierten begleiten die deutsche Delegation zur UN Generalversammlung als Expertinnen und Experten in Jugendfragen. Ziel dabei ist die Interessen der Jugendlichen in Deutschland zu vertreten und auf globale Herausforderungen für junge Menschen aufmerksam zu machen. Ein ganz besonderes Anliegen dabei ist es, Jugendpartizipation bei den Vereinten Nationen stärker zu etablieren.

Diese Ziele versuchen sie unter anderem durch folgende Tätigkeiten zu erreichen:

  • Rede vor dem dritten Ausschuss der Generalversammlung
  • Mitwirkung an den Resolutionen, besonders der Jugendresolution
  • Organisation und Durchführung eines Side-Event bei der Deutschen Ständigen Vertretung
  • Zusammenarbeit mit den internationalen Jugenddelegierten
  • Gespräche mit Delegierten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von diversen UN-Organisationen

Vorbereitung auf New York

Eine zentrale Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit liegt sicherlich in der inhaltlichen Vorbereitung und in der Übergabe des Wissens und der Erfahrungen der Vorgänger*innen an die neuen Jugenddelegierten. Das Vorbereitungstreffen der europäischen Jugenddelegierten bringt zumindest einen Großteil der Jugenddelegierten auf einen ähnlichen Wissensstand. Die internationalen Jugendorganisationen, wie Pax Romana, das Europäische Jugendforum und die Weltpfadfinder*innenorganisation, bringen zudem Kontinuität und Erfahrung mit, da sie im Gegensatz zu den Jugenddelegierten durch bestimmte Personen über mehrere Jahre hinweg vertreten sind. Jugendorganisationen und Jugenddelegierte können sich so gut ergänzen.

Die Rede

In der Rede vor dem dritten Ausschuss sprechen wir über unsere Erfahrungen während der Deutschlandtour, weisen auf die Probleme der Jugendlichen in Deutschland hin und bringen ihre Forderungen vor. Themen. der letzten Jahre waren z.B. die Arbeitsweise der UN, Arbeitslosigkeit, Armut, die Millenniumsentwicklungsziele, Klimawandel und vor allem Bildung. Anders als manche Jugendrepräsentantinnen und Jugendrepräsentanten anderer Länder sprechen sie in „their own capacity“, also in ihrer eigenen Verantwortung und nicht für Deutschland. Grund hierfür ist der Expertinnen- und Expertenstatus. Dies hat Vorteile. So sind die beiden Deutschen nicht weisungsgebunden, das heißt, sie müssen nicht die Meinung der deutschen Regierung, sondern können die der jungen Menschen in Deutschland vertreten und so oftmals auch klarere Worte finden. Dies erzeugt zumeist sehr positive Resonanz bei den routinierten Delegierten.

Hinter der Rede vor der Generalversammlung eine steckt ganz schön harte Arbeit. Nach der inhaltlichen Entscheidung für bestimmte Themen zirkulieren endlose Versionen zur sprachlichen Korrektur zwischen den Jugenddelegierten und den Trägern. Zuletzt wirft noch die für die Jugenddelegierten verantwortliche Diplomatin einen Blick auf das Dokument. Einige kleine sprachliche Änderungen müssen im Zweifel noch gemacht werden, schließlich darf und will man ja keinen anderen Staat unnötig brüskieren.

Side Event

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt während des New York Aufenthaltes ist das sogenannte „Side Event“ (Informationsveranstaltung während Verhandlungspausen) in der deutschen Ständigen Vertretung. Hierbei gilt es, brisante Jugendthemen bei den Delegierten des dritten Ausschusses sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von UN-Organisationen in den Fokus zu rücken und Bewusstsein zu schaffen. Das Thema der Veranstaltung ist zumeist schon einige Monate im Voraus beim Koordinierungstreffen der europäischen Jugenddelegierten ausgewählt worden und spricht globale Probleme an. So wurden in den letzten Jahren Podiumsdiskussionen, Vorträge, etc. zu Problemen wie Jugendarbeitslosigkeit, Klimawandel, Migration und Gleichstellung veranstaltet. Im Mittelpunkt steht dabei immer auch, den Anwesenden aufzuzeigen, dass eine Lösung der Probleme nur dann möglich ist, wenn Jugendliche auf allen Ebenen daran beteiligt sind.

Resolutionen

Die UN Jugenddelegierten versuchen bei allen politischen Gesprächen und Verhandlungen die Perspektive von jungen Menschen aus Deutschland zu verdeutlichen. Hauptaugenmerk liegt auf der Jugendresolution, die jedoch nur alle zwei Jahre verhandelt wird. In Jahren ohne Jugendresolution versuchen deshalb die Jugenddelegierten, dass die Belange junger Menschen in den weiteren Resolutionen wie z.B. bezüglich Menschenhandel und Beschäftigung berücksichtigt werden, wozu in den anderen Jahren kaum Zeit bleibt.